Football Leaks Spanischer Richter will Enthüllungen verbieten

Die Football-Leaks-Enthüllungen haben für große Aufregung gesorgt. Ein Richter aus Spanien will nun europaweit die Veröffentlichungen stoppen.
Real-Star Cristiano Ronaldo

Real-Star Cristiano Ronaldo

Foto: Daniel Ochoa de Olza/ AP

Die Enthüllungen zu Football Leaks durch den SPIEGEL und elf weitere europäische Medien schlagen hohe Wellen und verursachen vor allem in Spanien Aufregung - die offenbar nicht jedem gefällt. Der Madrider Ermittlungsrichter Arturo Zamarriego hatte zunächst der Zeitung "El Mundo", Partner des SPIEGEL im Recherchekonsortium EIC, massiv gedroht, sollte die Zeitung ihre Veröffentlichungen fortsetzen. Eine entsprechende einstweilige Verfügung wurde der Zeitung zugesandt.

Demnach wurde der Chefredakteur von "El Mundo" sogar mit einer Strafandrohung von fünf Jahren Haft belegt, wenn er der einstweiligen Verfügung nicht nachkomme. "El Mundo" hat bereits erklärt, dass die Zeitung dennoch weitermachen werde, die Enthüllungen zu veröffentlichen.

Mittlerweile will der Richter dieses Verbot sogar auf alle europäischen Länder und alle Publikationen des EIC ausweiten. So hat er auch Antrag auf Rechtshilfe bei deutschen Behörden gestellt, vermeldet "El Mundo".

Darum geht es bei Football Leaks

Die Enthüllungsplattform Football Leaks sammelt vertrauliche Daten und E-Mails zu den Geldflüssen im Fußball. So deckt sie illegale Zahlungen an Spielerberater und Investoren ebenso auf wie die Versuche, Millionen an der Steuer vorbeizuschmuggeln dank Offshore-Geschäften. Football Leaks schweigt zu seinen Quellen, hat die Dokumente allerdings dem SPIEGEL und anderen Medien im Verbund der European Investigative Collaboration zur Verfügung gestellt. Mit einem Umfang von 1,9 Terabyte handelt es sich um den bisher größten Datensatz im Sport.

Der Richter beruft sich auf einen vermeintlichen Hackerangriff, dem der frühere Generaldirektor von Real Madrid, Julio Senn, im Frühjahr zum Opfer fiel. Senn, heute Anwalt der Kanzlei Senn Ferrero, behauptet, dass daraus Football Leaks seine Erkenntnisse gewonnen habe. Dem widerspricht "El Mundo" vehement. Man habe sich bei den Veröffentlichungen auf mehrere Quellen berufen.

Der SPIEGEL und seine Medienpartner der EIC in Sachen Football Leaks hatten unter anderem Steuertricks von Real-Star Cristiano Ronaldo und dem früheren Real-Trainer José Mourinho enthüllt.

aha