Frankfurt spielt 1:1 gegen Nürnberg Dauerbrenner

Nürnberg trifft ohne Torschuss. Frankfurt muss im Rückspiel auf einen zentralen Mann verzichten. Und der Stadionsprecher hatte viel zu tun. Alles Wichtige zum Spiel.

Fans zünden Pyros
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Fans zünden Pyros


Ausgangslage: Wenn es so etwas wie einen Favoriten in der Relegationspartie zwischen Frankfurt und Nürnberg gab, dann war es die Eintracht - weil nun mal der Erstligist als Favorit gilt und in insgesamt zwölf von 17 Fällen als Sieger aus der Relegation hervorging. Die Rückkehr von Top-Torjäger Alexander Meier sorgte für einen weiteren Bonus. Für Nürnberg sprach, dass der Club so etwas wie der Relegationsweltmeister im deutschen Fußball ist. Vier Spiele, vier Siege, null Gegentore - so gut ist die Bilanz keiner anderen deutschen Mannschaft. Auch Frankfurt hat die Relegation schon zweimal erfolgreich hinter sich gebracht - allerdings mit zwei Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage.

Das Ergebnis: 1:1 (0:1) - hier geht es zum Spielbericht.

Aufstellungen:
Frankfurt: Hradecky - Chandler, Abraham, Russ, Oczipka - Hasebe, Huszti - Aigner (61. Ben-Hatira), Meier (70. Stendera), Gacinovic (84. Castaignos) - Seferovic
Nürnberg: Schäfer - Brecko, Margreitter, Bulthuis, Sepsi - Petrak, Behrens - Kerk (74. Blum), Leibold (89. Gíslason) - Burgstaller, Füllkrug (85. Hovland)

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Frankfurts Unentschieden in der Relegation: Zittern um die Bundesliga

Erste Hälfte: Eintracht Frankfurt dominierte die Partie, hatte durchaus Chancen, verpasste es aber, in Führung zu gehen. Die beste Gelegenheit war ein Schuss von Stefan Aigner in der siebten Minute. Nürnberg fand offensiv gar nicht statt. Die Gäste hatten nicht einen Schuss aufs gegnerische Tor, nicht einmal eine Ballberührung im gegnerischen Strafraum - und gingen trotzdem kurz vor der Pause in Führung ("Ausgerechnet"-Moment des Spiels I).

Zweite Hälfte: Frankfurt machte beherzt weiter, drängte auf den Ausgleich. Bis zur 65. Minute konnten die Gäste das verhindern, dann kam Mijat Gacinovic. Der Serbe nahm eine Flanke von Timothy Chandler an und schob den Ball ins lange Eck. Die Gastgeber drängten vergebens auf den Siegtreffer, Nürnberg war offensiv weiter kaum vorhanden. Das Ergebnis waren 21:1 Torschüsse.

Vermisstenmeldung des Spiels: Der Relegationsdauergast der vergangenen Jahre verpasste in diesem Jahr das Saisonfinale, wurde aber schmerzlich vermisst. Da können Verwechslungen schon einmal vorkommen.

Rückkehrer des Spiels: Torjäger, Fußballgott, Kopfballungeheuer - Alexander Meier war rechtzeitig zur Relegation fit und spielte von Beginn an. Er blieb in der ersten Hälfte weitgehend unauffällig und war auch in der zweiten Hälfte mehr dunkle Bedrohung als reale Gefahr. Oder wie Kommentator Tom Bartels mehrfach betonte: Er half durch seine Präsenz.

Thema des Spiels: Vorher, währenddessen und nachher wurde nur über Marco Russ gesprochen. Bei dem Abwehrspieler der Eintracht wurde im Zuge einer Dopingkontrolle eine Krebserkrankung entdeckt. Er spielte dennoch und wurde vom Publikum begeistert gefeiert.

