Folgenschwerer Torjubel Der Finger im Stadionzaun

Für einen Fußballer gibt es nichts Schöneres, als ein Tor zu schießen. Schlecht ist es nur, wenn die anschließende Jubelarie in einem Unglück endet. Christoph Biermann schildert einige der fatalsten Freudenbekundungen.


Fenerbahçes Torwart Demirel (oben): Wenig Freude am Sieg im Istanbuler Derby gegen Galatasaray
REUTERS

Fenerbahçes Torwart Demirel (oben): Wenig Freude am Sieg im Istanbuler Derby gegen Galatasaray

Robbie Fowler (FC Liverpool)

Im April 1999 war Robbie Fowler im Merseyside-Derby von den Fans des FC Everton verspottet worden, nachdem Boulevardzeitungen über den angeblichen Kokainkonsum des Stürmers vom FC Liverpool berichtet hatten. Als Fowler schließlich einen Elfmeter verwandelt hatte, kniete er an der Außenlinie nieder und tat so, als würde er sie wie Kokain schnupfen. Der englische Fußballverband sperrte Fowler wegen dieser Geste für sechs Spiele.

Pascal Nouma (Besiktas Istanbul)
Der Vertrag des französischen Stürmers Pascal Nouma mit Besiktas Istanbul wurde im März 2003 aufgelöst, nachdem er seinen 1:0-Siegtreffer gegen den Lokalrivalen Fenerbahçe mit einem tiefen Griff in seine Hose gefeiert hatte. Die Geste sei jenseits aller türkischen Bräuche und Traditionen, begründete die Vereinsführung den Rauswurf.

Junior Agogo (Bristol Rovers)
Als Junior Agogo im Januar 2005 für die Bristol Rovers gegen Lincoln City traf, machte er seinem Ärger über den Trainer Luft. Ian Atkins hatte den Stürmer aus Personalnot ins Mittelfeld gestellt. Das missfiel Agogo jedoch so, dass er nach seinem Treffer zum 1:1 in Richtung Trainerbank "Wichser" rief und eine dazu passende Handbewegungen machte. Schiedsrichter Fred Graham zeigte Agogo umgehend die Rote Karte.

Volkan Demirel (Fenerbahçe Istanbul)
Torhüter Volkan Demirel von Fenerbahçe Istanbul bejubelte im Frühjahr 2004 einen 2:1-Sieg über den Lokalrivalen Galatasaray und die Tabellenführung. Er warf sein Trikot in die Kurve und verletzte sich am Arm. Drei Wochen Pause.

Paulo Diogo (Servette Genf)
Im Dezember 2004 sprang Paulo Diogo von Servette Genf auf den Zaun, um sich von den mitgereisten Fans feiern zu lassen, nachdem er das 4:1 beim FC Schaffhausen vorbereitet hatte. Dabei bemerkte der Stürmer nicht, der erst kurz zuvor geheiratet hatte, dass sich sein Ehering verhakt hatte. Als Diogo vom Zaun sprang, riss er sich zwei Glieder des Fingers ab. Vom Schiedsrichter wurde er trotzdem verwarnt, und die abgerissenen Fingerglieder waren im Krankenhaus nicht zu retten.

Martin Palermo (FC Villareal)
Der argentinische Stürmer Martin Palermo brach sich im November 2001 nach einem Treffer für den spanischen Erstligisten Villareal das Schien- und Wadenbein. Als er im Pokalspiel gegen UD Levante getroffen hatte, ließ sich Palermo vor der Fankurve feiern. Dabei stürzte eine Betonwand um, die auf die Beine des 28-Jährigen kippte. Wegen der Beinbrüche konnte er nicht an der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea teilnehmen.



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