Gewalt im französischen Fußball Anhänger gehen im Stadion aufeinander los, Bewaffnete attackieren Bus

In Frankreichs Ligue 1 ist es erneut zu Ausschreitungen gekommen. Beim Marseille-Spiel in Angers gerieten Anhänger auf dem Spielfeld aneinander. In Montpellier wurde ein Bus der Gäste aus Bordeaux angegriffen.
Ausschreitungen auch beim Spiel von Marseille in Angers

Ausschreitungen auch beim Spiel von Marseille in Angers

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JEAN-FRANCOIS MONIER / AFP

Schon wieder haben Randale in Frankreich Fußballspiele der Ligue 1 überschattet: Am Mittwochabend gingen bei der Partie zwischen Gastgeber Angers SCO und Olympique Marseille Anhänger beider Mannschaften aufeinander los. Zuvor hatten Anhänger von HSC Montpellier vor dem Spiel gegen Girondins Bordeaux einen Bus aus der Hafenstadt angriffen. Die Sportzeitung »L'Équipe« sprach von einer »traurigen Angewohnheit«, die sich in den Stadien der ersten französischen Spielklasse breitgemacht habe.

In Angers waren Menschen aus dem Marseille-Block auf dem Platz entlang der Tribüne zu einem anderen Bereich gestürmt und hatten sich dort mit Anhängern des Heimteams angelegt. Auf Videos und Fotos ist zu sehen, wie Menschen aufeinander einschlagen, Gegenstände fliegen durch die Luft.

Sicherheitskräfte mussten einschreiten, selbst OM-Trainer Jorge Sampaoli griff demnach mit ein. Französischen Medienberichten zufolge habe der Stadionsprecher versucht, die Eskalation zu stoppen. »Bitte, Bitte. Welches Bild geben wir ab? Bitte Leute, beruhigt euch«, rief er demnach über die Lautsprecher.

Laut Marseilles Kommunikationschef Jacques Cardoze war eine Provokation von Heimfans gegen OM-Spieler vorausgegangen, diese seien unter anderem mit Feuerwerkskörpern beworfen wurden, die Marseille-Fans hätten darauf reagiert, »was leider ein klassisches Muster ist«, so Cardoze, »es ist dumm von beiden Seiten«. Er sprach von einer »kollektiven Verantwortung«. Man könne beobachten, dass sich die Probleme ausbreiten: »Wir haben 15 Monate lang keinen Fußball mehr gesehen, und die Leute sind offenbar nicht intelligent genug, um nur zum Fußballschauen zu kommen«, zitiert der Sportinformationsdienst Cardoze.

16 Verletze nach Angriff auf Bus

Stunden zuvor war es vor der Partie zwischen Montpellier und Bordeaux zu einem weiteren Zwischenfall gekommen. Offiziellen Angaben zufolge hatten rund fünfzig Anhänger des Heimteams einen Bus mit Fans der Gäste angriffen. Danach kam es nach Polizeiangaben zu einer Schlägerei, die Angreifer hatten demnach Rauchbomben und Eisenstangen dabei, 16 Personen wurden leicht verletzt. Festnahmen habe es zunächst nicht gegeben. Die Täter sollen ermittelt werden.

In Frankreichs Stadien war es zuletzt vermehrt zu gewaltsamen Zwischenfällen gekommen. Am vergangenen Wochenende drängten Fans beim Nordderby Lens gegen Lille vor der Halbzeit das Spielfeld. Sitzschalen wurden geworfen, auch hier gab es mehrere Verletzte. Das Spiel konnte nach 30 Minuten unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen fortgesetzt werden. Abgebrochen werden musste die Partie zwischen OGC Nizza und Olympique Marseille vor rund vier Wochen, nachdem zunächst Nizza-Anhänger auf den Platz gestürmt waren und Anhänger, Spieler und Klubverantwortliche sich heftige Auseinandersetzungen geliefert hatten.

sak/dpa
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