Fortuna-Boss über Tönnies "Ich wäre zurückgetreten"

Bisher hat Clemens Tönnies trotz seiner rassistischen Äußerungen viel Beistand aus der Bundesliga erfahren. Fortuna-Boss Thomas Röttgermann dagegen hätte dem Schalker Klubchef den Rücktritt empfohlen.

Thomas Röttgermann hat eine klare Meinung zum Fall Tönnies
Federico Gambarini DPA

Thomas Röttgermann hat eine klare Meinung zum Fall Tönnies


Fortuna Düsseldorfs Klubchef Thomas Röttgermann fordert eine konsequente Aufarbeitung der rassistischen Äußerungen von Schalkeboss Clemens Tönnies. "Ich bin nicht Clemens Tönnies. Für mich kann ich aber sagen: Ich wäre zurückgetreten", sagte Röttgermann der Deutschen Presse-Agentur.

"Beim Thema Rassismus und Diskriminierung gibt es für mich keine Puffer. Wenn jemand so etwas gesagt hat, steckt hinter diesen Worten Geringschätzung gegenüber anderen Gruppen. Wenn man sich diesen Satz zuvor überlegt, steckt ja Substanz dahinter. Dann ist diese Aussage definitiv rassistisch", meinte der Vorstandsvorsitzende.

Tönnies, der Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04, hatte in einer Rede beim "Tag des Handwerks" in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren, sagte Tönnies. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren." Der Ehrenrat des Vereins hatte in Absprache mit Tönnies danach festgelegt, dass der Klubchef seine Ämter für drei Monate ruhen lässt.

Tönnies nehme "in seiner Wahrnehmung vielleicht eine Rolle ein, die es ihm nicht erlaubt zurückzutreten. Vielleicht auch, weil er selbst erschrocken darüber ist, dass ihm eine solche Aussage vor Augen gehalten wird. Ihm dürfte vielleicht nicht klar gewesen sein, welche Geringschätzung aus den Aussagen spricht", sagte Röttgermann.

Röttgermann steht damit im Widerspruch zu seinem Cheftrainer Friedhelm Funkel. Der hatte den Umgang mit Tönnies scharf kritisiert und davon gesprochen, dass der Schalke-Boss ""regelrecht geschlachtet" werde.

aha/dpa



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