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24. Februar 2016, 19:02 Uhr

Dubiose Zahlung

Fifa reduziert Sperren von Blatter und Platini auf sechs Jahre

Aus acht werden sechs Jahre: Die Fifa hat die Sperren für Joseph Blatter und Michel Platini gesenkt. Nun wird der Fall wohl vor dem Sportgerichtshof verhandelt.

Die Berufungskommission des Fußball-Weltverbands hat die Sperren von Fifa-Präsident Joseph Blatter und Uefa-Chef Michel Platini von jeweils acht auf sechs Jahre gesenkt. Das Gremium bestätigte damit teilweise die Urteile der Fifa-Ethikkommission gegen die Spitzenfunktionäre.

Einige mildernde Umstände seien dabei allerdings nicht berücksichtigt worden, weshalb der Bann zu reduzieren sei, teilte die Berufungskommission mit. "Die Aktivitäten und die Dienste, die beide der Fifa, Uefa und dem Fußball im Allgemeinen über die Jahren erwiesen haben, verdienen eine angemessene Beachtung", hieß es.

Blatter und Platini waren über eine dubiose Zahlung von 1,8 Millionen Euro gestolpert, die Platini im Jahr 2011 von Blatter angeblich für lange zurückliegende Beratertätigkeiten erhalten hatte. Die Ermittler vermuten Schmiergeld für Blatters Sieg bei der Präsidentschaftswahl im Sommer des gleichen Jahres. Beide hatten immer wieder die Rechtmäßigkeit der Zahlung beteuert.

"Ich bin tief enttäuscht"

Platini und Blatter können nach ihrem abgewiesenen Einspruch jetzt noch vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas gegen das Urteil vorgehen. "Ich bin tief enttäuscht von der Fifa-Rekurskommission", sagte Blatter. "Selbstverständlich ziehe ich den Fall ans Cas weiter." Auch Platini hatte diesen Schritt zuvor angekündigt. In einem Statement schrieb der Franzose von "unerträglicher Arroganz", "Willkür" und "Zynismus". Er sei Opfer eines Systems, das nur das Ziel habe, seinen Aufstieg zum Präsidenten zu verhindern.

Und auch die Untersuchungskammer der Fifa-Ethikhüter hatte Einspruch gegen das Urteil eingelegt, sie hatte einen lebenslangen Bann wegen Korruptionsverdachts gefordert. Diese Berufung wurde nun ebenfalls zurückgewiesen.

Am Freitag soll in Zürich der neue Präsident des Fußball-Weltverbands gewählt werden. Als aussichtsreichste Kandidaten gelten der Uefa-Mann Gianni Infantino und Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa aus Bahrain.

bka/dpa

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