Fifa-Korruptionsvorwürfe Vizepräsident kündigt brisante Enthüllungen an

Neues Kapitel im Korruptionsskandal: Kurz vor seiner Anhörung vor der Ethikkommission des Weltverbands kündigte Vizepräsident Jack Warner einen "Fußball-Tsunami" an. Auch die Fifa-Präsidentschaftskandidaten Joseph Blatter und Mohamed Bin Hammam stehen unter Verdacht.

Fifa-Vizepräsident Warner: Vorwurf der Bestechung
REUTERS

Fifa-Vizepräsident Warner: Vorwurf der Bestechung


Hamburg - Fifa-Vizepräsident Jack Warner hat dem Fußball-Weltverband brisante Enthüllungen angedroht. "In den nächsten Tagen wird man einen Fußball-Tsunami erleben, der die Fifa und die Welt treffen und schockieren wird", sagte der 68-jährige Präsident des Kontinentalverbandes Nord- und Mittelamerika. Warner muss sich am Sonntag wegen Bestechungsvorwürfen vor der Fifa-Ethikkommission verantworten. "Die Zeit ist gekommen, dass ich aufhören muss, mich totzustellen", sagte Warner vor seiner Abreise nach Zürich und bekräftige seine Unschuld: "Ich habe nichts falsch gemacht."

Warner wird vorgeworfen, er habe im Zuge der anstehenden Fifa-Präsidentschaftswahl gemeinsam mit Kandidat Mohammed Bin Hammam versucht, Stimmen karibischer Funktionäre zu kaufen, um Bin Hammams Wahlchancen zu erhöhen. Gegen den Katarer und Warner wurde daher ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Bin Hammam wird zudem vorgeworfen, im Vorfeld der Vergabe der WM 2022 an sein Heimatland möglicherweise stimmberechtigte Funktionäre bestochen zu haben. Am Mittwoch sollen die 208 Mitgliedsverbände des Weltverbands einen neuen Präsidenten wählen.

Auch gegen den eigenen Chef und Amtsinhaber Joseph Blatter ermittelt die Fifa. Der Schweizer soll laut Bin Hammam von angeblichen Zahlungen an Fifa-Mitglieder gewusst, aber nichts dagegen unternommen haben. Daher muss sich auch Blatter am Sonntag vor der Ethikkommission erklären. Das Champions-League-Finale zwischen dem FC Barcelona und Manchester United einen Tag zuvor wird Blatter nicht live im Londoner Wembley-Stadion verfolgen, wie sein Berater Brian Alexander kurzfristig mitteilte. Normalerweise nimmt Blatter stets als Tribünengast am Endspiel der Königsklasse teil.

Wegen der Korruptionsvorwürfe rund um die Präsidentenwahl soll sich der britische Premierminister David Cameron nach Informationen der englischen Zeitung "The Times" für eine Verschiebung der Wahlen ausgesprochen haben. Die Briten sind seit der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar nicht gut auf die Fifa zu sprechen. Auch England hatte sich um die Austragung 2018 beworben. Der englische Fußball-Verband FA will sich aufgrund der Bestechungsvorwürfe bei der Präsidentenwahl demonstrativ enthalten. "Die zuletzt aufgekommenen Themen machen es aus Sicht der FA äußerst schwierig, einen der Kandidaten zu unterstützen", teilte der Verband mit.

ham/sid/dpa



insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
steamiron 28.05.2011
1. .
Zitat von sysopNeues Kapitel im Korruptionsskandal: Kurz vor seiner Anhörung vor der Ethikkommission des Weltverbandes kündigte Vizepräsident Jack Warner einen "Fußball-Tsunami" an. Auch die Fifa-Präsidentschaftskandidaten Joseph Blatter und Mohamed bin Hammam stehen unter Verdacht. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,765490,00.html
Der Warner sollte aufpassen, sonst ergeht es ihm wie D. Strauss- Kahn.
unifersahlscheni 28.05.2011
2. ...
...das Ende wird sein: Die WM findet in Deutschland statt...! ;---)
CitizenTM 28.05.2011
3. Dfb
Sollte es zu diesen Wahlen kommen kann man sich nur wünschen, daß der DFB dem Beispiel der FA folgt. Ist allerdings schwer vorstellbar. Theo Zwanziger wird einen auf ANGEL MERKEL machen und sich versuchen mit allen gut zu stellen. Ganz peinliche Nummer, unser Theo. Mann wünschte sich Beckenbauer würde für die FIFA kandidieren. Ein integrer Mann. Die UEFA sollte geschlossen aus der FIFA austreten. Das bringt zwar die WM 14 in Gefahr. Allerdings wird man bei der FIFA schnell einsehen, dass man ohne die UEFA nicht weiter kommt. Es ist ein Unding, dass bei der FIFA 208 Verbände - vom Kongo bis Kirgisistan - eine völlig falsch gemeinte Basis Demokratie praktizieren. Bin für Demokratie, aber das FIFA Systzem lädt zur Bestechung und Selbstbedienung ja quasi ein.
Roßtäuscher 28.05.2011
4. Die 3 Heiligen der Fifa
Zitat von sysopNeues Kapitel im Korruptionsskandal: Kurz vor seiner Anhörung vor der Ethikkommission des Weltverbandes kündigte Vizepräsident Jack Warner einen "Fußball-Tsunami" an. Auch die Fifa-Präsidentschaftskandidaten Joseph Blatter und Mohamed bin Hammam stehen unter Verdacht. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,765490,00.html
Es ist schön zu beobachten, wie sich die drei Herrschaften gegenseitig Bestechlichkeit vorwerfen. Wogegen sicher kein Außenstehender bereit wäre, auch nur für einen die Hand ins Feuer zu halten. Am besten, keiner der Saubermänner kommt überhaupt jemals wieder zum Zug und ist gefeuert. Dass es seit Jahren bei der Fifa Mißstände gibt ist hinreichend bekannt. Am Munkeln ist bekanntlich immer das Quäntchen Wahrheit dabei. Aber was jetzt bei der Vergabe mit Russland und Katar abgelaufen ist, kann man an Dreistigkeit nicht mehr überbieten. Jetzt müsste man wieder die Vorurteile gegen Russen und Araber auspacken. Das Olympische Komittee ist keinen Deut besser, was hat man sich da insgesamt für Ehrenmänner in die Sippschaft geholt.
Koppsi 28.05.2011
5. Lächerlich
Es ist doch letztendlich egal ob Frau Trudelhüppadrö aus Oberhinterdribbdebuchenbach, oder der falsche Fuffzger aus Hibbdeunterwindischeschenbach, oder Sahib Müller-Mayer-Drüsenschild aus Bergenkirchelsendorf für die FIFA tätig und entscheidungsbefugt sind. KORRUPT ist doch anscheinend nen Anforderungsprofil? An "sauberen Sport" glauben doch nur noch Psychos!
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