Fifa-Korruptionsskandal Chung will Blatter verklagen

Er will Fifa-Präsident werden und attackiert den Amtsinhaber: Der Südkoreaner Chung Mong-Joon droht Joseph Blatter mit einer Klage wegen Veruntreuung. Der Schweizer sei ein "Heuchler und Lügner".

Fifa-Kandidat Chung: Wirft Blatter "heimlichtuerische Geschäftsführung" vor.
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Fifa-Kandidat Chung: Wirft Blatter "heimlichtuerische Geschäftsführung" vor.


Fifa-Präsidentschaftskandidat Chung Mong-Joon hat juristische Schritte gegen Joseph Blatter angekündigt. Er wolle den Fifa-Chef "wegen Unterschlagung und Veruntreuung vor Gericht verklagen", sagte der Südkoreaner in London. Begründung: Blatter gebe sein Gehalt nicht preis und betreibe "eine heimlichtuerische Geschäftsführung".

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte Ende September ein Strafverfahren gegen den Chef des Fußball-Weltverbandes wegen des Verdachts der "ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie - eventualiter - wegen Veruntreuung" eingeleitet. "Die Fifa hat sich zu einer korrupten Organisation, die den Interessen von einigen wenigen dient, entwickelt", kritisierte Milliardär Chung. Er bezeichnete Blatter als "Heuchler und Lügner".

Chung gilt als einer der reichsten Männer Südkoreas. Sein Vater gründete einst den Hyundai-Konzern. Am Dienstag hatte Chung bei einer Pressekonferenz in Seoul mitgeteilt, dass er mit einer Sperre durch die Ethikkommission der Fifa rechne. Damit würde er aus dem Rennen um die Nachfolge von Amtsinhaber Blatter ausscheiden.

Blatter will sein Amt am 26. Februar 2016 aufgeben. Bis zum 26. Oktober müssen Kandidaten ihre Bewerbung einreichen und die Unterstützung von mindestens fünf nationalen Verbänden vorlegen. Neben Chung kandidieren der Uefa-Präsident Michel Platini, der wegen einer Millionenzahlung von Blatter in der Kritik steht, und Prinz Ali Bin Al Hussein aus Jordanien. Die Bewerbungsfrist endet am 26. Oktober.

Chung werden Verstöße im Zusammenhang mit Südkoreas gescheiterter Bewerbung für die WM 2022 vorgeworfen. Seinen Angaben zufolge, wurde der Fall 2010 zu den Akten gelegt und erst nach seiner Kandidatur für das Fifa-Spitzenamt neu aufgerollt. Chung war bis 2011 auch Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees.

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Die Pattex-Chefs: Blatter, Honecker, Matthäus

cte/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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qewr 07.10.2015
1. Wer hat noch nicht?
Wer will noch mal auf Blatter eindreschen? Jetzt getrauen sich alle, aus ihren Löchern zu kriechen, nachdem von Blatter wohl kein Vorteil welcher Art auch immer zu erwarten ist.
simon.meister6 07.10.2015
2.
Chung Mong-Joon war von 1994 bis 2011 im FIFA Exekutivkomitee. In dieser Zeit wurden 5 Fussballweltmeisterschaften abgehalten und Entscheide für zukünftige Weltmeisterschaften gefällt. Weiter wählt nicht Blatter und die FIFA die Exektuivmitglieder, sondern die Kontinentalverbände. Es stellen sich mir mehrere Fragen: Die Kontinentalverbände schicken korrupte Leute zur Fifa, die dann dort korrupt sind. Warum ermittelt die US-amerikansiche Justizbehörde nicht geben die Kontinentalverbände. Die UEFA mit Platini (der für Katar gestimmt hat), müsste man besonders unter die Lupe nehmen. Alleine die CL setzt über 2 Milliarden um jedes Jahr. In den verschiedenen europ. Leagen werden Fantasiepreise für Fussballer bezahlt. Alles korruptionsfrei? Und warum hat Chung die Korruption nicht schon während seiner Amtszeit bekämpft. Erst jetzt, wo er selber an die Spitze will, ist er plötzlich Vorbild. Im übrigen gibt es bei jeder WM Mauscheleien und Gerüchte. Abschliessend hätte ich gerne, dass mir jemand erklärt warum sich der Herr Niersbach und der DFB gegen das Reformpaket der FIFA 2013 gesperrt hat. Läuft hier wieder das alte Spiel: Einer wird gebraten, damit die anderen ihren Drecksgeschäften nun mit einem noch viel besseren Gewissen nachgehen können?
THINK 07.10.2015
3.
Irgendwie erinnert die FIFA doch sehr stark an eine Mafia-Organisation. Der Unterschied scheint nur darin zu liegen, dass Nachfolgekämpfe nicht mit Maschinenpistolen ausgefochten werden.
maigretto 07.10.2015
4. Lothar Matthäus
An Lothar Matthäus hat es nicht gelegen, dass man damals frühzeitig gescheitert ist. Aber Mathäus-Bashing ist ja in. Weiter so!
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