Fifa-Präsident  DFB-Boss Niersbach macht sich für Platini stark

Der Gegenwind für Fifa-Boss Joseph Blatter wird stärker. Nun hat sich auch Wolfgang Niersbach positioniert. Der DFB-Präsident favorisiert Uefa-Chef Michel Platini als neuen Präsidenten des Fußball-Weltverbandes.

Uefa-Boss Platini (l.), Niersbach: "Ich halte ihn für den geeignetsten"
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Uefa-Boss Platini (l.), Niersbach: "Ich halte ihn für den geeignetsten"


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Hamburg - DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat sich gegen eine erneute Kandidatur von Fifa-Boss Joseph Blatter ausgesprochen. Als Nachfolger brachte er Uefa-Chef Michel Platini ins Spiel. "Ich halte ihn für den geeignetsten", sagte Niersbach im Rahmen des 64. Kongresses des Fußball-Weltverbandes Fifa.

Der 58-jährige Platini, Präsident der Europäischen Fußball-Union (Uefa), werde sich aber erst "im September" zu seinen möglichen Ambitionen erklären, sagte Niersbach: "Blatter hat sehr viel Gutes geleistet, aber dieser Übergang bietet sich an - sofern Michel geneigt ist." Die Wahl der Fifa findet am 29. Mai 2015 in Zürich statt.

Niersbach habe während der Versammlung der Uefa-Mitgliedsverbände vor dem Kongress in São Paulo deutlich gemacht, "dass ich der gleichen Ansicht wie Michael van Praag bin". Der Vorsitzende des königlich-niederländischen Fußball-Bundes KNVB hatte Blatter zuvor in dessen Anwesenheit als erster wichtiger Funktionär geraten, auf eine erneute Amtszeit an der Fifa-Spitze zu verzichten.

Auch der Brite Gregory Dyke sagte mit Blick auf die jüngsten Krisen um die WM 2022 in Katar und die Schwierigkeiten im WM-Gastgeberland Brasilien: "Viele Uefa-Mitglieder wären darüber nicht glücklich. Sie finden, die Fifa hat einen schlechten Ruf, und es muss etwas getan werden. Und das kann nicht passieren, solange Herr Blatter da ist."

Sollte Platini bei der Wahl 2015 in Zürich antreten, könnte dies auch Auswirkungen auf Niersbach haben. Der DFB-Präsident, derzeit Mitglied im Uefa-Exekutivkomitee, gilt in Funktionärskreisen als möglicher Nachfolger Platinis an der Uefa-Spitze. Deutschlands Liga-Präsident Reinhard Rauball hatte sich bereits für eine Uefa-Präsidentschaftskandidatur Niersbachs stark gemacht, sollte Platini sich um den Vorsitz in der Fifa bewerben.

chp/dpa

insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
raber 11.06.2014
1. Fifa vor Neuanfang oder Business as usual?
Ändert sich viel wenn Platini Nachfolger von Blatter würde? Oder ist es nur die Fortsetzung mit einer neuen Mannschaft? Ich habe nicht das Detailwissen darüber. Auf jeden Fall ist Blatter nicht tragbar und der Nachfolger sollte von Anfang an sehr kontrolliert werden und die Machenschaften der Fifa sowieso.
hnf0506 11.06.2014
2. Sohn im Geiste
Platini als geeigneten Nachfolger zu bezeichnen, sagt eigentlich schon alles! Aus meiner Sicht ist er Blatters "Sohn im Geiste"! Einer seiner Söhne ist ja direkt nachdem Geld für PSG geflossen ist, zu Qatar Investments gewechselt. Als "Deutsche" haben "wir" sowieso nicht viel von ihm zu erwarten, da "wir" es ihm 3x vermasselt haben, zu einem der ganz Großen zu werden (1x HSV-Turin, 2x WM-Halbfinale). An das Finale gegen Liverpool erinnert man sich nur wegen der 30 Tote im Heysel-Stadion!
jiujoe 11.06.2014
3. Stimme zu
Zitat von raberÄndert sich viel wenn Platini Nachfolger von Blatter würde? Oder ist es nur die Fortsetzung mit einer neuen Mannschaft? Ich habe nicht das Detailwissen darüber. Auf jeden Fall ist Blatter nicht tragbar und der Nachfolger sollte von Anfang an sehr kontrolliert werden und die Machenschaften der Fifa sowieso.
Aber Blatter hat noch ein Jahr Amtszeit und man wird wohl erst aktiv werden, wenn er sich wirklich noch einmal zur Wahl stellen würde. Allerdings gäbe ihm das die Zeit um mit der durch die WM wohl gefüllten Kasse nochmals "Wohltaten" zu verteilen um sich die Wiederwahl zu sichern. Ich frage mich allerdings, ob die Mitgliedschaft der "Verdienten" in diesen Gremien nicht korrumpiert. Wer soll die Machenschaften kontrollieren? Blatter hat von Havelange abgeschaut und sich mit gefügigen Marionetten umgeben. Die unabhängige Kommission ist eine Farce und Augenwischerei. Ich Frage mich eher, ob die Europäer wirklich die FIFA brauchen. Die UEFA ist nur dazu gut den Moloch FIFA am Leben zu erhalten.
traurigeWahrheit 11.06.2014
4. Es wird sich gar nichts ändern!
Egal ob Blatter oder Platini. Die Fifa ist und bleibt ein korrupter Haufen alter Fußballfunktionäre, denen es vor allem um Geld und Narzissmus geht. Sitzt man im Exekutivkomitee, dann fühlt man sich wie Obama oder Merkel. Blatters Aussage,das er erst abtreten will, wenn die Fifa den Friedensnobelpreis erhalten hat, sagt alles.
noelkenproettel 11.06.2014
5. Eine Überlegung
Warum treten die Länder die in der Uefa sind nicht einfach aus der Fifa aus, und stellt es dem Rest der Welt frei da mitzumachen, is zwar nicht viel besser aber alle male besser wie Blatters Fußball Mafia! Mal schaun wer dann noch bei Herr Blatter mitmacht , wer Sponsor bleibt und was die Leute sehen wollen, ein versuch wäre es wert! Dann würde mich auch wirklich mal interessieren wann sich mal ein Verein wie InterPol für die Fifa Interessiert, die sind doch meines wissens nach für internationales Organiesiertes Verbrechen zuständig oder?
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