Frankfurt - Bremen Hessen ohne Feuer

Die Heimniederlage gegen die wieder erstarkten Bremer zeigt der Frankfurter Eintracht, dass es zum Klassenerhalt noch ein weiter Weg ist.


Pas de deux: Mladen Krstajic (l.) und Alexander Schur
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Pas de deux: Mladen Krstajic (l.) und Alexander Schur

Frankfurt am Main - "Es fehlte die Aggressivität, es war kein Feuer in der Mannschaft. Zu viele haben nicht die Form der letzten Spiele gehabt", kritisierte Interimscoach Ralf Dohmen nach der 1:2 (0:1)-Pleite und gestand: "Ich wusste, dass die erste Niederlage kommen würde. Das dies aber so schnell passiert und auch noch zu Hause, hätte ich nie gedacht."

Dennoch verbreitete der Magath-Nachfolger tapfer die Version, dass eigentlich nichts Besonderes vor 21.000 Zuschauern im Waldstadion passiert sei. "Über diese Niederlage kommen wir schnell weg. Ich habe überhaupt keine Sorge, dass uns das einen Knacks geben könnte. Das Team ist gefestigt."

"Ich werde weiter so arbeiten wie bisher"

Grund zum Umdenken sieht Dohmen trotz der spielerisch dürftigen Vorstellung seiner Mannschaft gegen die in jeder Hinsicht klar überlegenen Hanseaten nicht: "Ich werde weiter so arbeiten wie bisher und sehe keine Veranlassung, etwas zu ändern. Was letzte Woche richtig war, muss nach der ersten Niederlage nicht falsch sein."

Trotz aller Bekenntnisse: Die Frankfurter stecken nach der ersten Schlappe unter dem 48-Jährigen - zuvor gab es sieben Punkte aus drei Spielen ohne Niederlage - wieder mitten im Abstiegskampf. Eine Situation, mit der sich die Eintracht auskennt, für die der indisponierte Spielmacher Horst Heldt in der 52. Minute einen Foulelfmeter an den Pfosten geschossen hatte. Kapitän Torsten Kracht: "Wir stehen wie so oft unter Druck. Aber das wäre selbst bei einem Sieg nicht wesentlich anders gewesen."

"Horst war platt, ihm hat das Selbstvertrauen gefehlt"

In den kommenden Tagen will der frühere Karlsruher Bundesliga-Profi Dohmen mit dem zuletzt unglücklich agierenden Abwehrchef Karel Rada, der Ailton mit seinem Patzer den Weg zum Führungstreffer geebnet hatte, und dem Regisseur außer Form sprechen: "Horst war platt, ihm hat das Selbstvertrauen gefehlt."

Die Suche nach einem neuen Trainer aber werde trotz des Rückschlages nicht intensiviert, bestätigte Steven Jedlicki. Der Chef der Eintracht-Fußball AG dementierte zudem Gerüchte, nach denen Stadion-Dauergast Otto Rehhagel als Sportdirektor im Gespräch sein soll.

"Wir ergänzen uns super, einer ist für den anderen da"

Dohmens Pendant, Thomas Schaaf, übte sich in der Stunde des Triumphes in hanseatischer Bescheidenheit und wollte trotz der Erfolgsserie mit zuletzt 13 Punkten aus fünf Spielen und der Tuchfühlung zu den Uefa-Cup-Plätzen - nur drei Punkte Rückstand - nicht in Euphorie verfallen. "Das war eine gute Leistung, aber wir gucken in der Tabelle nicht nach oben, sondern immer zum nächsten Gegner. Trotzdem hat man gesehen, dass wir uns mittlerweile super ergänzen und einer für den anderen da ist", lobte der 39-Jährige.


Frankfurt - Bremen 1:2
0:1 Ailton (21.)
0:2 Pizarro (90.)
1:2 Baumann (90., Eigentor)
Frankfurt: Heinen - Bindewald, Rada, Kracht - Sobotzik (46. Guie-Mien), Mutzel (46. Wimmer), Schur, Heldt (69. Fjörtoft), Gebhardt - Yang, Kryszalowicz
Bremen: Rost - Baumann, Verlaat, Krstajic - Frings, Eilts, Ernst, Bode - Herzog (71. Trares) - Pizarro, Ailton (74. Stalteri)
Schiedsrichter: Aust (Köln)
Zuschauer: 20.000
Gelbe Karten: Gebhardt (4), Bindewald - Ernst (4)
Bes. Vorkommnis: Heldt (52., Frankfurt) verschießt Foulelfmeter



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