Sieg gegen Glasgow Rangers Frankfurt triumphiert im Finale der Europa League

Eintracht Frankfurt hat eine überragende Europokalsaison gekrönt und die Europa League gewonnen. Im Finale besiegte der Bundesligist die Glasgow Rangers. Die Entscheidung fiel im Elfmeterschießen.
Jubelnde Frankfurter: Triumph in Sevilla

Jubelnde Frankfurter: Triumph in Sevilla

Foto: SUSANA VERA / REUTERS

Eintracht Frankfurt hat den zweiten großen internationalen Titel der Vereinsgeschichte gewonnen: Im Finale der Europa League besiegte der Bundesligist in Sevilla den schottischen Gegner FC Rangers 5:4 im Elfmeterschießen, nach 120 Minuten hatte es 1:1 (1:1, 0:0) gestanden.

Das Team aus Glasgow war durch Joe Aribo in Führung gegangen (57. Minute), für Frankfurt traf Rafael Borré (69.). Fast auf den Tag genau 42 Jahre nach dem Triumph im Uefa Cup verwandelte ebenfalls Borré den entscheidenden Elfmeter und schoss die Eintracht zum Sieg, der das Team von Trainer Oliver Glasner in der kommenden Saison zum Start in der Champions League berechtigt.

»Was die Jungs diese Saison geleistet haben, da fehlen mir die Worte, die fehlen mir nicht oft«, sagte Trainer Glasner nach Schlusspfiff.

Frankfurt hatte seine Vorrundengruppe gewonnen und anschließend in teils rauschhaften Spielen Real Betis, den FC Barcelona und West Ham United besiegt. Glasgow hatte auf dem Weg ins Finale unter anderem Borussia Dortmund und RB Leipzig ausgeschaltet. Vor allem der Sieg in Barcelona hatte den Frankfurtern vor dem Endspiel den Favoritenstatus eingebracht – und das Team wurde dem die meiste Zeit gerecht.

Bei gut 30 Grad und vor beeindruckender Fankulisse entwickelte sich in Südspanien kein sonderlich hochklassiges, aber intensives Fußballspiel. Das bekam nach fünf Minuten Eintracht-Kapitän Sebastian Rode zu spüren. Er wurde von John Lundstram mit dem Fuß am Kopf getroffen und blieb blutüberströmt liegen. Nach mehrminütiger Behandlungspause konnte Rode mit Verband und frischem Trikot weiterspielen.

Die meisten Chancen erspielten sich die Frankfurter – und auch die erste: Daichi Kamada dribbelte sich durch die Rangers-Abwehr, die nicht richtig klären konnte. Der Ball prallte zu Djibril Sow, dessen Schuss von der Strafraumgrenze dann aber kein Problem für Torhüter Allan McGregor darstellte (12. Minute). Deutlich gefährlicher wurde es dann durch Ansgar Knauff. Die Leihgabe vom BVB dribbelte ebenfalls recht ungestört in den gegnerischen Strafraum und kam aus rund zwölf Metern zum Torschuss. McGregor klärte mit einer starken Parade (20.). Es sollte die beste Chance der ersten Hälfte bleiben.

Danach hatten die Schotten ihren ersten Torabschluss, Aribo schlenzte aus 17 Metern knapp vorbei (26.). Bei einem Lundstram-Kopfball musste SGE-Torhüter Kevin Trapp erstmals eingreifen (36.).

Nach der Pause setzte Frankfurt die Rangers sofort unter Druck, ein abgefälschter Schuss von Jesper Lindstrøm ging knapp am Tor vorbei. Kurz darauf forderten die Frankfurter Elfmeter: Connor Goldson hatte Eintracht-Stürmer Borré im Zweikampf zu Fall gebracht, aber der slowenische Schiedsrichter Slavko Vinčić ließ weiterspielen.

Das Tor machten dann die Schotten. Frankfurts brasilianischer Verteidiger Lucas Silva Melo, genannt »Tuta«, ging mit einem Vorsprung ins Laufduell mit Glasgows Stürmer Aribo, stolperte aber und musste mit ansehen, wie Aribo zum 1:0 einschob.

Frankfurts Kamada hatte zehn Minuten später die Riesenchance zum Ausgleich, lupfte den Ball aber frei stehend vor Keeper McGregor über das Tor (67.). Viel weniger Platz, aber mehr Erfolg hatte dann Borré. Nach einer Flanke von Filip Kostic spitzelte der Kolumbianer den Ball zum Ausgleich über die Linie (69.).

Trapp rettet die Eintracht ins Elfmeterschießen

Frankfurt drängte noch auf den Siegtreffer, erspielte sich aber keine großen Chancen mehr – es ging in die Verlängerung. Erneut Borré hätte dort das 2:1 für die Eintracht erzielen können, Calvin Bassey störte ihn aber im letzten Moment (95.).

Beiden Mannschaften merkte man inzwischen deutlich die lange Saison und die schweren Bedingungen an. Die Kräfte ließen immer mehr nach, Kombinationen gab es kaum noch.

Kevin Trapp rettete Frankfurt dann mit einer starken Parade ins Elfmeterschießen. Der Torhüter warf sich in einen Schuss von Ryan Kent und parierte kurz darauf noch einen Freistoß von James Tavernier. Danach war Schluss, das Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen.

Dort trafen Tavernier, Davis, Arfield und Roofe für Glasgow, Lenz, Hrustić, Kamada und Kostić verwandelten für die Eintracht. Einzig Aaron Ramsey scheiterte an Trapp, Borré machte dann den Triumph perfekt.

luk