Umstrittene WM-Vergabe nach Katar Beckenbauer beantwortet Fifa-Fragen

Es geht um die umstrittenen WM-Vergaben nach Katar und Russland: Franz Beckenbauer hat die Fragen der Fifa-Ethikkommission nun doch beantwortet. Bayern-Präsident Hopfner attackiert den Fußball-Weltverband.

Bayern-Ehrenpräsident Beckenbauer: "Per Mail & Fax"
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Bayern-Ehrenpräsident Beckenbauer: "Per Mail & Fax"


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Hamburg - Bayern Münchens Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hat die Fragen des Fifa-Chefermittlers Michael J. Garcia im Zusammenhang mit der WM-Vergabe nach Katar und Russland "per Mail & Fax" beantwortet. Das teilte sein Manager Marcus Höfl via Twitter mit. Über den Inhalt der Antworten wurde nichts bekannt.

Das frühere Fifa-Exekutivmitglied Beckenbauer hatte auf Anfrage Garcias, der die Vorgänge bei den umstrittenen WM-Vergaben an Russland 2018 und an Katar 2022 untersucht, zunächst nicht geantwortet. Dies hatte er mit Verständnisschwierigkeiten der auf "Juristen-Englisch" formulierten Fragen begründet.

Der 68-Jährige war daraufhin mit einer provisorischen 90-Tage-Sperre durch den Fußball-Weltverband belegt worden. Während dieser Zeit ist es ihm unter anderem untersagt, offizielle Spiele, wie etwa WM-Partien in Brasilien, zu besuchen.

Beckenbauer hatte daraufhin angekündigt, kooperieren zu wollen - was er nun offenbar getan hat. Er kann nun aber nicht automatisch mit dem Ende seiner Sperre rechnen. Das Gremium sei frei in seiner Entscheidung, hatte die Fifa bereits zuvor mitgeteilt.

Bayern-Präsident Karl Hopfner griff indes den Fußball-Weltverband Fifa scharf an. "So ein Vorgehen gegenüber einer Person wie Franz Beckenbauer, die über die Jahre hinweg mit Lob und Orden von der Fifa ausgezeichnet wurde, ist inakzeptabel", sagte Hopfner der "Bild"-Zeitung.

Ohne Vorankündigung, also aus heiterem Himmel, die Höchstsperre auszusprechen, sei unverständlich. Man teile auch nicht die Rechtsauffassung der Fifa, da Franz Beckenbauer keiner Fifa-Kommission mehr angehöre, so Hopfner weiter.

"Die Sperre, die ohne nachgewiesenes Verschulden von Franz Beckenbauer durch die Fifa ausgesprochen wurde, können wir als FC Bayern nicht akzeptieren", sagte Hopfner. Der FC Bayern wehre sich gegen die Sperre und stehe voll hinter Beckenbauer. "Er ist und bleibt unser Ehrenpräsident - ohne Wenn und Aber", sagte Hopfner.

bka/dpa/sid



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Seite 1
mauskeu 18.06.2014
1.
Zitat von sysopDPAEs geht um die umstrittenen WM-Vergaben nach Katar und Russland: Franz Beckenbauer hat die Fragen der Fifa-Ethikkommission nun doch beantwortet. Bayern-Präsident Hopfner attackiert den Fußball-Weltverband. http://www.spiegel.de/sport/fussball/franz-beckenbauer-beantwortet-fifa-fragen-zur-wm-in-katar-a-976027.html
Wenn es um Bestechung bei der FIFA geht, dann sollte man da suchen wo es normal ist. Im FIFA EXEC COM gibt es Vertreter von Burundi, Zypern,Bahrain,Camerun,Papua.Jordanien und Cayman etc aber die Probleme werden bei dem einen deutschen Vertreter gesucht. Warum sind nicht England,Italien etc bei den 24 Mitgliedern sondern die vielen Exoten ohne Fuball Tradition ? Der ganze Verein stinkt doch zum Himmel.
habu 18.06.2014
2. Zwar ist Beckenbauer seit Jahren nur noch peinlich
und ich gönne ihm jede Unannehmlichkeit - was die Fifa jedoch so treibt muss ein Ende haben. Wenn Blatter mit seinen Geldkoffern weiterhin verhindert, dass man ihn abwählt, dann muss die Fifa eben kaltgestellt werden, indem einige wichtige Fusssballnationen an deren Veranstaltungen nicht mehr mitspielen. Selbst wenn nur 5 oder 6 europäische Klubs mitmachen wäre die Fifa-WM gestorben. So weit wird es aber nicht kommen - ehe die Fifa zuläßt, dass eine Konkurrenz-WM aus der Taufe gehoben wird, wird sie ihre korrupte Mischpoke zum Teufel jagen.
avers 18.06.2014
3. Natuerlich
stellt sich Bayern hinter seinen vom russischen Staatsunternehmen gekauften Ehrenpräsidenten. Wobei der Titel schon etwas eigen klingt. Sich aber auf das jahrelange Lob der FIFA zu berufen, entbehrt nicht einer gewissen Komik! Zeigt aber gleich, dass die Herren des Bayern-Vorstands nichts verstanden haben und in ihrer absolut eigenen Welt leben und sich daran auch nichts ändern wird. Woran erinnert das bloß?
MoeWHV 18.06.2014
4. Sperre ist richtig
Die Sperre war absolut gerechtfertigt. Es war die typisch bayrische Arroganz mit der Beckenbauer an die Sache ran ging und mal eben die Kooperation verweigern oder zumindest hinaus schieben wollte. Er dachte halt "was können die mir schon, die lass ich mal schön im Regen stehen" und hat dann halt unerwartet das Echo abbekommen. Es spricht für sich wie schnell es jetzt auf einmal ging. Ich hoffe die Fifa lässt sich Zeit mir der Aufhebung bis zum Ende der WM, dann merkt der Beckenbauer wenigstens mal das er nicht über den Dingen steht...
Saïph 18.06.2014
5.
Zitat von sysopDPAEs geht um die umstrittenen WM-Vergaben nach Katar und Russland: Franz Beckenbauer hat die Fragen der Fifa-Ethikkommission nun doch beantwortet. Bayern-Präsident Hopfner attackiert den Fußball-Weltverband. http://www.spiegel.de/sport/fussball/franz-beckenbauer-beantwortet-fifa-fragen-zur-wm-in-katar-a-976027.html
Hmhmm, soso, Juristen-Englisch.... da sich die Bayern ja schon mit dem Deutschen schwertun, bin ich fast geneigt zu glauben, dass Beckenbauer natürlich niemanden kannte, der ihm das mal übersetzen hätte können... natürlich werden Verhandlungen mit ausländischen Spielern und deren Verträge auch auf boarisch aufgesetzt...
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