Montagsspiel der Bundesliga Erst Fanboykott - dann trifft Frankfurt

Die Frankfurter Fans blieben aus Protest gegen das Montagsspiel der Bundesliga der ersten Halbzeit bei Fortuna Düsseldorf fern: Als sie danach ins Stadion kamen, drehte ihre Mannschaft auf.
Jubelnde Frankfurter nach dem 1:0

Jubelnde Frankfurter nach dem 1:0

Foto: ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX

Als Einlaufmusik hatte die Stadionregie "I don't like Mondays", den alten Klassiker der Boomtown Rats, aufgelegt. Zudem waren die Fanblöcke zum Anpfiff in beiden Kurven leer - die Fortuna-Ultras kamen erst Mitte der ersten Halbzeit, die Eintracht-Anhänger sogar erst nach dem Wechsel ins Stadion. Das Montagsspiel der Fußball-Bundesliga stand wieder einmal im Zeichen der Proteste gegen die unpopuläre Ansetzung durch die DFL.

Fußball wurde aber auch gespielt. Die Fortuna, die zuletzt beim 4:0 auf Schalke noch so sehr aufgetrumpft hatte, verließ diesmal als Verliererin den Platz: Düsseldorf unterlag Frankfurt durch Treffer von Goncalo Paciencia (48.) und Sebastien Haller (90./92.) 0:3 (0:0). Eintracht pirscht sich damit noch näher an die Champions-League-Plätze heran, liegt nur noch drei Punkte hinter RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach.

Die weggebliebenen Fans verpassten in der ersten Halbzeit nicht allzu viel. Düsseldorf jubelte zwar schon nach zwei Minuten, aber der Treffer von Robert Kownacki resultierte aus einer Abseitsposition. Es blieb für eine ganze Weile die einzig aufregende Szene. Für Kownacki ohnehin, der Angreifer musste schon früh verletzt gegen Rouwen Hennings ausgetauscht werden.

Fanproteste in Düsseldorf

Fanproteste in Düsseldorf

Foto: Bongarts/Getty Images

Die Eintracht war mit einer im Vergleich zu den Vorwochen deutlich veränderten Aufstellung aufgetreten. Trainer Adi Hütter ließ mehrere Leistungsträger zunächst auf der Bank, unter ihnen Mittelstürmer Sebastien Haller. Schließlich muss Frankfurt bereits am Donnerstag wieder in der Europa League bei Inter Mailand spielen.

Man merkte den Gästen in der Anfangsphase an, dass sie nicht in Bestbesetzung auf dem Platz standen. Erst kurz vor der Pause wurde ihr Spiel sicherer, Torjäger Luka Jovic vergab eine gute Gelegenheit vor Torwart Michael Rensing. Ansonsten war die erste Halbzeit chancenarm, keine Delikatesse.

Die Frankfurter Fans waren nach dem Wechsel gerade in ihrer Kurve erschienen, da durften sie schon jubeln. Haller-Ersatz Goncalo Paciencia köpfte eine De-Guzman-Flanke aus kurzer Distanz ins Fortuna-Tor, Rensing war gegen den Abschluss des Portugiesen machtlos.

Die Gastgeber forcierten danach ihre Offensivbemühungen und wähnten sich nach einer Stunde dafür belohnt, als Schiedsrichter Hartmann wegen eines vermeintlichen Handspiels von Martin Hinteregger auf den Elfmeterpunkt zeigte - die Entscheidung aber nach Begutachtung des Videobeweises wieder zurücknahm. Danach hatten die Gäste die Partie weitgehend im Griff und verwalteten den Vorsprung bis kurz vor Schluss. Dann machte der eingewechselte Haller alles klar.

Fortuna Düsseldorf - Eintracht Frankfurt 0:3 (0:0)
0:1 Paciencia (48.)
0:2 Haller (90.)
0:3 Haller (92.)
Düsseldorf: Rensing - Zimmermann, Ayhan, Kaminski, Gießelmann - Barkok (73. Karaman), Sobottka (77. Morales) - Raman, Fink, Kownacki (19. Hennings) - Lukebakio.
Frankfurt: Trapp - Toure, Hasebe, Hinteregger - Fernandes - da Costa, Rode, de Guzman (80. Gacinovic), Kostic - Jovic (71. Haller), Paciencia (90. Willems).
Schiedsrichter: Hartmann
Zuschauer: 40.000
Gelbe Karten: Ayhan / Hinteregger, Fernandes

aha
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