Frankreich im Viertelfinale Zidane zerstört Spaniens Titelträume

Mit einem Tor kurz vor Spielende hat Zinedine Zidane Frankreich ins Viertelfinale der WM geschossen. Spanien, das in der Vorrunde grandiosen Fußball spielte und ein großer Favorit auf den Titel war, ist ausgeschieden.

Hannover - Frankreich bezwang Spanien 3:1 (1:1) und spielt nun am Samstag in Frankfurt gegen Titelverteidiger Brasilien, der sich zuvor 3:0 gegen Ghana durchgesetzt hatte.

Mittelfeldregisseur Zidane sorgte mit seinem Treffer in der Nachspielzeit für die Entscheidung. Zuvor hatte Patrick Vieira die Franzosen mit seinem Kopfballtreffer in der 82. Minute in Führung gebracht.

Dabei sah es anfangs noch gut für die Spanier aus, sie waren in der 28. Minute in Führung gegangen. Frankreichs Rekordnationalspieler Lilian Thuram traf Spaniens Verteidiger Pablo im Strafraum am Fuß, der in unmittelbarer Nähe stehende Schiedsrichter Roberto Rosetti entschied sofort auf Elfmeter.

Mit einem platzierten Flachschuss ließ in der 28. Minute David Villa dem französischen Keeper Fabien Barthez keine Abwehrchance. Äußerlich unbeeindruckt von dem Rückstand verstärkten die Franzosen ihre Offensivbemühungen und hatten in der 41. Minute damit auch Erfolg: Vieira bediente mit einem Pass aus dem Mittelkreis heraus den durchstartenden Franck Ribéry, der 23-Jährige umspielte im Strafraum erst Torhüter Iker Casillas und schob dann den Ball an zwei heranstürmenden spanischen Abwehrspielern vorbei ins Tor.

Aus Angst vor einem frühen Gegentor blieben gefährliche Angriffsaktionen in der Anfangsphase Mangelware. Nach seiner Gelb-Sperre wieder als Kapitän im französischen Team, leitete Zidane die erste Großchance für Frankreich in der 23. Minute ein. Doch Ribéry und Vieira verpassten binnen Sekundenbruchteilen den Ball am Fünf-Meter-Raum der Spanier. In diese starke Phase der Mannschaft von Trainer Raymond Domenech hinein platzte der überraschende Führungstreffer für das Team von Coach Luis Aragones.

Wie von vielen erwartet, scheuten beide Teams während der gesamten Spielzeit das letzte Risiko. Konzentrierte Defensivarbeit war Trumpf und so entstanden nur wenige wirklich torreife Situationen. Insbesondere das Team von Domenech tat sich bei seinen Angriffsbemühungen schwer, trotz heftiger Kritik in der Heimat hatte Domenech mit Thierry Henry erneut nur eine einzige Sturmspitze aufgeboten, die sich in den Zweikämpfen mit der gut gestaffelten spanischen Abwehr immer wieder aufrieb.

Aber auch die Iberer, die mit drei Siegen und nur einem einzigen Gegentor durch die Vorrunde marschiert waren, konnten nur phasenweise an ihre bisherigen Leistungen anknüpfen.

Spanien - Frankreich 1:3 (1:1)
1:0 Villa (28./Foulelfmeter)
1:1 Ribéry (41.)
1:2 Vieira (83.)
1:3 Zidane (90.+2)
Spanien: Casillas - Sergio Ramos, Pablo, Puyol, Pernía - Xavi (72. Marcos Senna), Xabi Alonso, Fábregas - Torres, Villa (54. Joaquín), Raúl (54. Luis Garcia)
Frankreich: Barthez - Sagnol, Thuram, Gallas, Abidal - Vieira, Makelele - Ribéry, Zidane, Malouda (74. Govou) - Henry (88. Wiltord)
Schiedsrichter: Rosetti (Italien)
Zuschauer: 43.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Puyol / Vieira, Zidane, Ribéry

pav/sid

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