Spektakulärer Saisonauftakt Bitte nicht hupen, Vettel träumt von der Formel 1

Sebastian Vettel fährt wie ein "Nachwuchsfahrer". Vor dem Rennen knien 14 von 20 Fahrern im Kampf gegen Rassismus. Lewis Hamilton verpasst das Podium - und Red Bull beim Heimrennen die Punkteränge.
Foto: HANDOUT/ REUTERS

Vettel wie ein "Nachwuchsfahrer": Es war einmal ein Formel-1-Spitzenteam, das 16 WM-Titel gewann. Die Rede ist von Ferrari. Zum Start der Saison 2020 ist die Scuderia nur noch ein Mittelfeldteam - auch wenn Charles Leclerc mit sehr viel Rennglück auf Platz zwei vorfuhr. Und es war einmal ein vierfacher Weltmeister, der sich zu viele individuelle Fehler leistet. Die Rede ist von Sebastian Vettel. Der Deutsche bremste in der 31. Runde des Großen Preises von Österreich zu spät, vermied die Kollision mit Carlos Sainz, fiel wegen eines Drehers aber ans Ende des Feldes zurück. "Bitter ist die Untertreibung des Jahres", sagte Sky-Experte Ralf Schumacher zu der Aktion. "Das darf einem Nachwuchsfahrer passieren, aber nicht Sebastian." Vettel holte als Zehnter einen WM-Punkt.

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Das Rennergebnis: Valtteri Bottas hat das Rennen in Österreich gewonnen. Für den Finnen war es ein Start-Ziel-Sieg. Teamkollege Lewis Hamilton fuhr auf Rang zwei, fiel wegen einer Fünf-Sekunden-Strafe jedoch auf den vierten Platz zurück. Das Podium komplettierten Leclerc und Lando Norris (McLaren). Insgesamt kamen nur elf Autos ins Ziel.

Red-Bull-Protest: In der wegen der Corona-Pandemie verkürzten Saison 2020 kann jeder Sieg, jeder Podestplatz, aber auch jeder Ausfall doppelt ins Gewicht fallen. Red Bull kämpft deshalb mit allen Mitteln - auch abseits der Strecke. Am Freitag wurde der Protest gegen das DAS-Lenksystem noch abgewiesen. Als Hamilton nach dem Qualifying trotz einer nicht beachteten Gelben Flagge nicht bestraft wurde, legte das Verstappen-Team erneut Protest ein. Diesmal erfolgreich, von Red Bull zur Verfügung gestelltes Videomaterial zeigte Hamiltons Verstoß. Deshalb wurde der Brite drei Plätze zurückgestuft - und Max Verstappen startete von Platz zwei.

Lewis Hamilton (2.v.r.) kniete, nicht alle Fahrer folgten seinem Beispiel

Lewis Hamilton (2.v.r.) kniete, nicht alle Fahrer folgten seinem Beispiel

Foto:

Dan Istitene/ dpa

Gekniet wird nicht gemeinsam: Weltmeister Hamilton (Lesen Sie hier mehr über sein Engagement gegen Rassismus) hatte für die Schweigeminute vor dem Start angeregt, gemeinsam zu knien. Die Fahrer hatten den Vorschlag in ihrer gemeinsamen Besprechung diskutiert - und sich gegen einen einheitlichen Kniefall entschieden. Sechs Piloten blieben stehen: Charles Leclerc, Verstappen, Kimi Räikkönen, Daniil Kvyat, Carlos Sainz, Antonio Giovinazzi. Leclerc erklärte seine Motivation auf Twitter. Verstappen sagte, dass "jeder das Recht hat, sich auf eine Weise auszudrücken, die ihm selbst am besten gefalle. "Ich werde nicht niederknien, aber ich respektiere und unterstütze die persönliche Entscheidung eines jeden Fahrers."

