Frauen-Länderspiel Deutsche Weltmeisterinnen gewinnen Grottenkick

Für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen gab es nach der Niederlage gegen China auch im Duell mit den Italienerinnen eine Enttäuschung. Das Weltmeisterteam konnte sich zwar knapp behaupten, bot jedoch erneut eine schwache Leistung.


Bundestrainerin Theune-Meyer: "Das Spiel zu keinem Zeitpunkt in den Griff bekommen"
AP

Bundestrainerin Theune-Meyer: "Das Spiel zu keinem Zeitpunkt in den Griff bekommen"

Bozen - "Das war heute grottenschlecht. Der Platz war schlecht, das Spiel war schlecht, wir haben schlecht gespielt und die Schiedsrichter waren auch schlecht - also ein rundum schlechter Tag", sagte Birgit Prinz. Die Spielführerin hatte in der 84. Minute mit einem direkt von der Seitenlinie verwandelten Freistoß den 1:0 (0:0)-Siegtreffer erzielt. Italiens Keeperin Monica di Berndardo sorgte bei dem Tor mit einem schweren Patzer allerdings für tatkräftige Unterstützung.

Auch Bundestrainerin Tina Theune-Meyer war trotz des Sieges alles andere als zufrieden: "Wir haben das Spiel zu keinem Zeitpunkt in den Griff bekommen. Meine Mannschaft konnte die Partie weder kontrollieren noch beschleunigen und hat sich in zahlreiche Einzelaktionen verzettelt." Co-Trainerin Silvia Neid sah es ähnlich: "Die Platzverhältnisse tragen nicht dazu bei, schöne Kombinationen aufzuziehen. Aber trotzdem kann man besser spielen. Die Pässe kamen viel zu ungenau."

Die DFB-Auswahl, die zuletzt gegen China mit 0:1 verloren hatte, konnte sich vor 2500 Zuschauern in Bozen kaum Torchancen erarbeiten. So wäre der fünfte italienische Sieg im 20. Vergleich nicht unverdient gewesen. In der 22. Minute setzte Ilaria Pasqui einen Kopfball nur knapp neben das deutsche Tor. 13 Minuten später war es erneut Pasqui, die Torfrau Silke Rottenberg zu einer Parade zwang. Deutsche Chancen waren im ersten Durchgang dagegen nicht zu sehen.

Das änderte sich zunächst auch in der zweiten Halbzeit nicht. Erst in der 73. Minute tauchte Weltfußballerin Prinz einmal gefährlich vor dem Tor der Italienerinnen auf, doch di Bernardo war zur Stelle. Elf Minuten später war Prinz dann doch erfolgreich. In der insgesamt enttäuschenden deutschen Mannschaft standen zwölf Spielerinnen, die vergangenes Jahr den WM-Titel geholt hatten.

Italien - Deutschland 0:1 (0:0)
0:1 Prinz (84.)
Italien: di Bernardo - Placchi, Tesse (44. Deiana), di Filippo, Tona - Boni (46. Camporese), Conti (74. Pontil), Pasqui, Zorri (89. Gozzi) - Gazzoli, Panico
Deutschland: Rottenberg (FCR Duisburg) - Stegemann (Heike Rheine), Hingst (Turbine Potsdam), Minnert (1. FFC Frankfurt), Gottschlich (VfL Wolfsburg) ab 46. Fuß (FFC Brauweiler) - Garefrekes (Heike Rheine), Odebrecht (Turbine Potsdam), Bachor (Bad Neuenahr) ab 68. Wimbersky (Turbine Potsdam), Wunderlich (1. FFC Frankfurt) ab 80. Günther (Hamburger SV) - Prinz (1. FFC Frankfurt), Smisek (FSV Frankfurt) ab 46. Mittag (Turbine Potsdam)
Schiedsrichterin: de Toni (Italien)
Zuschauer: 2500
Gelbe Karten: - / -



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