Frauenfußball Bundesligist Bad Neuenahr stellt Insolvenzantrag

Der Traditionsclub Bad Neuenahr ist zahlungsunfähig. Der Frauen-Bundesligist hat einen Insolvenzantrag gestellt. Neue Verbindlichkeiten und Altlasten hätten diesen Schritt unvermeidlich gemacht, heißt es in einer Erklärung.

Wolfsburgerin Faißt (l.), Neuenahr-Spielerin Maier: Traditionsclub pleite
DPA

Wolfsburgerin Faißt (l.), Neuenahr-Spielerin Maier: Traditionsclub pleite


Hamburg - Frauenfußball-Bundesligist SC 07 Bad Neuenahr hat am Montag einen Insolvenzantrag gestellt. Sollte ein Insolvenzverfahren noch vor dem offiziellen Saisonende am 30. Juni eröffnet werden, würde der Tabellensiebte das Startrecht für die kommende Bundesliga-Saison verlieren.

In diesem Fall hätte der sportliche Absteiger VfL Sindelfingen den Klassenerhalt nachträglich doch noch geschafft. Sollte ein Insolvenzverfahren erst nach dem 1. Juli eröffnet werden, stünde Bad Neuenahr hingegen als erster Absteiger der kommenden Saison fest.

"Die stetig gestiegenen Verbindlichkeiten und die hohen Altlasten aus mehreren Jahren machen den jetzt beantragten Gläubigerschutz unvermeidlich. Eine weitere Erhöhung der Verbindlichkeiten ist wirtschaftlich nicht vertretbar", heißt es in der Erklärung des geschäftsführenden Präsidiums.

Nach Angaben des DFB besteht noch eine kleine Hoffnung für den SC 07. "Wir sind mit dem Verein in Kontakt. Hier gibt es mehrere Optionen", sagte die für den Spielbetrieb zuständige Abteilungsleiterin Heike Ullrich. "Wir wünschen uns natürlich für einen Traditionsverein wie Bad Neuenahr, dass er es trotz des beantragten Insolvenzverfahrens schafft, kurzfristig Partner zu finden, die mit dem dann konsolidierten Verein in eine neue Bundesliga-Saison gehen."

bka/dpa



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drnice1983 27.05.2013
1.
bad neuenahr? liegt das neben Nussloch?
hfftl 27.05.2013
2. .
Wohin man schaut - überall "Traditionsvereine". Wie erwirbt man diesen Status? Anscheinend, indem man entweder absteigt oder pleite geht.
klugscheisser64 28.05.2013
3. Kohle in der Prärie...
..gab es nur, wenn man im Wilden Westen zufällig auf Gold stieß. Ansonsten ist es dauerhaft schwer, irgendwo im Nirgendwo genug für Profisport in Randsportarten zu finden. Wer jetzt sagt: "Halt! Fußball ist sicherlich keine Randsportart!", dem sei gesagt, Damen-Fußball ist es. Warum? Nun, wie viele Minuten im öffentlich-rechtlichen oder privaten TV haben wir von der Damen-Bundesliga gesehen? Genau! Damit ist dann alles gesagt. Kosten hoch, Refinanzierung auf wackeligen Beinen. Das Schicksal teilen etliche Damen-Sportarten, die eine 1.Bundesliga haben. Leider.
Crom 28.05.2013
4.
Zitat von hfftlWohin man schaut - überall "Traditionsvereine". Wie erwirbt man diesen Status? Anscheinend, indem man entweder absteigt oder pleite geht.
Was ein Traditionsverein ist, darüber lässt sich sicher streiten. Ich sehe darin ein Verein, der über Jahre hinweg für seine Ligen jeweils eine überdurchschnittliche Anhängerschaft hatte. Das gilt bis runter in die Kreisliga, auch dort kann es lokal oder regionale Traditionsvereine geben. Am besten grenzt man diese zu denen, ab, die keine sind: * erst seit kurzem bekannte Vereine * kleine und nicht gewachsene Fanbasis * auf kurzfristigen Erfolg aus unteren Ligen nach oben gepusht. Beispiele für Nicht-Tradionsvereins: Hoffenheim, Wolfsburg, RB Leipzig etc.
rics 28.05.2013
5. Na ja
immerhin gibt es die Frauenfussball-Abteilung seit 1969. Zu der Zeit war Frauenfussball noch verboten. Also in dem Bereich sind die mehr Tradition als Bayern oder HSV.
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