Fifa-Korruptionsskandal Chung will Blatter verklagen

Er will Fifa-Präsident werden und attackiert den Amtsinhaber: Der Südkoreaner Chung Mong-Joon droht Joseph Blatter mit einer Klage wegen Veruntreuung. Der Schweizer sei ein "Heuchler und Lügner".
Fifa-Kandidat Chung: Wirft Blatter "heimlichtuerische Geschäftsführung" vor.

Fifa-Kandidat Chung: Wirft Blatter "heimlichtuerische Geschäftsführung" vor.

Foto: Tom Dulat/ Getty Images

Fifa-Präsidentschaftskandidat Chung Mong-Joon hat juristische Schritte gegen Joseph Blatter angekündigt. Er wolle den Fifa-Chef "wegen Unterschlagung und Veruntreuung vor Gericht verklagen", sagte der Südkoreaner in London. Begründung: Blatter gebe sein Gehalt nicht preis und betreibe "eine heimlichtuerische Geschäftsführung".

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte Ende September ein Strafverfahren gegen den Chef des Fußball-Weltverbandes wegen des Verdachts der "ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie - eventualiter - wegen Veruntreuung" eingeleitet. "Die Fifa hat sich zu einer korrupten Organisation, die den Interessen von einigen wenigen dient, entwickelt", kritisierte Milliardär Chung. Er bezeichnete Blatter als "Heuchler und Lügner".

Chung gilt als einer der reichsten Männer Südkoreas. Sein Vater gründete einst den Hyundai-Konzern. Am Dienstag hatte Chung bei einer Pressekonferenz in Seoul mitgeteilt, dass er mit einer Sperre durch die Ethikkommission der Fifa rechne. Damit würde er aus dem Rennen um die Nachfolge von Amtsinhaber Blatter ausscheiden.

Blatter will sein Amt am 26. Februar 2016 aufgeben. Bis zum 26. Oktober müssen Kandidaten ihre Bewerbung einreichen und die Unterstützung von mindestens fünf nationalen Verbänden vorlegen. Neben Chung kandidieren der Uefa-Präsident Michel Platini, der wegen einer Millionenzahlung von Blatter in der Kritik steht, und Prinz Ali Bin Al Hussein aus Jordanien. Die Bewerbungsfrist endet am 26. Oktober.

Chung werden Verstöße im Zusammenhang mit Südkoreas gescheiterter Bewerbung für die WM 2022 vorgeworfen. Seinen Angaben zufolge, wurde der Fall 2010 zu den Akten gelegt und erst nach seiner Kandidatur für das Fifa-Spitzenamt neu aufgerollt. Chung war bis 2011 auch Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees.

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cte/dpa