Finanzkrise bei den "Löwen" Noch keine Rettung für 1860

Die Rettung des von der Insolvenz bedrohten Zweitligisten 1860 München zieht sich in die Länge. Eine Aufsichtsratssitzung brachte nicht den erhofften Durchbruch. Die Zeit drängt aber - der Club muss noch in dieser Woche eine Lösung finden.

Geschäftsstelle von 1860: "Die Insolvenz ist noch nicht vom Tisch"
DPA

Geschäftsstelle von 1860: "Die Insolvenz ist noch nicht vom Tisch"


Hamburg - Auf der Sitzung des TSV 1860 München am Montagabend wurden zwar verschiedene Lösungsmodelle für eine Abwendung der Insolvenz des Zweitligisten diskutiert, eine Entscheidung aber ist noch nicht getroffen. "Es verengt sich immer mehr auf ein Modell, aber wir sind noch nicht am Ende", sagte Präsident Dieter Schneider über den Stand der Verhandlungen. Ursprünglich sollte bis zur Aufsichtsratstagung am Montag Vollzug gemeldet werden.

Unmittelbar vor dem Treffen hatte er betont: "Die Insolvenz ist noch nicht vom Tisch." Der Club muss bis Donnerstag eine Lösung finden, um die drohende Zahlungsunfähigkeit und den Zwangsabstieg in die fünftklassige Bayernliga zu verhindern. Dazu benötigt der deutsche Meister von 1966 acht Millionen Euro.

Als wahrscheinlichstes Modell gilt eine Bankenlösung. Die bayerische Landesbank, die Münchner Stadtsparkasse, andere Banken und die Gläubiger - darunter der FC Bayern München - würden 60 Kredite geben. Um die Kredite zu abzusichern, müsste 1860 Clubanteile verpfänden. "Wir basteln an Konzepten, die wir zu einem Modell zusammenführen wollen", sagte Schneider.

In der Fanszene regt sich weiter Widerstand gegen eine mögliche Rettung, weil diese nur von Gnaden und mit dem Geld des Lokalrivalen FC Bayern erreicht werden kann. Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer appellierte dagegen an die Vernunft der Fans. "Wer am Boden liegt, kann nicht auch noch wählerisch sein bei der Frage, wer einem wieder aufhilft", sagte er der "Münchner Abendzeitung" und ergänzte: "München ohne Sechzig wäre für mich unvorstellbar."

