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Fußball-Bundesliga: Hoffenheim feiert, Düsseldorf trauert

Foto: THOMAS KIENZLE/ AFP

Bundesliga-Finale Hoffenheim feiert Fußball-Wunder, Düsseldorf steigt ab

Was für ein Saisonfinale: Hoffenheim hat sich mit einem Sensationssieg über Dortmund den Relegationsplatz gesichert, Düsseldorf folgt Fürth in Liga zwei. Schalke hat Freiburg im Kampf um die Champions-League-Qualifikation ausgestochen - und Gladbach hat gegen Bayern drei Tore geschossen.

Hamburg - Drama, Baby, Drama! Der letzte Spieltag der 50. Bundesliga-Saison hielt noch einmal alles parat, was das Herz des Fußballfans begehrt: Frühe Tore, verschossene Elfmeter, Platzverweise - und einen kleinen Vorgeschmack auf das, was die Zuschauer im Champions-League-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund erwarten könnte. Die Bilanz: Fortuna Düsseldorf steigt nur ein Jahr nach dem Aufstieg in die Erste Liga wieder ab, Hoffenheim hat sich sensationell in die Relegation gegen Kaiserslautern geschossen, Augsburg ist gerettet. Schalke hat sich im direkten Duell mit Freiburg den Qualifikationsplatz für die Königsklasse gesichert, der Sportclub und Eintracht Frankfurt spielen in der Europa League. Und der FC Bayern kann doch noch Gegentore kassieren.

Borussia Dortmund - TSG 1899 Hoffenheim 1:2 (1:0)

So richtig hatte in Hoffenheim niemand mehr an das Wunder Klassenerhalt geglaubt - zumal es auswärts gegen den BVB ging, der mit der voraussichtlichen Elf für das Champions-League-Finale aufwartete. Und die konnte das Geschehen über weite Strecken nach Belieben kontrollieren. Bereits mit der ersten großen Chance gelang Robert Lewandowski der Führungstreffer, nachdem 1899-Torhüter Koen Casteels einen Kopfball von Jakub Blaszczykowski zu kurz abgewehrt hatte und der Pole nur noch den Fuß hinhalten musste (6. Minute). Auch in der Folge blieben Angriffe der Gäste Mangelware, die 1:0-Führung der Borussen zur Pause war nach einer weiteren Chance von Blaszczykowski (19.) hochverdient.

Es schien schon alles klar in Dortmund - als die Partie innerhalb weniger Minuten eine krasse Wende nahm. Erst verwandelte Sejad Sahilovic nach einem harten Einsteigen von Mats Hummels einen Elfmeter (77.), zu allem Überfluss verletzte sich der BVB-Verteidiger auch noch bei seinem Foul. Dann musste Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller nach einer Notbremse gegen Sven Schipplock mit Rot vom Platz. Den Strafstoß gegen Nottorwart Kevin Großkreutz trat ebenfalls Sahilovic (82.) - und schoss seine Mannschaft damit auf den Relegationsrang 16. Der schien durch einen Treffer von Marcel Schmelzer in der 92. Minute noch einmal gefährdet, doch Schiedsrichter Drees entschied auf Abseits von Lewandowski.

Borussia Mönchengladbach - Bayern München 3:4 (3:2)

Wie war das? Beste Defensive der Liga, Europas gar? Vier Gegentore hatten die Bayern auswärts bis zum letzten Bundesliga-Spieltag kassiert - und in den ersten zehn Minuten gegen Gladbach stand es bereits 3:1 für die Gastgeber. Nach dem Führungstreffer von Martin Stranzl (4.) und dem Tor von Mike Hanke nur eine Minute später traf Javier Martínez zum kurzzeitigen Anschluss (7.) - nur um zwei Minuten darauf bereits das nächste Gegentor durch Havard Nordtveit zu bestaunen. Dabei hatte Bayern-Coach Jupp Heynckes ernst gemacht und wie BVB-Kollege Jürgen Klopp seine beste Elf für das Champions-League-Endspiel auflaufen lassen. Die zeigte sich erst mal ziemlich schockiert von der unerwarteten Gladbach-Offensive.

