Fußball-Weltverband Fifa will NGO werden

Die Fifa - eine Nicht-Regierungsorganisation wie Amnesty International? Der Fußball-Weltverband forciert offenbar Pläne, sich zu einer NGO machen zu können. Das geht aus Football-Leaks-Dokumenten hervor.
Fifa-Boss Gianni Infantino - bald Chef einer NGO?

Fifa-Boss Gianni Infantino - bald Chef einer NGO?

Foto: Richard Heathcote Getty Images

Der Fußball-Weltverband Fifa trachtet offensichtlich danach, sich den Status einer Nicht-Regierungsorganisation NGO zu geben. Entsprechende Gespräche mit der Schweizer Regierung hat es bereits gegeben. Das geht aus den Football-Leaks-Dokumenten hervor, die der SPIEGEL mit seinen Partnern der European Investigative Collaborations EIC geteilt hat.

Demnach suchte Fifa-Chef Gianni Infantino bereits im Dezember 2017 Außenminister Ignazio Cassis auf, um ihm das Anliegen des Weltverbandes vorzutragen. Cassis, damals gerade drei Wochen im Amt, ließ schon kurze Zeit später über seinen Staatssekretär Markus Seiler der Fifa mitteilen, man habe die Fifa-Argumente "mit großem Interesse" wahrgenommen und teile deren Ansichten "ausdrücklich".

Infantino hatte laut einem Memo, das in den Football-Leaks-Dokumenten auftaucht, damit argumentiert, der Status als NGO offeriere steuerliche Entlastungen und erleichtere zudem die Anstellung von Nicht-EU-Mitarbeitern.

Die Fifa teilte auf Anfrage mit, der Status als NGO sei ein denkbarer Weg, aber das Thema Besteuerung sei "nicht das Ziel der Gespräche mit den Behörden" gewesen.

Als internationale NGO hätte die Fifa einen vergleichbaren Status mit Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen, Amnesty International oder das Internationale Rote Kreuz. Der frühere Fifa-Generalsekretär Michel Zen Ruffinen, zeigte sich wenig überrascht von Infantinos Vorstoß. Die Fifa habe schon seit längerem versucht, ihren Status zu verändern, sagte er.

aha
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