Fußball-Weltverband Fifa klagt gegen Blatter und Platini

1,8 Millionen Euro hatte Joseph Blatter in seiner Funktion als Fifa-Präsident an den damaligen Uefa-Präsidenten Michel Platini gezahlt. Seit Jahren fordert die Fifa das Geld zurück - nun erhöht sie den Druck.
Joseph Blatter und Michel Platini waren die mächtigsten Funktionäre im Weltfußball (Archivbild)

Joseph Blatter und Michel Platini waren die mächtigsten Funktionäre im Weltfußball (Archivbild)

Foto: Fabrice Coffrini / AFP

Die Fifa hat bei einem Schweizer Gericht Klage gegen ihren ehemaligen Präsidenten Joseph Blatter und den ehemaligen Vizepräsidenten Michel Platini eingereicht. Das gab der Fußball-Weltverband bekannt und erklärte, der Schritt erfolge auf Empfehlung des Governance Komitees. Es geht um die Rückforderung von zwei Millionen Schweizer Franken (gut 1,8 Millionen Euro), die während der Amtszeit von Blatter an den damaligen Uefa-Boss Platini gezahlt worden waren.

In ihrem Statement gab die Fifa an, sie sehe sich "verpflichtet, Zahlungen, die unrechtmäßig von einem Funktionär an den anderen geleistet wurden, zurückzuerlangen". Sie verwies darauf, dass das Schweizerische Bundesgericht die Zahlungen als "unzulässig" eingestuft habe.

Die Zahlung war im Februar 2011 erfolgt. Blatter und Platini beharrten auf ihre Rechtmäßigkeit und bezeichneten sie als eine verspätete Honorarzahlung für Beratertätigkeiten des Franzosen. Es habe einen mündlichen Vertrag gegeben, argumentierten sie. Die Ethikkommission der Fifa hatte die Erklärung als unzureichend abgelehnt und die Zahlung als unzulässig eingestuft.

Platini verweigert Zahlungen

Eine Rückzahlung hatte Platini stets verweigert. Auch die Strafen, die der Internationale Sportgerichtshof CAS von 80.000 Franken (73.000 Euro) auf 60.000 Franken (knapp 55.000 Euro) reduziert hatte, soll er laut Fifa nicht bezahlt haben - genau wie die Gerichtskosten in Höhe von 22.000 Franken (20.000 Euro).

Im Dezember 2015 hatte die Fifa Blatter und Platini für acht Jahre gesperrt. Diese Sperren wurden im Februar des Folgejahres auf sechs Jahre reduziert. Platinis Ausschluss wurde später auf vier Jahre reduziert, gleichzeitig gab er seinen Rücktritt als Uefa-Präsident bekannt. Diese Sperre ist mittlerweile abgelaufen.

Zuvor war Platini als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge Blatters als Präsident des Weltverbands gehandelt worden. Nach dem Ausschluss Platinis wurde sein ehemaliger enger Vertrauter Gianni Infantino Fifa-Boss.

tip/Reuters
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