Doch die Bayern wären nicht die Bayern, wenn sie sich nicht schnell wieder konzentrieren und fokussieren könnten. Und so übernahm der Deutsche Meister nach und nach die Kontrolle. Franck Ribéry brachte den FCB in 18. Minute wieder auf 2:3 heran und damit etwas Ruhe in die Partie. Schon zu diesem Zeitpunkt war das Spiel eigentlich gedreht. Bis sich das auf dem Papier auswirkte, dauerte es aber bis nach Wiederanpfiff. Erst traf abermals Ribéry zum Ausgleich, dann Arjen Robben sechs Minuten später zum Sieg. Auch wenn Heynckes in seinem letzten Bundesliga-Spiel an seiner alten Wirkungsstätte wohl gern auf so viel Aufregung verzichtet hätte - die Dramaturgie war kinoreif.

Hannover 96 - Fortuna Düsseldorf 3:0 (1:0)

Düsseldorf versuchte von Beginn an, dem drohenden Direktabstieg mit Tempofußball zu begegnen und Hannover unter Druck zu setzen. Doch Torgefahr strahlte das Team von Trainer Norbert Meier nicht aus. Der Kopfball von Kapitän Andreas Lambertz nach Flanke von Bundesliga-Debütant Christian Weber flog in der 25. Minute am Pfosten vorbei. Elf Minuten später begrub Mame Diouf Fortunas Sieg-Hoffnungen mit dem Führungstreffer für die Gastgeber. Düsseldorf mühte sich weiter, kam aber nicht richtig vor das gegnerische Tor - im Gegensatz zu Hannover. Ya Konans Doppelpack (61./76.) ließ keine Zweifel mehr an Hannovers Sieg aufkommen. Düsseldorf, das bis kurz vor Schluss noch auf die Relegation schielen durfte, muss den bitteren Weg in die zweite Liga gehen.

FC Augsburg - Greuther Fürth 3:1 (1:0)

Viel dramatischer hätte das Duell zwischen dem Absteiger und den auf Klassenerhalt hoffenden Gastgebern nicht beginnen können: Drei Minuten waren gespielt, da gab es bereits den ersten Elfmeter für Fürth. Edgar Prib lief an, traf - doch der Strafstoß musste wiederholt werden, weil Mannschaftskollege Park Jung-Bin zu früh in den 16-Meter-Raum gelaufen war. Prib zielte ins andere Eck, und Augsburgs Torwart Alex Manninger hielt. Augsburg agierte in der Anfangsphase zu vorsichtig, Torjäger Sascha Mölders kam nicht richtig zum Zug. Nach einem vergebenen Kopfball machte es Tobias Werner in der 30. Minute besser und verwandelte einen direkten Freistoß zur Führung. Fürth stellte die Augsburger weiter vor größere Probleme als erwartet, trotzdem konnte Jan-Ingwer Callsen-Bracker zehn Minuten nach Wiederanpfiff erhöhen. Der Anschlusstreffer von Florian Trinks (62.) war nicht mehr als hübsches Beiwerk für den rettenden Sieg der Augsburger, den Ji Dong-Won in der 75. Minute mit dem 3:1 perfekt machte.

SC Freiburg - Schalke 04 1:2 (0:1)

Im Spitzenspiel ging es für beide Clubs um viel: den Qualifikationsplatz für die Champions League. Vor 24.000 Zuschauern, darunter auch Bundestrainer Joachim Löw, begannen die Gastgeber deshalb engagiert und erspielten sich die erste Gelegenheit der Partie. Immanuel Höhn zielte aber nach der Hereingabe von Mensur Mujdza über das Tor (6.). Das rächte sich - eine knappe Viertelstunde später gelang Nationalspieler Julian Draxler mit dem ersten Torschuss der Schalker der Führungstreffer (20.). Kurze Hoffnung durfte sich das Team von Christian Streich nach dem Ausgleich durch Jonathan Schmid in der 54. Minute machen - bis der angeschossene Julian Schuster mit einer slapstickartigen Aktion den Ball ins eigene Netz lenkte (58.).

