Vergewaltigungsklage vor Gericht Ronaldos Antwort

Die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Cristiano Ronaldo sind ihm nun auch gerichtlich zugestellt worden. Seine Anwälte wollen beantragen, die Klage abzulehnen oder an ein Schiedsgericht zu überweisen.

DPA

Von , Nicola Naber und


Neue Dokumente, die Cristiano Ronaldos Anwälte am Freitag bei Gericht einreichten, belegen, dass die Vergewaltigungs-Klage der Amerikanerin Kathryn Mayorga nun beim portugiesischen Fußballer eingegangen ist. Ronaldos Anwälte wollen als Reaktion darauf beantragen, die Klage abzuweisen oder an ein nicht-öffentliches Schiedsgericht zu überstellen.

Welche Gründe diesen Forderungen zugrunde liegen, geht aus dem Anwaltsschreiben nicht hervor. Dafür brauchen Ronaldos Verteidiger offensichtlich mehr Raum. Eigentlich sind einem Beklagten als Erwiderung auf eine Klage gerichtlich maximal 24 Seiten für die Ausführung der eigenen Argumentation gestattet. Doch Ronaldos Verteidigungsteam fordert nun, diese Grenze auf 46 Seiten zu erhöhen.

Notwendig sei dies, so Ronaldos Anwälte, weil Mayorgas Klage insgesamt 31 Seiten lang sei und elf Vorwürfe beinhalte. Darunter neben Vergewaltigung auch Körperverletzung, Nötigung, Diffamierung und Vertragsbruch. Auf jeden einzelnen dieser Vorwürfe möchten Ronaldos Anwälte in entsprechender Länge eingehen. Der Richter muss nun entscheiden, ob er dies erlaubt.

Die Reaktion von Mayorgas Anwalt

Mayorgas Anwalt Leslie Mark Stovall hat der Antrag von Ronaldos Anwälten nicht überrascht: "Die Verteidigung hat recht, es ist eine komplizierte Angelegenheit. Es gibt eine Reihe von Punkten, zu denen sie sich äußern müssen. Es würde mich nicht wundern, wenn das Gericht dem Antrag stattgeben würde." Er rechnet mit einer Entscheidung des Gerichts in den nächsten Wochen.

Auf Ronaldos Klageerwiderung hat Stovall dann 14 Tage Zeit zu antworten. Dass der Fall vor einem nicht-öffentlichen Schiedsgericht landen könnte, hält er für möglich, da sich beide Parteien in der Vergangenheit auf dieses Vorgehen verständigt haben, sollte es erforderlich sein: "Es gibt ein Gesetz, das besagt, dass die Gerichte diese Vereinbarung dann durchsetzen sollten. Aber Ausnahmen sind möglich. Jeder Fall ist anders."

In der Zivilklage wirft Mayorga Ronaldo vor, sie im Juni 2009 in einem Hotel in Las Vegas vergewaltigt zu haben. Ronaldo bestreitet dies. In einem Vergleich einigten sich beide Seiten2010 darauf, dass Mayorga 375 000 Dollar erhält, im Gegenzug über ihre Vorwürfe nicht öffentlich spricht und jegliche Zusammenarbeit mit der Polizei einstellt.

2017 berichtete der SPIEGELerstmals über die Vorwürfe und das Schweigeabkommen auf Basis von Unterlagen der Enthüllungsplattform Football Leaks. Mayorga gab dem SPIEGEL zudem kurz vor ihrer Klageeinreichung ein Interview, in dem sie ihre Vorwürfe erstmals selbst öffentlich machte. Im Anschluss daran nahm auch die Polizei ihre Ermittlungen wieder auf. Dieses Verfahren läuft unabhängig von Mayorgas Zivilklage.

Mit dem Eingang der neuen Gerichtsdokumente geht ein monatelanges Katz- und Mausspiel zu Ende. Seit dem vergangenen September versucht Mayorga, in einem Zivilverfahren gegen Ronaldo vorzugehen. Bisher war es ihren Anwälten aber nicht gelungen, Ronaldo die Klage zuzustellen. Seine Anwälte verweigerten die Annahme der Klage mit der Begründung, sie seien dafür nicht mandatiert worden. Der Versuch, dem Stürmer die Dokumente persönlich in Turin zu übergeben, gestaltete sich schwierig: Ronaldos Adresse ist offenbar in den Grundbüchern der Stadt geschwärzt.

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