Düsseldorfs Torwart Fabian Giefer 440 Gründe für Gelassenheit

Viermal ohne Gegentor in der Liga, einmal "zu null" im DFB-Pokal: Fortuna Düsseldorf hat einen überraschend starken Saisonstart hingelegt. Dabei kann sich der Aufsteiger vor allem auf Torwart Fabian Giefer verlassen. Der bislang Unbezwungene stärkt das Team mit Gelassenheit und Realitätssinn.


Hamburg - Manuel Neuer, Marc-André ter Stegen, Roman Weidenfeller: Die Bundesliga ist nicht eben arm an Torhüter-Stars und -Talenten. Doch in dieser Saison ist einer besser als all die Namhaften, ein 22-Jähriger, den eigentlich niemand wirklich auf der Rechnung hatte. Fabian Giefer, Keeper bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf, ist vor dem fünften Spieltag der einzige Bundesliga-Torwart, der noch ohne Gegentor ist. Zufall? Glück? Eine undurchdringliche Abwehrreihe, die ihm alle Arbeit abnimmt? Weniger. Giefer ist einfach gut.

Das zeigte er zuletzt im Spiel gegen den SC Freiburg (0:0), als er Flanke um Flanke abfing, sich reflexartig auf jeden Ball warf, und somit alle Gefahrensituationen beseitigte. Keiner überwand den 1,96 Meter großen und 93 Kilogramm schweren Schlussmann. So hält er seit fünf Pflichtspielen, vier in der Liga, eines im Pokal: Seit 440 Minuten ist Giefer ohne Gegentor.

Entscheidung gegen Bayern München

Dabei hatte dem 22-Jährigen kaum einer eine große Zukunft zugetraut, als er vor der Saison für 400.000 Euro aus Leverkusen zur Fortuna gewechselt war. Bei sechs Spielen hatte er zuvor im Bayer-Tor stehen dürfen, die meiste Zeit jedoch auf der Bank gesessen. Als der FC Bayern um ihn als Nummer zwei hinter Neuer warb - Trainer Jupp Heynckes kannte ihn noch aus seiner Leverkusener Zeit -, besaß Giefer genug Mut und Realitätssinn, um dem Münchner Sportdirektor Matthias Sammer abzusagen. Er wollte nicht wieder nur Reserve sein.

Diese Entscheidung war bislang offenbar die richtige, für Trainer Norbert Meier hat Giefer sich zumindest unersetzlich gemacht. Auf ihn und seine Vorderleute war bislang Verlass, mit der gut sortierten Fortuna-Defensive sorgte er dafür, dass Düsseldorf noch nicht verloren hat. Doch Giefer weiß: "In der Bundesliga wird für uns keine Normalität einkehren. Wir sind der Underdog." Die Mannschaft müsse sich weiter auf ihre Stärken in der Defensive konzentrieren, sonst werde sie "von anderen Mannschaften abgeschlachtet", sagt der Towart.

Giefer macht nicht viel Aufhebens um sich und diese 440 Minuten. Alles was er will, ist gut halten. Bester Beweis: Beim 0:0 vor zehn Tagen in Stuttgart hatte ihm in der 80. Minute bei einer Abwehraktion Martin Harnik ein Loch in den unteren Gaumen getreten. Gruselige Bilder der Verletzung wurden im Internet verbreitet. Die Wunde wurde genäht - und Giefer stand sieben Tage später gegen Freiburg wieder auf dem Platz und hielt.

Fortuna fehlt die "richtige Balance"

Er weiß, dass seine Serie nicht ewig halten wird. Dass sie womöglich schon am Dienstag bei Mitaufsteiger Greuther Fürth (20 Uhr) oder am Freitag gegen Schalke 04 (20.30 Uhr, jeweils Liveticker SPIEGEL ONLINE) enden wird. Doch auch das sieht Giefer gelassen: "Der Druck ist doch in jedem Spiel da. Und jede Minute, die ich spiele, bringt mir mehr Selbstvertrauen." Es sei ihm aber lieber, ein Spiel 2:1 zu gewinnen, als seine eigene Serie zu verlängern.

Ähnlich entspannt geht Trainer Meier mit der Serie seiner Nummer eins um. Angesprochen auf den Liga-Bestwert von vier zu null gespielten Partien sagte er lapidar: "Die Null steht bei uns - und auf der anderen Seite auch immer." Er weiß, dass er allein mit einer guten Abwehr keine Spiele gewinnen kann. Es fehlen die Chancen. "Man darf da keine Weltwunder erwarten", sagte Giefer dem "Kicker" im Hinblick auf die schwache Offensivleistung seiner Mannschaft. "Wir müssen noch die richtige Balance finden."

psk/dpa/sid



insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
Herzbubi 25.09.2012
1. Torwart
der Giefer ist nicht schlecht aber nichts gegen Trap von der Eintracht. Ein Blick auf die Tabelle sagt so einiges..
AverageXY 25.09.2012
2. nix Titel
Hat der Spon-Praktikant heute seinen Taschenrechner zu Hause vergessen? Wenn Giefer seit 5 Spielen seinen Kasten sauber hält, sind das minimum 450 min (Nachspielzeit eingerechnet) und nicht 440 min.
uli.bo 25.09.2012
3.
Zitat von AverageXYHat der Spon-Praktikant heute seinen Taschenrechner zu Hause vergessen? Wenn Giefer seit 5 Spielen seinen Kasten sauber hält, sind das minimum 450 min (Nachspielzeit eingerechnet) und nicht 440 min.
"Beim 0:0 vor zehn Tagen in Stuttgart hatte ihm in der 80. Minute bei einer Abwehraktion Martin Harnik ein Loch in den unteren Gaumen getreten..."
mountbatten 25.09.2012
4.
Zitat von AverageXYHat der Spon-Praktikant heute seinen Taschenrechner zu Hause vergessen? Wenn Giefer seit 5 Spielen seinen Kasten sauber hält, sind das minimum 450 min (Nachspielzeit eingerechnet) und nicht 440 min.
o konträr Da hat jemand recherchiert, gegen Stuttgart ist er nach 80 Minuten raus
materborn 25.09.2012
5. 450 minus 10 = 440 min
"Nach einem Tritt gegen den Kiefer musste der Keeper (Giefer) im Spiel beim VfB Stuttgart nach 80 Minuten ausgewechselt werden ..." Wer lesen kann, hat Vorteile.
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