Fifa Infantino erklärt Verkaufspläne - ein bisschen

Verkauft Gianni Infantino die Fifa an ein Unternehmen? Laut dem Präsidenten sollten "gewisse Rechte" veräußert werden. Auch bei der Frage nach der Herkunft des Geldes blieb er vage.

Fifa-Präsident Gianni Infantino
AFP

Fifa-Präsident Gianni Infantino


Fifa-Präsident Gianni Infantino hat in einem Interview mit dem "Blick" über die Zukunft des Fußball-Weltverbands gesprochen. Laut Infantino habe es Pläne gegeben, "gewisse Rechte" über eine Vermarktungsagentur zu verkaufen, aber "um die WM geht es dabei gar nicht". Um welche Rechte es gegangen sein soll, sagte Infantino aber nicht.

Der 48 Jahre alte Schweizer war in die Kritik geraten, weil er ohne konkrete Angaben zu seinen Verkaufsplänen ein angebliches 25-Milliarden-Dollar-Angebot für die Einführung einer Klub-WM und einer globalen Nations League durchsetzen wollte. Der SPIEGEL berichtete, dass dabei zahlreiche Rechte (unter anderem für Videospiele, Fifa TV und Bildarchiv) des Weltverbands verkauft werden sollten - auch von Rechten an zukünftigen Weltmeisterschaften war zuletzt in der "Süddeutschen Zeitung" die Rede.

Infantino legte die Pläne dem Fifa-Rat im März vor, scheiterte dort aber bisher mit seinem Vorhaben, weil er keine Angaben zum Ursprung des Geldes machen wollte. Es soll jedoch zu einem nicht unwesentlichen Teil aus Saudi-Arabien stammen.

Infantino sagte nun im "Blick"-Interview, die Vermarktungsagentur, die den Verkauf der Rechte an ein Unternehmen geregelt hätte und zu 51 Prozent in Besitz der Fifa gewesen wäre, "hätte nichts mit irgendwelchen Staaten zu tun". Woher das Geld dann kommen soll, sagte der Fifa-Präsident erneut nicht. Zuletzt hatte Infantino Saudi-Arabien als Gastgeber für die WM 2022 ins Gespräch gebracht.

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Kürzlich hatten der SPIEGEL und das EIC-Recherchenetzwerk zudem recherchiert, dass Infantino noch zu seiner Zeit als Uefa-Generalsekretär Manchester City und Paris Saint-Germain dabei half, die Regeln des Financial Fairplays zu umgehen.

jan



insgesamt 11 Beiträge
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bstendig 04.12.2018
1. Na ja, in der FIFA hat sich seit Sepp Blatter nichts geändert.
Vielleicht wäre es an der Zeit, da rauszugehen und einen neuen Verband zu gründen. Aber da tut sich der DFB wohl schwer - schließlich hat man ja auch seine Skandale noch nicht vollständig aufgeklärt. Gleichwohl - man sollte es trotzdem tun. Müssen die Fans sich eben auf den Vereinsfußball konzentrieren.
spon-1287218867247 04.12.2018
2. Vom Regen in die Traufe
Zitat von bstendigVielleicht wäre es an der Zeit, da rauszugehen und einen neuen Verband zu gründen. Aber da tut sich der DFB wohl schwer - schließlich hat man ja auch seine Skandale noch nicht vollständig aufgeklärt. Gleichwohl - man sollte es trotzdem tun. Müssen die Fans sich eben auf den Vereinsfußball konzentrieren.
Der Vereinsfußball ist ja auch nicht besser: Die, im Vergleich zu FIFA gleichermaßen schmierige UEFA dürfte kein Deut besser sein. Von den Bundesligavereinen ganz zu schweigen, die auch jede moralische Hemmschwelle nochmal reißen. Selbst auf der Ebene der Amateure wird munter herumgedealt. Da schanzt der DFB Generalsekretär seinem Schulfreund die Streamingrechte unzähliger Amateurspiele für 10 Jahre zu. Der Fußball ist, man kanns nicht anders sagen, von oben bis unten verdorben. Selbst auf den untersten (also wirklich untersten) drei Ligen spielen Spieler teilweise für Geld, das dann oft von einem einzelnen Mäzen kommt. Diese Wettbewerbsverzerrung tut dann auch den Nachbarvereinen selten gut. Wenn der Geldgeber dann keine Lust und oder Geld mehr hat, gehts wieder dahin mit der Truppe.
McTitus 04.12.2018
3. Das wird ja immer besser ...
... man stelle sich mal vor der Papst täte darüber sinnieren die katholische Kirche verkaufen zu wollen. Vollkommen abstrus... Das macht einfach Alles keinen Spass mehr.
schorri 04.12.2018
4. Seele zu verkaufen
Wenn auch die anständigen Fußball-Funktionäre rund um den Globus die Seele ihres Sports verkaufen wollen, müssen sie an Infantino festhalten. Wenn nicht, dann müssen sie ihn rausschmeißen. Und zwar asap.
schauaufsurbane 04.12.2018
5. Und das nach Blatter
Ich dachte nach Blatter kann es nur besser werden. Wie man sich irren kann. Es wurde noch viel schlimmer. Jetzt kann ich wenigsten sagen: "Nach Infantino kann es nicht schlimmer werden!" Aber man weiß nie was bei der FIFA noch für eine Person nachrückt.
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