Festnahmen in Zürich Fifa-Funktionäre widersetzen sich Auslieferung an USA

Nun ist es offiziell: Das Schweizer Bundesamt für Justiz hat die Festnahmen der Fifa-Vizepräsidenten Juan Angel Napout und Alfredo Hawit bestätigt. Beide sitzen in Haft - und kämpfen nun gegen die Auslieferung in die USA.

Suspendierter Fifa-Präsident Blatter (l.), verhafteter Napout: "Bestechungsgelder"
AFP

Suspendierter Fifa-Präsident Blatter (l.), verhafteter Napout: "Bestechungsgelder"


Bei den beiden in Zürich festgenommenen Fußball-Funktionären handelt es sich um die Fifa-Vizepräsidenten Juan Angel Napout aus Paraguay und Alfredo Hawit aus Honduras. Das bestätigte das Schweizer Bundesamt für Justiz (BJ). Beide sitzen in Haft, sie widersetzen sich aber ihrer Auslieferung in die USA.

Napout und Hawit sollen Bestechungsgelder "als Gegenleistung für den Verkauf von Vermarktungsrechten im Zusammenhang mit der Austragung von Fußballturnieren in Lateinamerika und von WM-Qualifikationsspielen erhalten haben", wie das BJ am Morgen mitgeteilt hatte. Die Straftaten seien "teilweise in den USA abgesprochen und vorbereitet worden; zudem sind Zahlungen über US-Banken abgewickelt worden". Deswegen wurde die US-Justiz aktiv.

Napout, Präsident des Kontinentalverbandes Conmebol (Südamerika), und Hawit, Präsident des Kontinentalverbandes Concacaf (Nord- und Mittelamerika sowie Karibik), sitzen im Fifa-Exekutivkomitee. Die Sitzung des Gremiums in Zürich, auf der eine Reihe von Reformen beschlussfähig gemacht werden sollte, begann dennoch wie geplant um 9 Uhr. Für 14.30 Uhr ist eine Pressekonferenz angesetzt.

Hawit ist der Nachfolger des im Mai ebenfalls in Zürich verhafteten ehemaligen Concacaf-Bosses Jeffrey Webb von den Kaimaninseln, der seiner Auslieferung in die USA bereits zugestimmt hatte und seitdem als möglicher Kronzeuge gilt.

Schauplatz der Festnahmen war das Luxushotel Baur au Lac in Zürich. Im selben Hotel hatte es bereits Ende Mai am Rande einer Fifa-Sitzung Durchsuchungen gegeben. Mehrere Funktionäre waren auch damals festgenommen worden.

bka/sid



insgesamt 10 Beiträge
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windpillow 03.12.2015
1. Widerstand zwecklos
Die Schweiz kann es sich nicht nochmal erlauben (Roman Polanski) jemanden nicht an die USA auszuliefern. Diesmal werden sie sich den US-Forderungen beugen -Hoffentlich!
Velociped 03.12.2015
2. Alternativen
Jetzt greifen die USA durch. Drastische Strafen einer Willkürjustiz gegenüber dem jahrelangen Wegsehen der Schweizer Justiz mit rechtstaatlichen Verfahren und milden Strafen, die schnell zur Bewährung ausgesetzt werden. Unrechtjustiz bleibt Unrechtjustiz - selbst wenn es dir Richtigen trifft. Daher ist der Kampf gegen die Auslieferung nicht nur verständlich sondern auch berechtigt.
kuac 03.12.2015
3.
Wann endlich wird die US Justiz auch gegen GWB aktiv?
albertaugustin 03.12.2015
4. Als Schweizer
schreibe ich, FIFA, Conmebol und Concacaf sind alles Chiffren für Bestechung, Betrug und Beschiss !!! Und das nennt sich Internationaler Fussball.
wolly21 03.12.2015
5. Muß es
für die Fußballfunktionäre eigentlich auch das teuerste Hotel Zürich sein? Pro Nacht mindestens 1.300 € ! (unter einer Junior-Suite werden's die Herren ja kaum tun.)
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