Phantomtor Blatter lobt DFB-Urteil und fordert Torlinientechnologie

"Besser früher als später": Fifa-Präsident Joseph Blatter fordert nach dem Phantomtreffer von Stefan Kießling die Einführung moderner Hilfsmittel wie der Torlinientechnologie. Die Entscheidung, die Partie nicht zu wiederholen, sei aber das einzig richtige Urteil gewesen.

Fifa-Boss Blatter: "Das einzig vernünftige Urteil"
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Fifa-Boss Blatter: "Das einzig vernünftige Urteil"


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Hamburg - Joseph Blatter ist nicht in erster Linie für seinen Hang zur Modernität bekannt. Der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa tat sich vielmehr lange als Gegner der Einführung von Videobeweis, Torlinientechnik und Co. hervor. Seit dem 27. Juni 2010 ist das anders, seit dem nicht gegebenen Treffer von Frank Lampard im WM-Achtelfinale zwischen Deutschland und England (4:1). Das schreibt Blatter in seiner Kolumne im Fifa-Magazin "The Weekly" - und fordert die schnellstmögliche Einführung technischer Hilfsmittel.

Damals wie auch noch heute galt die Tatsachenentscheidung - das bekam jüngst 1899 Hoffenheim zu spüren. Die vieldiskutierte Entscheidung des DFB-Sportgerichts, das Spiel von Hoffenheim gegen Bayer Leverkusen (1:2) trotz des irregulären Treffers von Kießling nicht zu wiederholen, lobte Blatter in seiner Kolumne als "einzig vernünftiges Urteil", doch nun müsse man aktiv werden: "Alle großen Ligen und Wettbewerbe haben jetzt die Verantwortung, Torlinientechnologie einzuführen, besser früher als später."

Wäre Hoffenheims Einspruch gegen die Wertung der Partie stattgegeben worden, hätte dies "unvorhersehbare Konsequenzen" gehabt, so Blatter. Jede Schiedsrichter-Tatsachenentscheidung hätte demnach nach einem Spiel in Frage gestellt werden können.

luk/dpa

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erhu 01.11.2013
1. Verfälschung!
Dieser riesengrosse Fehlentscheid kann die Meisterschaft und die Torschützenliste verfälschen, oder sogar die falsche Mannschaft in die Champions League hieven. Ist das Sport? Von Fairness nicht zu sprechen. Es gibt nur eine Lösung, nicht nur die Torkamera sondern der Videobeweis MUSS sofort kommen, damit nicht noch mehr Hoffenheims ungerechtfertigt Punkte verlieren.
rhett66 01.11.2013
2.
Um Hoffenheim ist es zwar nicht schade, aber ich verstehe nicht, warum nicht ein Schiedsrichter auch mal eine Entscheidung zurücknehmen kann. Er hatte doch selbst allergrößte Zweifel. Nur weil er vorher das Tor gegeben hatte, kann er doch nach 1 Minute Überlegen - die wird ja dann nachgespielt - seine "Entscheidung" auch mal revidieren. Schiedsrichter können sowas aber scheinbar grundsätzlich nicht.
spon-facebook-1214650093 01.11.2013
3.
Zitat von erhuDieser riesengrosse Fehlentscheid kann die Meisterschaft und die Torschützenliste verfälschen, oder sogar die falsche Mannschaft in die Champions League hieven. Ist das Sport? Von Fairness nicht zu sprechen. Es gibt nur eine Lösung, nicht nur die Torkamera sondern der Videobeweis MUSS sofort kommen, damit nicht noch mehr Hoffenheims ungerechtfertigt Punkte verlieren.
Jedes Tor, das aus einer Abseitsstellung und jede Schwalbe, die zu einem Elfmeter führt, können ebenfalls die Meisterschaft und die Torschützenliste verfälschen. Da werden aber keine Spiele wiederholt. So ist es nur folgerichtig, daß das Hoffenheim-Spiel nicht wiederholt wurde.
Oktay G. 01.11.2013
4. Einsicht!
Das vernünftigste und fairste Urteil in dieser Sache wäre gewesen, das Spiel ab der 70. Minute beim Spielstand von 1:0 für Leverkusen, also die letzten 20 Minuten des Spiels zu wiederholen, wie von Rudi Völler mehrmals zur Sprache gebracht wurde. Bei einem Phantomtor von einer Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters zu argumentieren, beleidigt alleine nicht nur die Vernunft im gesamten Fussballsport. Traurig, aber wahr.
sitiwati 01.11.2013
5. versteh
das nicht, hätte das Netz kein Loch gehabt, wäre der Ball nicht ins Tor gegangen, ich dachte immer, die Tore/Netze werden vor dem Spiel geprüft !?
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