Pogba-Transfer Fifa-Regelwächter empfehlen Strafe von 65.000 Schweizer Franken gegen Juventus Turin

Der Verkauf von Paul Pogba an Manchester United hat Juventus Millionen eingebracht - könnte die Italiener aber auch einiges kosten. Nach SPIEGEL-Informationen will die Fifa eine Strafe verhängen.

Paul Pogba von Manchester United
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Paul Pogba von Manchester United

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Compliance-Beauftragte der Fifa empfehlen eine Strafe von insgesamt 65.000 Schweizer Franken gegen Juventus Turin wegen eines möglichen Verstoßes gegen Transferregularien beim Wechsel Paul Pogbas im Sommer 2016 zu Manchester United. Dies geht aus internen Unterlagen hervor, die die Enthüllungsplattform Football Leaks dem SPIEGEL zuspielte und die er gemeinsam mit dem Recherchenetzwerk European Investigative Collaborations ausgewertet hat. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Demnach untersucht die Fifa-Tochter Transfer Matching System (TMS) bereits seit Ende August 2016 die Hintergründe des 105-Millionen-Euro-Transfers. Im Visier dieser internen Ermittlung steht ein Vertrag zwischen Juventus und dem Berater Mino Raiola vom 20. Juli 2016.

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Darin garantiert Juventus Raiola 27 Millionen Euro der Ablösesumme von 105 Millionen Euro. Die Regelwächter der Fifa sehen durch diesen Vertrag das "TPO-Verbot" verletzt, eine Beteiligung Dritter an Transfererlösen. Im Februar erstellten sie zu ihren Untersuchungen einen zwölf Seiten umfassenden "Case Transfer Report".

Die für die Ahndung der Verstöße zuständige Fifa-Disziplinarkommission hat den Fall noch nicht bearbeitet. Ein Fifa-Sprecher erwiderte auf Anfrage lediglich, dass TMS "Informationen zu dieser Angelegenheit angefordert" habe. Juventus Turin wollte sich zum Inhalt des Vertrages mit Raiola und den Fifa-Ermittlungen nicht äußern.

Die Untersuchungen der Fifa richten sich bislang nicht gegen Raiola. Das SPIEGEL-Buch "Football Leaks - Die schmutzigen Geschäfte im Profifußball" hatte unlängst enthüllt, dass der Berater bei dem Rekordtransfer von allen drei beteiligten Seiten insgesamt 49 Millionen Euro kassiert - zu den 27 Millionen von Juventus kommen 19,4 Millionen Honorar von Manchester United sowie 2,6 Millionen von Pogba, die United übernimmt.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 8 Beiträge
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wdiwdi 26.05.2017
1. 65000 SF Strafe bei 105 Mio Umsatz?
Brutal. Unmenschlich. Richtig gnadenlos. Solche Härte hätte ich nicht erwartet.
charlybird 26.05.2017
2. Sträfchen muss sein.
So viel also doch. Na, da werden sich die Herren aus der Führungsetage von Juve mal einen Besuch beim Spitzen - Italiener verkneifen müssen. Oder man nimmt eben den Hauswein, wenn es gar nicht anders geht.
ziehenimbein 26.05.2017
3. Chapeau Herr Raiola!
49 von insgesamt 105 Millionen in die eigene Tasche zu wirtschaften, das ist schon eine Leistung! Das Ganze wohl auch noch ohne einen einzigen Cent eigenen Geldes zu riskieren, Respekt!
palef 26.05.2017
4. ...damit das aber auch klar ist...
...das wird Juventus ruinieren!!! Das ist ein gnadenloses Urteil! Davon kann ja nicht einmal ein ordentliches FIFA Executive Lunch bezahlt werden. Vom Infanten...oder wie heißt der Ober-Demokrat....
mrdhero 26.05.2017
5. Also mal ehrlich
Die Strafen im Fußball sind doch ein Witz wenn man sieht wieviel Millionen da über den Ladentisch gehen.
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