Fifa-Korruptionsvorwürfe Blatter entlastet, Rivale suspendiert

Fifa-Boss Joseph Blatter muss in der Korruptionsaffäre keine Konsequenzen fürchten. Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes konnte kein Vergehen des Schweizers erkennen. Sein Kontrahent Mohammed bin Hammam und Vizepräsident Jack Warner wurden hingegen bestraft.

Fifa-Präsident Blatter: Keine Konsequenzen nach den Anschuldigungen
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Fifa-Präsident Blatter: Keine Konsequenzen nach den Anschuldigungen


Hamburg - Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes Fifa hat die Exekutivkomitee-Mitglieder Mohammed bin Hammam und Jack Warner wegen des Verdachts der Korruption vorläufig suspendiert. Die beiden Spitzenfunktionäre sollen gegen den Ethikcode verstoßen haben, indem sie beim Treffen der Karibischen Fußball-Union am 10. und 11. Mai versucht haben sollen, für die Wahl bin Hammams zum Fifa-Präsidenten Stimmen zu kaufen.

"Die Suspendierung ist bedauerlich, aber so ist die Fifa", schrieb bin Hammam am späten Sonntagabend auf seiner Internetseite: "Für mich hätte die Unschuldsvermutung gelten müssen, stattdessen bin ich von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen worden." Und weiter: "Ich hatte immer den Eindruck, dass die Ethikkommission ein absolut unabhängiges Gremium sei. Aber in der Pressekonferenz heute haben wir gesehen, dass der Generalsekretär verdeutlicht hat, dass er derjenige ist, der dieses Komitee beeinflusst."

Auch Vizepräsident Warner äußerte sich zu den Inhalten der Anhörung, die seiner Meinung nach parteiisch gewesen sei. Er habe von einer Blatter-Spende in Höhe von einer Million US-Dollar an den Concacaf-Verband berichtet. Diese Spende hätte Uefa-Präsident Michel Platini, der auch im Fifa-Exekutivkomitee sitzt, verärgert, da es keine Erlaubnis des Fifa-Finanzkomitees gegeben habe, so der 68-Jährige weiter. Warner ist Präsident des Concacaf, dem Verband für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik.

Bin Hammam hatte in der Nacht zum Sonntag seine Kandidatur für die Wahl am Mittwoch überraschend zurückgezogen. Abzuwarten bleibt, was nun aus Warners Drohung wird. Er hatte vor der Sitzung der Ethikkommission brisante Enthüllungen angekündigt und gesagt: "In den nächsten Tagen wird man einen Fußball-Tsunami erleben, der die Fifa und die Welt treffen und schockieren wird."

Der ebenfalls zur Anhörung geladene Fifa-Präsident Joseph Blatter blieb ohne Sanktion. Die Kommission unter Vorsitz des Namibiers Petrus Damaseb kam zu dem Schluss, dass bei dem Schweizer nicht von einem Vergehen auszugehen sei. Der 75-Jährige, der am Mittwoch in Zürich für eine vierte Amtszeit als Fifa-Chef kandidiert und jetzt keinen Gegenkandidaten mehr hat, war von bin Hammam beschuldigt worden, von dem Korruptionsvorwurf gewusst, ihn aber nicht angezeigt zu haben.

Mit Blick auf die wegen der Vorwürfe gegen Blatter zuletzt immer häufiger vorgetragene Forderung, die Präsidentenwahl zu einem späteren Zeitpunkt abzuhalten, sagte Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke: "Es gibt keinen Grund, die Wahl zu verschieben. Die Anschuldigungen gegen Herrn Blatter wurden nicht aufrechterhalten."

ham/dpa/AP



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
curtisnewton 29.05.2011
1. Ein Blatter macht sich die Hände nicht schmutzig.
Zitat von sysopFifa-Boss Joseph Blatter muss in der Korruptionsaffäre keine Konsequenzen fürchten. Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes konnte kein Vergehen des Schweizers erkennen. Sein Kontrahent Mohammed bin Hammam und Vizepräsident Jack Warner wurden hingegen bestraft. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,765566,00.html
Da werden seine Anwälte schon frühzeitig bei Verhandlungen drauf achten, daß dem feinen Herrn Blatter nichts nachzuweisen ist. Das erledigen schon andere. Das Satire-Magazin Titanic hat Herrn Blatter ja auch mal korrupt genannt - postwendend Antwort der Blatter-Anwälte. Gar nicht erst eine Diskussion über Korruption in der FIFA aufkommen lassen ist die Devise von Herrn Blatter.
e-ding 29.05.2011
2. ...
Schon wieder eine Ethikkommission? Die gibts ja mittlerweile wie Sand am Meer. Um Leute, die sich dieses Label selbst verpassen, mache ich i.d.R. einen großen Bogen und bin bisher ganz gut damit gefahren.
Hador, 29.05.2011
3.
Zitat von curtisnewtonDa werden seine Anwälte schon frühzeitig bei Verhandlungen drauf achten, daß dem feinen Herrn Blatter nichts nachzuweisen ist. Das erledigen schon andere. Das Satire-Magazin Titanic hat Herrn Blatter ja auch mal korrupt genannt - postwendend Antwort der Blatter-Anwälte. Gar nicht erst eine Diskussion über Korruption in der FIFA aufkommen lassen ist die Devise von Herrn Blatter.
Vor etwas mehr als einem Jahr haben sich hochrangige FIFA-Funktionäre für 5.5 Millionen Franken bei der schweizer Justiz vom Vorwurf der Bestechlichkeit freigekauft. Im Gegenzug für die Zahlung blieben auch die Namen der Funktionäre geheim. Offiziell gilt solch ein Deal nicht als Schuldeingeständnis, aber praktisch sollte jedem klar sein, dass ein unschuldiger nicht Millionen von Franken zahlt um sich freizukaufen. Blatter selbst war damals wohl nicht unter den Angeklagten, aber wenn wirklich ein Wille da wäre, dann könnte man wohl auch ihm Korruption nachweisen. Letztendlich ist das Problem aber, dass am korrupten System der FIFA alle Beteiligten gut verdienen: Die Funktionäre, die Verbände, die Wirtschaft und auch die Schweiz. Gegen diese unheilige Allianz wird es kaum möglich sein etwas auszurichten....
n.holgerson 29.05.2011
4. Da werden die Verschwörungsjungs hier aber heulen
Seit Jahren erzählen sie hier eine "Geschichte" nach der anderen.... Und seit Jahren bleibt von dem ganzen Quark rein gar nichts übrig... Jetzt kann man sich wieder beruhigt zurück lehnen. Die Verschwörungsjungs werden jetzt zum x mal beginnen sich gegenseitig ihre "Geschichten" zu präsentieren.... Ja ich weiß, ich gehöre nicht zu den erlauchten Kreis der Eingeweihten hier.... Aber ich habe dafür immer meinen Spaß. Da erzählen die Verschwärungsjungs jahrelang den gleichen Quark, nie wird was bewiesen,... aber sie machen immer schön weiter... Mal sehen wann der erste mal wieder von den "dunklen Hintermännern" berichtet...
Backslider 29.05.2011
5. Fifa
Fifa = Mafia / Blatter = der Pate Wer was anderes behauptet ist gekauft oder von einem anderen Planeten. Die Fifa ist halt mal eine durch und durch korrupte Bande und der Blatter ist der Guru von dem Haufen! Also mich kotzt das an.....
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