ged/sid



insgesamt 12 Beiträge
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Schorse3 29.03.2011
1. Nein, danke
Aus neutraler Sicht gesehen würde ich, solange Bayern München direkt oder indirekt an der Hilfe beteiligt wäre, jegliche Hilfe ablehnen und lieber in der fünftklassigen Bayernliga den Spielbetrieb weiterführen. Begründung, wenn auch nur starke Vermutung: Könnte mir vorstellen, dass mindestens ein oder zwei führende Persönlichkeiten, ganz abgesehen von so manchen Fans Bayern Münchens, bei jeder entsprechender Gelegenheit auf die Tatsache hinweisen würden, dass auch sie den lokalen Verein mit gerettet haben. Auf so eine Unterstützung könnte ich glatt verzichten. Lieber mit verbliebenem Stolz in der unteren Liga statt durch gönnerhaften Lokalrivalen in der zweiten Liga verbleiben zu "dürfen". Es mag falsch sein, doch irgendwie käme mir 1860 München wie ein Lakai vor...
hanscarlhugo 29.03.2011
2. gut gebrüllt löwe
der fc st.pauli war seiner zeit dankbar für jede hilfe selbst aus münchen also nicht so eitel
Bee1976 29.03.2011
3. Unterschiede
Zitat von Schorse3Aus neutraler Sicht gesehen würde ich, solange Bayern München direkt oder indirekt an der Hilfe beteiligt wäre, jegliche Hilfe ablehnen und lieber in der fünftklassigen Bayernliga den Spielbetrieb weiterführen. Begründung, wenn auch nur starke Vermutung: Könnte mir vorstellen, dass mindestens ein oder zwei führende Persönlichkeiten, ganz abgesehen von so manchen Fans Bayern Münchens, bei jeder entsprechender Gelegenheit auf die Tatsache hinweisen würden, dass auch sie den lokalen Verein mit gerettet haben. Auf so eine Unterstützung könnte ich glatt verzichten. Lieber mit verbliebenem Stolz in der unteren Liga statt durch gönnerhaften Lokalrivalen in der zweiten Liga verbleiben zu "dürfen". Es mag falsch sein, doch irgendwie käme mir 1860 München wie ein Lakai vor...
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht wie es bei den Löwen dazu kommen konnte. Es bleibt immernochdie Frage, koennen die da nicht rechnen ? Und warum sind eigentlich die Verantwortlichen nicht dafür haftbar zu machen ? Sicher is Profifussball auch immer ein risiko, aber hier waeren DFB und DFL mal gefordert dafuer zu sorgen das vereine so solide wirtschaften muessen das es dazu garnicht mehr kommen kann. was den abstieg angeht, fuer die gute nachwuchsarbeit derl oewen waere das wohl der todesstoss und damit sehr schade. aber so ein abstieg kann auch sinnvoll sein, ich zum beispiel wuensche mir einen abstieg in die zwote oder gar einen lizenzentzug fuer meinen club, den fc schalke. das wuerde einfach vieles wieder gerade ruecken, in sachen fans umfeld, verantwortliche und erwatungen. und auch wenn schalke viele mode und eventfans hat, wuerden genug den weg mitgehen und zum verein halten. es muss also nichts schlechtes sein abzusteigen
erlachma 29.03.2011
4. Hilfe akzeptieren
Zitat von Schorse3Aus neutraler Sicht gesehen würde ich, solange Bayern München direkt oder indirekt an der Hilfe beteiligt wäre, jegliche Hilfe ablehnen und lieber in der fünftklassigen Bayernliga den Spielbetrieb weiterführen. Begründung, wenn auch nur starke Vermutung: Könnte mir vorstellen, dass mindestens ein oder zwei führende Persönlichkeiten, ganz abgesehen von so manchen Fans Bayern Münchens, bei jeder entsprechender Gelegenheit auf die Tatsache hinweisen würden, dass auch sie den lokalen Verein mit gerettet haben. Auf so eine Unterstützung könnte ich glatt verzichten. Lieber mit verbliebenem Stolz in der unteren Liga statt durch gönnerhaften Lokalrivalen in der zweiten Liga verbleiben zu "dürfen". Es mag falsch sein, doch irgendwie käme mir 1860 München wie ein Lakai vor...
Das ist Blödsinn. Schon in der Vergangenheit war Bayern maßgeblich daran beteiligt, dass es 1860 noch gibt. Und vom Führungstrio+Präsident hört man dazu: nichts, nada, niente. Warum auch? Die einzigen Gelegenheiten, bei denen das am Rande erwähnt wird, sind solche, wo das auch Thema ist: wenn es zu Prozessen um Stadionmiete, Catering oder Logenverkauf kommt, dann wird das genannt, aber eben auch nur nebenbei. 1860 sollte jede Hilfe akzeptieren, und vor allem den neuen Chef nicht gleich wieder ins Bockshorn jagen - denn das ist endlich mal einer, der auch von Betriebswirtschaft etwas versteht. Und München als Millionenstadt hat zwei hochklassige Vereine verdient. Kann ja nicht sein, dass München die einzige ohne wäre. Hamburg und Berlin haben auch zwei.
Schorse3 29.03.2011
5. @hanscarlhugo
Ich erwähnte bereits, dass ich das absolut neutral sehe. Bin von allen drei Vereinen kein ausgesprochener Fan. Das Problem sehe ich darin, das beide Vereine aus einer Stadt kommen. Genausowenig würde ich Hilfe vom HSV an den FC St. Pauli befürworten. Dass da Bayern München geholfen hat, fand ich sogar gut, um irgendwelchen Missverständnissen vorzubeugen.
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