Fifa Noch mehr Macht für Blatter

Der im Mai wiedergewählte Fifa-Präsident Joseph Blatter will seine Position im Fußball-Weltverband weiter stärken. Die Kompetenzen des in der Vergangenheit häufig renitenten Exekutivkomitees sollen erheblich eingeschränkt werden.


Sepp Blatter: Der mächtigste Mann im Weltfußball wird noch mächtiger
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Sepp Blatter: Der mächtigste Mann im Weltfußball wird noch mächtiger

Zürich - Blatter stellte am Dienstag nach einer zweitägigen Sitzung des Fifa-Exekutivkomitees die neue Struktur im Fußball-Weltverband vor. Angeblich hat das Exekutivkomitee das Fünf-Punkte-Programm des Schweizers abgesegnet.

"Wir haben in der Vergangenheit das Fairplay vergessen und sind in den Krieg gezogen. Der ist jetzt beigelegt", sagte Blatter. DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder wurde mit dem Vorsitz der Kommission betraut, die Lösungen für die Probleme der zunehmenden Verschuldung im Profifußball und der übermäßigen TV-Präsenz erarbeiten soll.

Alle zentralen Positionen in der Fifa sind derzeit mit Vertrauten Blatters besetzt. Das gilt auch für das Exekutivkomitee: So sind Gegner des Schweizers ausgeschieden und durch Blatter-Befürworter ersetzt worden. Dazu zählt auch Mayer-Vorfelder, der nach vierjähriger Abstinenz wieder dem künftigen Abnickgremium angehört.

Machtverlust für das Exekutivkomitee

Denn dem vormals einflussreichen Exekutivkomitee soll in Zukunft nur noch eine beratende Funktion zukommen, während der Präsident die Richtlinien vorgibt und die Politik bestimmt. Die Beschlüsse zur Fifa-Reform sollen endgültig auf dem Kongress im Oktober 2003 in Katar abgesegnet werden.

Blatter reagierte mit der Neustrukturierung auf die Grabenkämpfe im Vorfeld des Fifa-Kongresses in Seoul Ende Mai. Der ehemalige Generalsekretär Michel Zen-Ruffinen, der von Blatter zum Rücktritt gedrängt wurde, und etliche Mitglieder des Exekutivkomitees hatten Blatters Führungsstil kritisiert. Sogar eine Klage gegen den Eidgenossen war auf den Weg gebracht worden, nach dessen Wiederwahl jedoch zurückgenommen worden.



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