Ex-Fifa-Vizepräsident Warner soll Erdbebenhilfe abgezweigt haben

Neue Vorwürfe gegen Jack Warner: Der Ex-Fifa-Funktionär soll sich aus Hilfen für die Opfer des Haiti-Erdbebens bereichert haben. US-Ermittler untersuchen laut BBC Zahlungen über 750.000 Dollar, die auf Warners Konto geflossen seien.
Warner: Ex-Fifa-Vizepräsident weist Vorwürfe zurück

Warner: Ex-Fifa-Vizepräsident weist Vorwürfe zurück

Foto: HO/ AFP

Er gilt als eine der Schlüsselfiguren im Korruptionsskandal der Fifa: Jack Warner, ehemaliger Vizepräsident des Weltverbands und Ex-Chef des amerikanischen Kontinentalverbands Concacaf. Laut US-Ermittlern soll Warner Bestechungsgelder für die Vergabe der Weltmeisterschaften 1998 und 2010 kassiert haben.

Nun gibt es weitere Vorwürfe: Laut dem britischen Sender BBC  soll Warner 750.000 Dollar aus einem Hilfsfonds für die Opfer des Haiti-Erdbebens 2010 abgezweigt haben. Bei der Naturkatastrophe starben mindestens 220.000 Menschen, 2,3 Millionen Haitianer wurden obdachlos.

Laut BBC werfen US-Ermittler dem 72-Jährigen vor, die Hilfsgelder von der Fifa und vom südkoreanischen Fußballverband gesammelt und auf eines seiner Konten transferiert zu haben. Das Geld habe Warner dann für seinen "persönlichen Gebrauch verwendet".

Wie die britische Zeitung "The Guardian"  berichtet, hatte sein Verband in Trinidad und Tobago (TTFF) schon im Jahr 2012 über den Missbrauch der Hilfsgelder geklagt. Warner habe damals alle Vorwürfe abgestritten und eine Verschwörung beklagt: "Wer eine Untersuchung will, soll eine Untersuchung machen." Die Fifa habe daraufhin die Zahlungen an den TTFF eingefroren.

Warner gehört zu den 14 Beschuldigten aus dem Umfeld der Fifa, gegen die in den USA Verfahren wegen Korruptionsverdachts laufen. Ende Mai musste er bereits eine Nacht in einem Gefängnis in Trinidad verbringen, wurde dann aber auf Kaution freigelassen.

Der Justizminister von Trinidad und Tobago, Prakash Ramadhar, erhöhte am Montag den Druck auf Warner, sich in den USA den Behörden zu stellen: "Wir fordern Jack Warner auf, uns von diesem Wahnsinn, den er über uns gebracht hat, zu befreien", sagte Ramadhar.

cte
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