Fifa-Sanktionen wegen Ukrainekrieg Russland darf keine Heimspiele mehr austragen – aber wohl trotzdem zur Fußball-WM

Ein neuer Name, keine Heimspiele, keine Hymne: Erste Fifa-Sanktionen gegen Russland bleiben weitgehend kosmetischer Natur. Die kommenden Gegner wirken da konsequenter.
Fußball in Moskau: Partien wie das Eröffnungsspiel der WM 2018 sollen nicht mehr möglich sein

Fußball in Moskau: Partien wie das Eröffnungsspiel der WM 2018 sollen nicht mehr möglich sein

Foto: Clive Rose/ Getty Images

Die Fifa zeigt Putins Russland die Gelbe Karte – zu Rot hat sich der Fußball-Weltverband offenbar nicht durchringen können: Das russische Team darf fortan nicht mehr daheim spielen. Einen WM-Ausschluss gibt es aber vorerst nicht.

Neben dem Heimspiel-Verbot untersagte die Fifa auch russische Flaggen oder die Hymne bei künftigen Partien. So reagierte der Verband auf den russischen Angriff auf die Ukraine. Heimspiele finden fortan auf neutralem Boden statt.

Noch dazu darf die Nationalmannschaft nicht mehr unter dem Namen Russlands ihre Spiele bestreiten. Sie läuft künftig unter dem Namen ihres Verbandes RFU auf. Das gab die Fifa am Sonntagabend bekannt. Die Entscheidung sei einstimmig und in enger Abstimmung mit der Europäischen Fußball-Union (Uefa) getroffen worden. Zudem behält sich die Fifa vor, weitere Sanktionen zu verhängen.

Ausfall der Qualifikationsspiele droht

Ein Ausschluss Russlands aus den WM-Play-offs erfolgte nicht – der »Sbornaja« winkt daher im Extremfall die kampflose Qualifikation für das WM-Turnier im Katar. Der erste Play-off-Gegner Polen hatte ebenso wie die weiteren möglichen Gegner auf dem russischen Ast des Turnierbaums, Schweden und Tschechien, zuletzt kategorisch ausgeschlossen, vor dem Hintergrund des Angriffskrieges in der Ukraine Spiele gegen eine russische Nationalmannschaft auszutragen.

Die Fifa verurteilte in ihrer Stellungnahme erneut die »russische Gewalt bei der Invasion« und betonte ihre »tiefste Solidarität« mit allen betroffenen Menschen. Zudem forderte der Weltverband »die Wiederherstellung des Friedens und die sofortige Aufnahme eines konstruktiven Dialogs«.

sid/cev