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Klaus Allofs: Mit allen Wassern gewaschen

Foto: Guido Kirchner/ dpa

Football Leaks Werder Bremen zahlte an Spielerberater mit Firma auf den British Virgin Islands

Für die Vertragsverlängerung mit seinem damaligen Spieler Naldo schloss Werder Bremen 2009 eine Honorarvereinbarung mit zwei Beratern. Wie Football-Leaks-Dokumente zeigen, hatten diese eine Firma im Steuerparadies British Virgin Islands.

Fußball-Bundesligist Werder Bremen schloss im Herbst 2009 einen Vertrag mit zwei Spielerberatern, deren Firma im Steuerparadies British Virgin Islands ansässig war. Das geht aus Unterlagen hervor, die die Enthüllungsplattform Football Leaks dem SPIEGEL zugespielt hat. Unterzeichnet hatte das zwei Seiten umfassende Dokument auch der damalige Werder-Sportdirektor Klaus Allofs, der heute als Geschäftsführer beim VfL Wolfsburg tätig ist.

Nachdem der brasilianische Abwehrspieler Naldo seinen Vertrag bei dem norddeutschen Erstligisten um vier Jahre verlängert hatte, schloss Allofs am 29. Oktober 2009 ein "Agreement of fees" mit dem Brasilianer Paulo Fernando Tonietto, Naldos etatmäßigem Agenten, sowie zwei "lizenzierten Spielerberatern" aus Serbien und Montenegro. Deren Firma Tumod Ventures Ltd war bei einer Briefkastenadresse in Road Town auf Tortola registriert, einer der Inseln der British Virgin Islands. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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DER SPIEGEL

Werder verpflichtete sich damals, den Agenten bis zum Auslaufen von Naldos Arbeitsvertrag im Sommer 2013 ein Beraterhonorar in Höhe von 600.000 Euro zu überweisen, zahlbar in vier jährlichen Tranchen zu jeweils 150.000 Euro. Weil Naldo bereits im Sommer 2012 den Verein verließ, zahlte Werder dem Vertrag nach schließlich 450.000 Euro.

Darum geht es bei Football Leaks

Die Enthüllungsplattform Football Leaks sammelt vertrauliche Daten und E-Mails zu den Geldflüssen im Fußball. So deckt sie illegale Zahlungen an Spielerberater und Investoren ebenso auf wie die Versuche, Millionen an der Steuer vorbeizuschmuggeln dank Offshore-Geschäften. Football Leaks schweigt zu seinen Quellen, hat die Dokumente allerdings dem SPIEGEL und anderen Medien im Verbund der European Investigative Collaboration zur Verfügung gestellt. Mit einem Umfang von 1,9 Terabyte handelt es sich um den bisher größten Datensatz im Sport.

Allofs ließ die Frage offen, warum er die beiden Berater vom Balkan mit Offshore-Firmensitz überhaupt in das Geschäft eingeschaltet hatte. Werder Bremen kommentierte die Vorgänge nicht.

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