DFB-Boss Niersbach zur Fifa-Krise "Schwerer Rucksack" für Platini

Joseph Blatter und Michel Platini sind suspendiert - und wie reagiert der DFB? Präsident Niersbach wählte deutliche Worte in Richtung des Fifa-Bosses. Und wurde deutlich unkonkreter, als es um den Uefa-Chef ging.

DFB-Präsident Niersbach (l.), Uefa-Präsident Platini: Wir müssen die neue Situation bedenken
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DFB-Präsident Niersbach (l.), Uefa-Präsident Platini: Wir müssen die neue Situation bedenken


Bisher standen DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Uefa-Boss Michel Platini fest zusammen, doch nach der vorläufigen Sperre für den Franzosen bröckelt die Unterstützung ein wenig: "Vor 14 Tagen war noch alles klar. Er hatte über 100 Unterstützer, auch den DFB. Wir müssen die neue Situation bedenken", sagte Niersbach.

Bislang galt Niersbach als Nachfolgekandidat für Platini im europäischen Verband, falls dieser Fifa-Chef würde. Der Deutsche sprach von einem "schweren Rucksack" für Platini, die Frage nach einem möglichen Rücktritt des Franzosen müsse dieser allerdings "in allererster Linie selber beantworten". Niersbach habe eine Dringlichkeitssitzung der Uefa-Spitze für kommende Woche angeregt sowie wie ein "schnellstmögliches" Treffen der Fifa-Exekutive.

Hinsichtlich der Suspendierung von Fifa-Boss Joseph Blatter wurde Niersbach deutlicher: "Die Zukunft kann nur gestaltet werden ohne den bisherigen Präsidenten, ohne Sepp Blatter", sagte Niersbach (in diesem Audio-Beitrag der "Sportschau" können Sie das Niersbach-Statement nachhören): "Was heute passiert ist, ist der absolute Super-Gau. An der wichtigsten Stelle des Weltfußballs haben wir nun Führungslosigkeit. Da ist der absolute Tiefpunkt gekommen."

Fifa-Boss Blatter und Uefa-Präsident Platini waren am Donnerstagmittag von der Fifa für 90 Tage gesperrt worden. Hintergrund sind die Ermittlungen der schweizerischen Bundesanwaltschaft im Zusammenhang mit einer dubiosen Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken durch die Fifa an Platini. Beide Funktionäre sind für die Dauer der Suspendierung von der Teilnahme an allen nationalen und internationalen Fußballaktivitäten ausgeschlossen.

bka/sid/dpa



insgesamt 16 Beiträge
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lilelile 08.10.2015
1. Niersbach
der *geborene* Funktionär (der schafft es einen Pudding an die Wand zu nageln).
volkerrachow 08.10.2015
2. Niersbach muss aufpassen
wie er weiter vorgeht. Dieses blinde Unterstützen der korrupten Meute aus lauter Gier auf den Uefa-Posten wird ihn in den Strudel hinein reissen. vielleicht zu recht.
ddnomad 08.10.2015
3.
der DFB ist genauso korrupt wie die FIFA. Eine reine Lobbygesellschaft.
charlybird 08.10.2015
4. Niersbach sollte sich selbst mal fragen,
warum das Konstrukt FIFA, UEFA permanent mit Korruption und intransparenten Vorfällen in den Schlagzeilen stand. Die nationalen Verbände, vor allem auch der DFB, haben da begleitend in etwa eine Stellung zu bezogen, die ich als Zustimmung, zumindest aber Duldung interpretieren würde. Die Gründe für dieses Verhalten bieten genügend Raum für weitere Spekulationen. In jedem Fall ist der Fußball-Zirkus ein Goldesel geworden, der innerhalb der Entourage der `politischen` Verwalter zu merkwürdigen `Diplomatessen` geführt hat - das Tier soll schließlich weiter sch….ßen - den man nur noch mit viel Humor zur Kenntnis nehmen kann. Ich freue mich aber schon auf die babbeligen Laudationes, wenn demnächst den entsprechenden `Ehrenamtlichen` ihre außerordentlichen Verdienste für den Fußball vorgebetet werden. Aber er, Niersbach, hat erkannt, der Wind weht durchaus mal aus einer anderen Richtung. Nicht umsonst trägt der Mann Krawattennadeln. :-)
Michael200669 08.10.2015
5.
Schießt endlich den Niersbach ab. Der ist einfach nur noch peinlich.
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