"Ausgerechnet"-Moment des Spiels I: Es war die 43. Minute. Einen Freistoß von Sebastian Kerk fälschte Marco Russ unhaltbar für Lukás Hrádecký ins eigene Tor ab. Jeglicher Kommentar dazu scheint unpassend.

"Ausgerechnet"-Moment des Spiels II: Wieder Russ, dieses Mal in der 56. Minute. Da kam Frankfurts Abwehrspieler gegen Ondrej Petrák im Mittelfeld zu spät und senste ihn um - Gelb. Russ ist damit für das Rückspiel gesperrt.

Versöhnung des Spiels: Der Abend nahm für Russ einen versöhnlichen Ausgang. Nach der Partie holte er seine beiden Kinder aufs Feld und drehte mit ihnen eine Ehrenrunde vor der Fankurve.

Dauerschleife des Spiels: Der Warnhinweis des Stadionsprechers/Sicherheitsbeauftragten zur Pyrotechnik. In regelmäßigen Abständen (1., 21., 26., 34., 47. und 61. Minute) sagte er seinen Spruch auf und wurde zunehmend ungeduldiger. Beide Fanlager schienen einen schier unerschöpflichen Vorrat an brennbarem Material mit sich geführt zu haben und zündelten immer wieder.

Die Aussichten: Frankfurt hat für das Rückspiel am Montag (20.30 Uhr, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE) die etwas schlechtere Ausgangsposition und muss im Rückspiel beim Club unbedingt ein Tor machen. Nürnberg reicht ein torloses Unentschieden.



insgesamt 22 Beiträge
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33dd 20.05.2016
1. Ich
würde gerne auf diesem Weg Marco Russ alles Gute und viel Kraft wünschen! Das Spiel war zwar irgendwie spannend, aber von beiden Seiten richtig schlecht gespielt.
netroot 20.05.2016
2. Fussballfachverstand
Ich vermisse Fussballfachverstand: Warum sollte der Zweitligligist beim 0:0 auswärts angreifen? Warum, wenn ee 1:0 führt und selbst beim 1:1? Die Flanke, die zum Tor führte war aus dem Bilderbuch.... - ich finde die Zählung der 21 Torschüsse für Frankfurt interessant... Die angeblich so tolle Abwehrleistung von Nürnberg ebenfalls. Ich sah eine Eintracht, die eklatante Freiräume bis weit in den Strafraum nur einmal mit Stolperglück ausnutzen konnte und taktisch sehr starke Nürnberger, welche verzweifelt darauf warteten, dass der Erstligist mal Druck macht.... Fazit: Beide nicht erstligatauglich. Was sehr schade ist. Für alle...denn dann mehren sich Partien, wie Ingolstadt:Hoffenheim und Augsburg:Darmstadt (wo zum Teufel liegen denn diese Dörfer?)
sumfuiesse 20.05.2016
3. Live vor Ort
Das Spiel war nicht sonderlich gut, aber das hat wohl auch niemand erwartet. Spannend war es definitiv und die Stimmung war - aus neutraler Sicht - extrem gut. Selbst im gemäßigten Frankfurter Block hat der Boden gebebt, als 30.000 gemeinsam gesprungen sind. Das war wirklich beeindruckend. Pyrotechnik war einfach unnötig, der Stadionsprecher wirkte sehr genervt nach dem 5. oder 6. Mal. Aufgrund des Spiels wünsche ich der Eintracht den Sieg in der Relegation, da der Clubb ohne Torschuss ein Tor "geschossen" hat. Das war offensiv gar nichts vom Clubb. -Ein Relegations-Doublesieger der letzten beiden Jahre
schratzl 20.05.2016
4. Ein Schelm der sich Gedanken macht
Ein Eigentor und eine gelbe Karte könnten doch auch..., na ja schau mer mal.
schorni76 20.05.2016
5. noch schlimmer als HSV
selbst ich als Franke muss sagen, wenn Nürnberg tatsächlich mit nem 0:0 im Rückspiel aufsteigen sollte, ist das ja noch unverdienter als die letzten Jahre der HSV
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