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Startphase: Das erste Saisonrennen ging unspektakulär los. Die Fahrer an der Spitze kamen ähnlich los, als es in der ersten Kurve eng wurde, ließen sich alle genügend Platz. So blieb Bottas an der Spitze und konnte sich direkt etwas absetzen. Der Mercedes ist, wie in den vergangenen Jahren, dafür gebaut, ohne Verkehr an der Spitze zu fahren.

Elf Runden Hoffnung: Verstappen ging nach dem Protest seines Teams als Zweiter ins Rennen und hielt diesen Platz ohne viel Mühe. "Ein Podestplatz wäre heute problemlos möglich gewesen", sagte der Niederländer nach dem Rennen. Er sprach im Konjunktiv, weil er seinen Boliden in der elften Runde mit Elektronikproblemen abstellen musste.

Safety Car, die erste: In Runde 26 rückte die Zeit der ersten Reifenwechsel näher. Das dachte sich auch Haas-Pilot Kevin Magnussen, der sich verbremste und mit einem ungünstigen Parkplatz eine Safety-Car-Phase auslöste. Sofort gingen nahezu alle Fahrer an die Box und ließen neue Reifen aufziehen. Das Feld rückte zusammen, Bottas konnte beim fliegenden Neustart seine Führung gegenüber Hamilton behaupten.

Safety Car, die zweite: Als Williams-Pilot George Russell in der 51. Runde seinen Wagen abstellen musste, kam erneut Bernd Mayländer im Safety Car auf die Strecke. Bottas und Hamilton blieben auf der Strecke, alle anderen wechselten erneut die Reifen. Mercedes musste wegen der lauernden Konkurrenz wachsam sein, auch weil die Renningenieure beide Piloten ermahnten, wegen Getriebeproblemen vorsichtig zu fahren.

Safety Car, die dritte: Es dauerte nur wenige Sekunden, bis Kimi Räikkönen einen Reifen verlor und Mayländer wieder raus musste. Bei der Wiederaufnahme waren die Topfahrer nah beieinander. Alex Albon, zweiter Red-Bull-Pilot, griff Hamilton an. Die Lücke, die der Weltmeister ließ, war etwas zu knapp, Albon drehte sich nach der folgenden Kollision und schied am Ende aus. Für die Rennkommissare lag die Schuld beim Mercedes-Fahrer, die Fünf-Sekunden-Strafe setzt Hamilton in den kommenden Rennen unter Druck.

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Wenn der Chef spricht: War wäre das für ein Paukenschlag für die Formel 1? Man stelle sich vor, Sebastian Vettel schlösse sich nach seinem Ferrari-Aus dem Weltmeister-Rennstall an. Mercedes-Teamchef Toto Wolff war in den vergangenen Wochen stets darum bemüht, das Gerücht nicht komplett sterben zu lassen. Die Story wäre einfach zu gut. In Spielberg war nun aber Daimler-Vorstandsboss Ola Källenius anwesend und gab vor dem Rennen ein Interview: "Wir bleiben bei unseren zwei Jungs", sagte der Schwede vor dem Rennen bei Sky. Für Vettel schließt sich eine weitere Tür.

Grünes Licht für Silverstone: Die Formel 1 benötigt 15 Saisonrennen, um das gesamte TV-Geld verbuchen zu können. Bisher stehen acht Europa-Rennen im Kalender, hinter dem Doppeltermin in Silverstone (2. und 9. August) standen zuletzt aber noch Fragezeichen. Die haben sich nun aufgelöst, die britische Regierung befreite den Formel-1-Tross von der ansonsten gültigen 14-tägigen Quarantäne-Pflicht bei Einreise nach Großbritannien. Für viele europäische Länder soll die Quarantänepflicht in England aber ohnehin vom 10. Juli an aufgehoben werden. Jetzt bleiben Teams und Piloten aber noch in Spielberg, am kommenden Sonntag (12. Juli) steht bereits das zweite Saisonrennen an: Der Große Preis der Steiermark.