Financial Fair Play Uefa führt Selbstanzeige ein

Die Europäische Fußball-Union hat bei der Überarbeitung der Regularien zum Financial Fair Play die Möglichkeit einer Selbstanzeige eingeführt. Finanziell angeschlagene Klubs können sich nun mit einem Businessplan an die Uefa wenden.
Uefa-Boss Platini: "Financial Fair Play erweitern und stärken"

Uefa-Boss Platini: "Financial Fair Play erweitern und stärken"

Foto: RUBEN SPRICH/ REUTERS

Die Europäische Fußball-Union hat ihr Finanzkontroll-System verändert und gibt Vereinen künftig die Möglichkeit einer Art "Selbstanzeige". Im Rahmen des Financial Fair Play (FFP) können finanziell angeschlagene Klubs künftig bei der Uefa eine freiwillige Vereinbarung zur Restrukturierung ihrer Finanzen beantragen. Dieses sogenannte "Voluntary Settlement Agreement" stellte der europäische Verband am Montag im Anschluss an das Exekutiv-Meeting Exekutive in Prag vor.

Das Financial Fair Play verpflichtet die Klubs dazu, nicht mehr Geld auszugeben als sie einnehmen. "Das übergeordnete Ziel bleibt unverändert und wir gehen von einer Zeit der Sparpolitik in eine Zeit über, in der wir mehr Möglichkeiten für nachhaltiges Wachstum und Entwicklung bieten können", sagte Uefa-Präsident Michel Platini.

Wenn ein Klub die Gefahr eines Regelverstoßes erkennt oder bereits gegen Regeln verstoßen hat, kann er sich mit einem Businessplan mit festgelegten Bilanzzahlen für jedes Geschäftsjahr an die Uefa wenden. Die räumt dem Verein vier Jahre zur Konsolidierung ein und kontrolliert den Prozess. Bei einer Selbstanzeige entfallen die üblichen finanziellen Sanktionen.

Bisher wurde Vereinen diese Kontroll-Vereinbarung aufgezwungen, wenn sie gegen das FFP verstoßen hatten. Die Sünder, die sich nicht zu erkennen geben, werden auch in Zukunft so behandelt und mit Geldstrafen belegt.

Das System, das bereits zu Millionenstrafen unter anderem für die Top-Klubs Manchester City und Paris St. Germain geführt hatte, war von Spielerberatern und auch Vereinen heftig kritisiert worden. In Belgien befasste sich ein Gericht mit dem Thema, es blieb jedoch ohne wirkliches Ergebnis. Durch die Einschränkungen greife die Uefa unerlaubt in den freien Markt ein, so der Vorwurf.

"Wir waren immer überzeugt, dass die Regeln die richtigen sind für den jeweiligen Zeitpunkt, und wir sind es noch immer", sagte Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino. Die neuen Regeln würden "Investoren ermutigen, in den Fußball zu investieren.

Karl-Heinz Rummenigge begrüßte die Änderung: "Die Regeln zum finanziellen Fairplay sind ein sehr wichtiges Instrument für Klubs, um ihre wirtschaftliche Situation zu kontrollieren", sagte der Vorsitzende der Europäischen Klub-Vereinigung ECA.

psk/sid/dpa
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