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20. März 2015, 15:02 Uhr

Turnier 2026

Fifa kündigt Fußball-WM für den Sommer an

Eine Fußballweltmeisterschaft im Sommer. Gibt's nicht mehr? Gibt's doch. Das Turnier im Jahr 2026 soll wieder im Juni und Juli ausgetragen werden. Das gab der Weltverband Fifa bekannt.

Hamburg - Die Winter-WM in Katar soll vorerst eine einmalige Angelegenheit bleiben. Vier Jahre nach dem Gastspiel im Emirat wird die WM 2026 wieder wie gewöhnlich im Juni/Juli ausgetragen. Das gab Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke auf einer Pressekonferenz in Zürich bekannt. Die Vergabe des Turniers soll auf dem Fifa-Kongress 2017 in Kuala Lumpur vollzogen werden.

Dann wird auch nicht mehr das umstrittene Exekutivkomitee über den WM-Gastgeber entscheiden, sondern der Fifa-Kongress mit seinen 209 Mitgliedern. Diese Änderung war als Teil des Demokratisierungsprozesses auf den Weg gebracht worden.

Rund um die Vergabe der Turniere 2018 (nach Russland) und 2022 war es zu schwerwiegenden Korruptionsvorwürfen gekommen. Dem Kongress sollen zukünftig vom Exekutivkomitee drei Bewerber vorgeschlagen werden.

Kontrolle auf WM-Baustellen in Katar durch Fifa

Außerdem will die Fifa die Arbeitsbedingungen auf den WM-relevanten Baustellen im Gastgeberland Katar künftig ständig überwachen. "Der Emir bat um eine Vertretung der Fifa, um diese Arbeiten zu begleiten. Diese Person könnte dann immer auf die Baustellen gehen, um diese zu überwachen und zu kontrollieren. Wir dürfen uns dazu in Katar frei bewegen", sagte Präsident Joseph Blatter.

Katar sei dabei, einen neuen Staat aufzubauen. "Wir haben beruhigende, positive Informationen erhalten. Katar spielt mit offenen Karten, es gibt eine Politik der offenen Tür", sagte Blatter. "Der stellvertretende Bundeskanzler Sigmar Gabriel war gerade dort, und auch er hat sich in seinem offiziellen Bericht positiv geäußert. Aber kaum hat er das gesagt, wird das negativ gedeutet." Er sei sich sicher, es würden Fortschritte erzielt, sagte Blatter: "Wir kommen weiter."

Berichte über menschenunwürdige Zustände auf Baustellen für die WM 2022 in Katar haben in den vergangenen Jahren Empörung ausgelöst. Tausende Arbeiter sind Menschenrechtsorganisationen zufolge an den Folgen sklavereiähnlicher Bedingungen gestorben.

Weitere Entscheidungen des Fifa-Exekutivkomitees im Überblick:

chp/mon/dpa/sid

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