Verstöße gegen Financial Fairplay Manchester City aus der Champions League ausgeschlossen

Die Ermittlungen liefen schon lange. Nun hat der Europäische Fußballverband bekannt gegeben, dass der englische Meister Manchester City zwei Saisons lang nicht in der Champions League mitspielen darf.
Manchester Citys Trainer Pep Guardiola

Manchester Citys Trainer Pep Guardiola

Foto: Catherine Ivill/ Getty Images

Manchester City ist wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay für die kommenden zwei Spielzeiten aus der Champions League ausgeschlossen worden. Der Klub von Trainer Pep Guardiola muss zudem eine Geldstrafe in Höhe von 30 Millionen Euro zahlen, teilte die Europäische Fußball-Union (Uefa) am Freitag mit  und sprach von "schwerwiegenden Verstößen". Diese Strafe verhängte das unabhängige Finanzkontrollgremium CFCB der Uefa.

City reagierte prompt auf die wenig überraschende Entscheidung und zeigte sich enttäuscht . Der Fall sei von der Uefa initiiert, juristisch verfolgt und beurteilt worden, kritisierte der Verein den "vorverurteilenden Prozess". Die Verantwortlichen wollen vor dem internationalen Sportgerichtshof Cas gegen das Urteil vorgehen.

Die Untersuchungen der Uefa waren nach den Football-Leaks-Enthüllungen des SPIEGEL in Zusammenarbeit mit den Recherchepartnern des EIC-Netzwerks gestartet worden. Interne Dokumente sollen zeigen, wie City systematisch gegen Regeln des Financial Fairplay verstoßen habe. So sollen vermeintliche Sponsorengelder aus Abu Dhabi - darunter mit Etihad Airways die nationale Fluggesellschaft der Vereinigen Arabischen Emirate - in Wirklichkeit von Klubbesitzer Mansour bin Zayed Al Nahyan gezahlt worden sein. Der Klub, der weitestgehend im Besitz der Herrscherfamilie des Emirats Abu Dhabi ist, habe zudem während der Untersuchungen nicht ausreichend kooperiert.

Das Financial Fairplay soll solche Tricks vermeiden. Die Vereine, die in den Europapokal-Wettbewerben starten, dürfen nicht mehr ausgeben als sie einnehmen. Wird die Gewinnschwelle nicht erreicht, dürfen Geldgeber nur bis zu einem begrenzten Punkt aushelfen. Auch Frankreichs aus Katar mit Hunderten Millionen unterstützter Serienmeister Paris Saint-Germain wurde in der Vergangenheit deshalb von der Uefa beobachtet.

Bereits 2014 waren beide Klubs zu Geldstrafen verurteilt worden und durften zudem für eine Saison nur 21 statt wie üblich 25 Spieler für die Champions League melden. Um einen Königsklassen-Bann kamen aber sowohl Paris als auch Manchester herum. Die Uefa wurde nach der vermeintlich schwachen Umsetzung und Kontrolle der eigenen Regeln kritisiert. Manchester City ist - sollte der Cas das Urteil bestätigen - der erste Topklub im europäischen Fußball, der für die Champions League gesperrt wird. Der frühere italienische Meister AC Mailand hatte im vergangenen Jahr einen Bann für die laufende Saison der Europa League hinnehmen müssen.

Für den ambitionierten Klub ist ein Ausschluss aus der Champions League ein schwerer Schlag, auch in den Bemühungen Guardiola länger als Trainer halten zu können. In der laufenden Saison steht City im Achtelfinale und spielt gegen Real Madrid, das Team um die beiden deutschen Nationalspieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan gehört zu den Mitfavoriten auf den Titel. in der Premier League sind die Citizens abgeschlagen hinter dem FC Liverpool Zweiter.

Der deutsche Konzern Puma, seit vergangenen Sommer Ausrüster des Klubs, teilte mit: "Die Anschuldigungen beziehen sich auf die Zeit vor unserer Partnerschaft mit Manchester City und wir haben keine weiteren Kenntnisse darüber." Puma habe Vertrauen in die Verantwortlichen von City und sei "überzeugt, dass die Anschuldigungen ausgeräumt werden".

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krä/dpa/sid