Korruptionsskandal Fifa sperrt Ex-Vizepräsident Warner lebenslang

Er ist einer der Hauptakteure im Fifa-Skandal: Ex-Vizepräsident Jack Warner. Die Ethikkommission des Fußballweltverbands hat den 72-Jährigen nun auf Lebenszeit gesperrt. Ein anderer Beschuldigter steht vor der Auslieferung in die USA.
Ex-Fifa-Vizepräsident Warner (r.): Lebenslange Sperre

Ex-Fifa-Vizepräsident Warner (r.): Lebenslange Sperre

Foto: ANDREA DE SILVA/ REUTERS

Die Ethikkommission der Fifa hat Jack Warner lebenslang gesperrt. Der frühere Vizepräsident des Fußballweltverbands habe in seiner Zeit als Funktionär eine Hauptrolle beim Anbieten, Annehmen und Akzeptieren von illegalen Zahlungen gespielt. Das teilte die Ethikkommission mit.

Die Entscheidung, die durch den deutschen Richter Hans-Joachim Eckert (München) als Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer verkündet wurde, sei auf Basis der Untersuchungen der WM-Vergaben 2018 (Russland) und 2022 (Katar) erfolgt. Chefermittler Cornel Borbély ermittelte seit Januar 2015 gegen den früheren Präsidenten des Kontinentalverbandes Concacaf (Nord- und Mittelamerika sowie Karibik), der in seinem Heimatland derzeit gegen eine Auslieferung in die USA kämpft.

Warner gehört dort zu den angezeigten Fifa-Funktionären, denen ein Strafverfahren droht. "Herr Warner hat kontinuierlich viele und verschieden Verfehlungen begangen", teilte die Kommission mit. Warners Name tauchte auch in der Strafanzeige gegen Fifa-Präsident Joseph Blatter auf. Dem Schweizer wird vorgeworfen, mit Warner, damals Präsident des karibischen Verbandes KFU, im Jahr 2005 einen für die Fifa ungünstigen Vertrag abgeschlossen zu haben.

Warners Auslieferung aus Trinidad und Tobago an die USA steht unmittelbar bevor. Dem 72-Jährigen droht wegen Geldwäsche, schwerer Korruption und bandenmäßiger Verschwörung eine lange Haftstrafe.

Uefa-Chef Michel Platini wurde am vergangenen Freitag von den Schweizer Behörden als Zeuge vernommen. Der Franzose verteidigte auch am Montag die Zahlung in Höhe von zwei Millionen Schweizer Franken durch Blatter. Die Ethikkommission ermittelt aktuell auch gegen Blatter und Platini und prüft eine Suspendierung der beiden Top-Funktionäre.

Der costa-ricanische Fußball-Funktionär Eduardo Li steht derweil kurz vor der Auslieferung der Schweiz an die USA. Das teilte das Bundesamt für Justiz (BJ) mit. Der frühere Präsident seines Heimatverbandes hat nun 30 Tage Zeit, die Bewilligung seiner Überstellung anzufechten. Li gehört zu den sieben Ende Mai in Zürich verhafteten Personen, die als Schlüsselfiguren in dem Korruptionsskandal gelten.

"Li wird vorgeworfen, beim Verkauf von Marketingrechten anlässlich der Qualifikationsspiele für die WM 2018 an eine US-amerikanische Sportvermarktungsfirma Bestechungsgelder angenommen zu haben", teilte das BJ mit. Dies sei auch in der Schweiz ein strafbaren Verhalten.

"Danach hat Li durch die Annahme von Bestechungsgeldern für die Vergabe von Sportmarketingverträgen den Wettbewerb massiv beeinflusst und den Markt für Medienrechte im Zusammenhang mit den WM-Qualifikationsspielen verfälscht", schrieb das BJ: "Andere Sportvermarktungsfirmen sind benachteiligt worden; zudem ist unter anderem der Fußballverband von Costa Rica daran gehindert worden, allenfalls günstigere Vermarktungsverträge auszuhandeln."

cte/aha/dpa/sid
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