Wegen Sperren von Fifa und Uefa Russlands Fußballverband zieht vor den Internationalen Sportgerichtshof

Auch der Fußball hat mit Sanktionen auf Russlands Krieg in der Ukraine reagiert, so soll das Land nicht bei der WM 2022 antreten dürfen. Das möchte Russland nicht hinnehmen – es liege »keine Rechtsgrundlage« vor.
Fans bei einem Heimspiel von Spartak Moskau

Fans bei einem Heimspiel von Spartak Moskau

Foto: Sergei Fadeichev / imago images/ITAR-TASS

Der russische Fußballverband zieht gegen den Ausschluss von der WM 2022 in Katar durch die Fifa sowie von sämtlichen europäischen Klubwettbewerben durch die Uefa vor den Cas. Der Internationale Sportgerichtshof bestätigte den Eingang  des entsprechenden Einspruchs, den der Verband am vergangenen Donnerstag bereits angekündigt hatte.

Russland unterstrich dabei seine Forderung, die Sperren aufzuheben und sämtliche Teams wieder in alle Wettbewerbe aufzunehmen. Unter anderem war Spartak Moskau von der Europa League ausgeschlossen worden, damit steht Gegner RB Leipzig bereits als Viertelfinalist fest. Das Hinspiel dieser Begegnung hätte am kommenden Donnerstag, 10. März, stattgefunden.

Betroffen ist auch Russlands Nationalmannschaft, die am 24. März in den WM-Playoffs gegen Polen hätte antreten sollen. Das Land wurde jedoch als Reaktion auf die Invasion in der Ukraine von allen Wettbewerben ausgeschlossen. Gegner Polen hatte bereits angekündigt, in den Playoffs auf keinen Fall gegen Russland anzutreten.

Cas will Stellungnahmen der beklagten Parteien prüfen

Außerdem findet im Juli die Europameisterschaft der Frauen statt, für die das russische Team qualifiziert gewesen wäre.

Aus Sicht des Verbands liege für die Entscheidung von Fifa und Uefa »keine Rechtsgrundlage« vor. Der Beschluss sei »unter dem Druck« der gegnerischen Verbände getroffen worden, zudem habe man seine eigene Position nicht darlegen dürfen.

Der Sportgerichtshof hat eigenen Angaben zufolge nun zwei getrennte Schiedsverfahren eingeleitet und möchte die Stellungnahmen der beklagten Parteien einholen. Der russische Verband fordert, die angefochtenen Entscheidungen von Fifa und Uefa aufzuheben. Zugleich hat die RFU einen Antrag auf Aussetzung der Maßnahmen gestellt.

jan/sid