Fifa hält an Präsident Infantino fest "Es gibt nichts, was ihn an der Erledigung seiner Pflichten hindert"

Trotz des Strafverfahrens gegen ihn wird Gianni Infantino sein Amt als Fifa-Präsident nicht ruhen lassen. Man sei überzeugt, dass er "nichts falsch gemacht" habe, erklärte der Fußball-Weltverband.
Gianni Infantino: "Er wird seinen Aufgaben innerhalb der Fifa weiter vollumfassend nachkommen"

Gianni Infantino: "Er wird seinen Aufgaben innerhalb der Fifa weiter vollumfassend nachkommen"

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Giuseppe Cacace/ AFP

Der Fußball-Weltverband Fifa hält trotz der Ermittlungen der Schweizer Staatsanwaltschaft an seinem Präsidenten Gianni Infantino fest. Das bestätigte ein Sprecher der Fifa dem SPIEGEL auf Anfrage. Zuvor hatte bereits die Nachrichtenagentur AP darüber berichtet.

"Der Fifa-Präsident ist Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens der Schweizer Staatsanwaltschaft, aber er wurde bis jetzt nicht angeklagt oder irgendetwas schuldig befunden", teilte die Fifa dem SPIEGEL mit. "Wie schon mehrfach gesagt, werden die Fifa und ihr Präsident weiterhin voll mit den Behörden kooperieren. Bis diese Untersuchungen abgeschlossen sind, gibt es nichts, was den Präsidenten an der Erledigung seiner Pflichten hindert. Er wird seinen Aufgaben innerhalb der Fifa weiter vollumfassend nachkommen."

Weiterhin sei die Fifa überzeugt, dass am Ende der laufenden Ermittlungen bestätigt würde, dass Infantino "nichts falsch gemacht" habe, als er seinen Pflichten nachgekommen sei und den Leiter der Bundesanwaltschaft getroffen habe.

Die Schweizer Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag ein Strafverfahren gegen Infantino eröffnet. Dabei geht es um geheime Treffen zwischen ihm und dem Leiter der Bundesanwaltschaft, Michael Lauber. Die geheimen und nicht protokollierten Treffen fanden 2016 und 2017 statt, während die Bundesanwaltschaft gegen die Fifa wegen Korruption ermittelte, unter anderem um die Vergaben der Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar. Im aktuellen Strafverfahren wegen der Treffen werden dem Fifa-Chef nun etwa Anstiftung zu Amtsmissbrauch und Verletzung von Amtsgeheimnissen vorgeworfen.

Laut dem eigenen Regelwerk hätte die Fifa Infantino nun für bis zu 90 Tage sperren können. So war es 2015 seinem Amtsvorgänger Sepp Blatter ergangen, und auch dem damaligen Chef des Europäischen Fußballverbands Uefa, Michel Platini. Die Artikel 83, 84 und 85 im Ethik-Code der Fifa  sehen bei Verstößen und schon bei Verdachtsmomenten entsprechende Sanktionen vor. Nun hat sich die Fifa aber offenbar anders entschieden.

Bundesanwalt Lauber hat wegen der Vorwürfe bereits seinen Rücktritt eingereicht, nachdem die Aufsichtsbehörde ihn wegen der Treffen bereits gerügt und ihm eine Verletzung seiner Amtspflichten und unwahre Aussagen vorgeworfen hatte. Er wies die Anschuldigungen zurück. Es soll aber auch gegen ihn ein Strafverfahren eröffnet werden, sobald seine Immunität aufgehoben ist.

ara
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