Fußball-Funktionäre Fifa sperrt Blatter und Platini für acht Jahre

Eine Millionenzahlung wurde ihnen zum Verhängnis: Es war eine lebenslange Sperre erwartet worden - doch die Fifa sperrt Noch-Präsident Joseph Blatter und Uefa-Boss Michel Platini nur für acht Jahre. Hinzu kommt eine Geldstrafe.

AP/dpa

Fifa-Chef Joseph Blatter und Uefa-Präsident Michel Platini sind von der Ethikkommission des Fußball-Weltverbands für acht Jahre gesperrt worden. Das teilte das Gremium mit.

Zum Verhängnis wurde beiden die dubiose Zahlung von 1,8 Millionen Euro, die Platini im Jahr 2011 von Blatter angeblich für lange zurückliegende Beratertätigkeiten erhalten hatte. Die Ermittler vermuten Schmiergeld für Blatters Sieg bei der Präsidentschaftswahl im Sommer des gleichen Jahres. Beide Funktionäre hatten immer wieder die Rechtmäßigkeit der Zahlung beteuert.

"Herr Blatter hat in seiner Funktion als Fifa-Präsident diese Zahlung autorisiert, die aber keine rechtliche Grundlage in der von beiden unterschriebenen schriftlichen Vereinbarung vom 25. August 1999 hatte", teilte die Ethikkommission mit: "Weder in seiner schriftlichen Stellungnahme noch während seiner Anhörung war Herr Blatter in der Lage, eine rechtliche Grundlage für diese Zahlung nachzuweisen. Seine Behauptung eines mündlichen Vertrags wurde als nicht überzeugend eingestuft und von der Kammer zurückgewiesen."

Nächste Instanz wäre Fifa-Berufungskommission

Blatter wurde zudem zu einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Schweizer Franken (rund 46.000 Euro) verurteilt, Platini muss eine Geldstrafe in Höhe von 80.000 Schweizer Franken (rund 74.000 Euro) zahlen.

Die rechtsprechende Kammer sah Verstöße gegen die Artikel 20 (Angebot oder Annahme von Geschenken oder anderen Vorteilen), 19 (Interessenkonflikt), 15 (Loyalität) und 13 (Allgemeine Verhaltensregeln) des Fifa-Ethik-Codes. Beiden wird vorgeworfen, ihr Amt missbraucht zu haben. Für den Vorwurf der Bestechung und Korruption (Artikel 21) reichten die Beweise in den Augen der Fifa-Richter nicht aus.

Als nächste Instanz müssten beide vor die Fifa-Berufungskommission ziehen, danach stünde der Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas auf dem Programm. Der hat Platinis Einspruch gegen die provisorische 90-Tage-Sperre vom 8. Oktober bereits abgeschmettert. Es sei dadurch kein Schaden für Platini entstanden, hieß es. Nach der Sportgerichtsbarkeit würden ordentliche Gerichte am Zug sein.

Der neue Fifa-Präsident wird am 26. Februar 2016 gewählt. Bisher sind fünf Kandidaten gemeldet, ein großes Reformpaket soll beschlossen werden, die inhaftierten Fifa-Funktionäre in der Schweiz werden nach und nach an die US-Justiz ausgeliefert.

luk/dpa/sid



insgesamt 91 Beiträge
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bongkowsky 21.12.2015
1. Wieder nur sanfte Strafen
Man müsste reich sein, man könnt soviel machen ohne ne wirkliche Strafe zu kassieren. Lebenslange Sperre und mehr Geldstrafe für die zwei wäre wohl angemessner gewesen.
ackergold 21.12.2015
2.
Man kann nur hoffen, dass dieses leidige Kapitel jetzt endlich geschlossen wird und die genannten sofort von allen Ämtern zurücktreten. Es ist jetzt an der Zeit, mit eisernem Besen zu kehren und die Korruption in diesem Verband ein für alle mal zu bekämpfen. Die FIFA und die UEFA brauchen dringend neue Leute an ihrer Spitze, denn der Fussball ist zu wichtig, um ihn weiter korrupten Machenschaften zu überlassen. Mein Vorschlag ist, die FIFA aufzulösen, alle Valuta an die Mitgliedsverbände zu verteilen und einen neuen Weltverband als Non-Profit-Organisation unter dem Dach der UNESCO zu gründen. Selbstredend müssen dann auch die nächsten Weltmeisterschaften zur Disposition gestellt werden.
spassbeseite 21.12.2015
3. Bei Blatter
… kommen 8 Jahre Sperre doch schon nahe an eine lebenslange Sperre.
zodenn 21.12.2015
4. 2 Millionen Euro Schmiergeld...
... für 80.000 ? Strafe. Gutes Geschäft würde ich sagen.
Mira Quli 21.12.2015
5. Da kann ja der Herr Blatter ...
... nach Abbüßen dieser Strafe noch zwei Amtszeiten als dann wiedergewählter Präsident anschließen. 88 ist er dann, das ist doch noch kein Alter, um mit dem Geld-"verdienen" aufzuhören. Berni wird's ihm ja vor.
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