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Real Madrids Triumph über Atlético: Vier Tore für die "Décima"

Finalsieg gegen Atlético Real vollendet "La Décima"

Spannende und hart umkämpfte 120 Minuten, zwölf Gelbe Karten, fünf Tore und ein glücklicher aber verdienter Sieger. Alles Wichtige zum Champions-League-Finale zwischen Real und Atlético Madrid im Spielfilm.
Von Timo Prüfig

Ausgangslage des Spiels: Es ist der Höhepunkt und gleichzeitig der Abschluss der europäischen Vereinsfußball-Saison. Im Lissabonner Estádio da Luz stehen sich Real und Atlético Madrid gegenüber. Erstmals in der Geschichte der Champions League kommt es im Finale zu einem Stadtderby. Es trifft der beste Angriff (Real) auf die beste Abwehr (Atlético). Die "Königlichen" haben in der K.o.-Runde die Bundesligisten Schalke 04, Borussia Dortmund und den FC Bayern ausgeschaltet. Atlético, das einzige ungeschlagene Team im Wettbewerb, konnte sich nach der Gruppenphase gegen AC Mailand, den FC Barcelona und den FC Chelsea durchsetzen.

Der Deutsche des Spiels: Nach seinem Kreuzbandriss war Real Madrids Mittelfeldspieler Sami Khedira pünktlich zum Finale der Champions League wieder fit geworden - wenn auch gewiss nicht hundertprozentig. Der deutsche Nationalspieler konnte zuletzt in der Liga zweimal jeweils knapp eine Stunde Spielpraxis sammeln. Mit dem Einsatz im Champions-League-Finale ging Real-Trainer Carlo Ancelotti also ein großes Risiko ein. In Lissabon stand Khedira wohl nur deswegen in der Startelf, weil der Spanier Xabi Alonso gelbgesperrt fehlte. Auch in seinem dritten Einsatz nach der schweren Verletzung wurde der 27-Jährige in der zweiten Hälfte ausgewechselt: In der 59. Minute kam Isco für Khedira. Der freute sich trotzdem: "Es ist ein unglaubliches Gefühl. Wir waren tot, aber Sergio hat uns wieder einmal gerettet."

Ergebnis des Spiels: Real Madrid besiegte Atlético 4:1 (0:1, 1:1) nach Verlängerung.

Die erste Hälfte: Beide Teams begannen nervös, leisteten sich anfangs viele Fehler und kamen kaum zu Chancen. Für Aufregung sorgte in den ersten Minuten nur die Auswechslung Diego Costas - dazu später mehr. Die erste große Chance in einer Partie mit vielen harten Zweikämpfen (insgesamt gab es zwölf Gelbe Karten) vergab Gareth Bale für Real Madrid (32. Minute). Aus zehn Metern schob der Waliser den Ball knapp am Tor von Thibaut Courtois vorbei. Kurz darauf ging Atlético in Führung (36.): Real-Torwart Iker Casillas irrte orientierungslos im Fünfmeterraum umher, Diego Godín gewann sein Kopfballduell gegen Khedira, und der Ball flog per Bogenlampe über Casillas hinweg ins Tor.

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Real Madrids Triumph über Atlético: Vier Tore für die "Décima"

Der Wechsel des Spiels: Acht Minuten und 50 Sekunden waren gespielt, da joggte Atlético Madrids Hoffnungsträger Diego Costa zur Mittellinie und schnurstracks weiter in die Umkleidekabine. Die muskuläre Verletzung im Oberschenkel, die in den Tagen vor dem Finale Mediziner und Wunderheiler behandelt hatten, war wieder aufgebrochen. Adrián López kam für den Torjäger, der den weiteren Verlauf der Partie von der Ersatzbank verfolgen musste.

Die zweite Hälfte: Atlético wirkte nach dem Seitenwechsel platt und hatte kaum noch Torchancen. Real hingegen machte Druck: Die besten Chancen vergab Cristiano Ronaldo, der per Freistoß (54.) und per Kopf (62.) knapp scheiterte. In der Schlussphase erinnerte das Bild phasenweise an Handball, denn Real schnürte Atlético im eigenen Strafraum ein. Doch es dauerte bis zur Nachspielzeit: Nach einem Eckball von Luka Modric stieg Sergio Ramos am Elfmeterpunkt hoch und köpfte platziert und druckvoll in die linke Torecke.

Romantik des Spiels: Iker Casillas zog Sergio Ramos kraftvoll zu sich. Mit links umarmte der Torwart den Verteidiger zärtlich. Worte des Danks flüsterte er ihm ins Ohr und dann drückte Casillas seinem Mitspieler einen langen und kräftigen Kuss auf die Wange. Der kam von Herzen, denn von dort ist dem Schlussmann kurz zuvor, als Ramos in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielt hatte, ein Fels gepurzelt. Schließlich hatte Casillas mit seinem groben Patzer das Tor zum 0:1 verschuldet.

Die Verlängerung: Real Madrid war auch in den zusätzlichen 30 Minuten die aktivere Mannschaft. Atlético, noch immer geschockt vom späten Ausgleich, wollte sich nur noch ins Elfmeterschießen retten - doch daraus wurde nichts: In der 110. Minute tankte sich der überragende Ángel Di María auf links durch, Courtois hielt noch stark mit dem Fuß, doch Bale staubte per Kopf zum 2:1 für Real Madrid ab. In der 118. Minute erzielte der eingewechselte Marcelo mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze das 3:1, ehe Cristiano Ronaldo per Strafstoß den 4:1-Endstand herstellte (120.). Sein 17. Treffer in dieser Champions-League-Saison.

Zahlen des Spiels: 1956, 1957, 1958, 1959, 1960, 1966, 1998, 2000, 2002, 2014 - oder kurz: "La Décima". Real Madrid hat endlich seinen zehnten Triumph in der Champions League, beziehungsweise des Vorgänger-Wettbewerbs Europapokal der Landesmeister.

Real Madrid - Atlético Madrid 4:1 (0:1, 1:1) nach Verlängerung
0:1 Godín (36.)
1:1 Ramos (90.+3)
2:1 Bale (110.)
3:1 Marcelo (118.)
4:1 Ronaldo (120., Foulelfmeter)
Real: Casillas - Carvajal, Ramos, Varane, Coentrao (59. Marcelo) - Khedira (59. Isco) - Modric, Di Maria - Bale, Benzema (79. Morata), Ronaldo
Atletico: Courtois - Juanfran, Miranda, Godin, Filipe Luis (83. Alderweireld) - Tiago, Gabi - Garcia (66. Sosa), Koke - Costa (9. Adrian), Villa
Zuschauer: 60.976 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Ramos (3), Khedira, Marcelo (2), Ronaldo, Varane (2) - Garcia (4), Miranda (2), Villa, Juanfran (5), Koke (3), Gabi (4), Godin (2)
Ballbesitz in Prozent: 63 / 37
Schüsse: 20 / 11
Torschüsse: 9 / 4
Gewonnene Zweikämpfe in Prozent: 51 / 49

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