Fifa-Skandal Marketing-Unternehmen zu Millionenstrafe verurteilt
Eine Flagge am Fifa-Hauptquartier in Zürich
Foto: ARND WIEGMANN/ REUTERSUS-Richterin Pamela Chen hat die zu einer gemeinsamen Gruppe gehörenden Marketingunternehmen Traffic Sports International und Traffic Sports USA im Rahmen des Fifa-Skandals zu Geldstrafen in Höhe von jeweils 500.000 US-Dollar verurteilt. José Hawilla, der Gründer der Traffic-Gruppe, hatte eingeräumt, mehrfach hochrangige Fifa-Funktionäre mit zweistelligen Millionenbeträgen bestochen zu haben. Im Gegenzug hatte die Gruppe die exklusiven Vermarktungsrechte an verschiedenen Fußball-Großereignissen zugesprochen bekommen.
Hawilla gehörte zu den Kronzeugen, durch die 2015 der Fifa-Skandal ins Rollen gebracht worden war. Unter anderem hatte er eine Zahlung von zehn Millionen US-Dollar an den ehemaligen Fifa-Vizepräsidenten und Concacaf-Präsidenten Jeffrey Webb gestanden, für die sein Unternehmen die TV-Rechte an der Copa América 2016 erhalten habe. Webb hat sich inzwischen schuldig bekannt und erwartet seine Verurteilung.
Auch Juan Ángel Napout, ehemaliger Präsident des paraguayischen Fußballverbands, und der frühere brasilianische Fußball-Pate José Maria Marin waren durch Hawillas Aussagen überführt und zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Hawilla ist im Mai 2018 im Alter von 74 Jahren an Atemversagen gestorben. Die von ihm gegründeten Unternehmen haben im Rahmen des Strafverfahrens einen Deal mit der Staatsanwaltschaft geschlossen und zugestimmt, ihre Arbeit einzustellen.