Hamburger SV vs. Bayer Leverkusen 0:1 (0:0)

Der Hamburger SV spielt auch in der kommenden Saison nicht international. Gegen Leverkusen kassierte der HSV am 34. Spieltag eine 0:1-Niederlage. Selbst ein Sieg hätte den Hamburgern nicht für die Europa League gereicht, da zeitgleich Frankfurt gegen Wolfsburg remis spielte. Vor 57.000 Zuschauer in der ausverkauften Arena im Volkspark warfen die Hamburger von Beginn an alles nach vorne. In den entscheidenden Aktionen fehlte aber die nötige Präzision, weshalb zwingende Torchancen trotz optischer Überlegenheit Mangelware blieben. Leverkusen nutze kurz vor Schluss einen Konter durch Stefan Kießling zum Siegtreffer (90.). Der Bayer-Stürmer sicherte sich mit seinem 25. Tor die Torjägerkanone.

Eintracht Frankfurt vs. VfL Wolfsburg 2:2 (1:2)

Frankfurt musste lange zittern, am Ende hat es aber durch ein 2:2-Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg für die Europa-League-Teilnahme gereicht. Jan Polak per Kopf (8.) und Diego mit seinem zehnten Saisontreffer (19.) brachten die Gäste in Führung. Alexander Meier (36.) konnte vor der Pause noch verkürzen. Der Wolfsburger Makoto Hasebe hatte zuvor wegen einer Notbremse die Rote Karte (35.) gesehen. Nach dem Seitenwechsel rannte Frankfurt an und wurde Sekunden vor Schluss durch ein Eigentor von Rodriguez (90.) mit dem Ausgleich belohnt. Bereits vor der Partie hatte die Eintracht die Verlängerung des auslaufenden Vertrags von Torwart Oka Nikolov um ein weiteres Jahr bekannt gegeben.

VfB Stuttgart vs. Mainz 05 2:2 (2:2)

Der VfB Stuttgart hat die Generalprobe für das DFB-Pokalfinale gegen Bayern München am 1. Juni in Berlin verpatzt. Im Heimspiel gegen Mainz 05 musste sich der VfB mit einem 2:2-Unentschieden begnügen. Chinedu Ede hatte die Gäste zunächst in Führung gebracht (16.), durch ein Eigentor von Mainzer Torhüter Christian Wetklo (22.) kam Stuttgart aber nur sechs Minuten später zum Ausgleich. Arthur Boka nährte mit seinem Treffer (33.) kurzzeitig die Hoffnung auf einen Heimsieg, Nicolai Müller (42.) sorgte allerdings noch vor der Pause für Ernüchterung beim Stuttgarter Publikum.

1. FC Nürnberg - Werder Bremen 3:2 (0:1)

Für den ersten Höhepunkt des Nachmittags in Nürnberg sorgten die Werder-Profis bereits vor dem Anpfiff: Die Spieler begannen ihr Aufwärmprogramm mit grünen T-Shirts, auf die der Spruch "Danke Thomas! Niemals geht man so ganz" aufgedruckt war. Nach einigen Minuten in den Hemden liefen die Spieler zu den mitgereisten Werder-Fans und warfen die Shirts den Anhängern zu. Thomas Schaaf hatte Bremen nach 14 Jahren als Coach am Mittwoch "einvernehmlich" verlassen. Spielerisch bekamen die Zuschauer anschließend einiges geboten. Bremen ging durch einen Treffer von Kevin de Bruyne (36.) in Führung, nach der Pause drehten Per Nilsson (61.) und Sebastian Polter (81.) mit ihren Treffern die Partie zugunsten der Gäste. Das war aber noch nicht alles: In der Schlussphase traf erst Pekhart (88.) zum 3:1, bevor de Bruyne nochmals verkürzen konnte (89.).

psk/mib
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