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02. Juli 2015, 15:45 Uhr

Nach Halbfinal-Aus

Vereinstrainer kritisieren Neid-Team

Taktische Defizite, zu späte Auswechslungen - nach dem Ausscheiden bei der WM regt sich Kritik am Konzept von Bundestrainerin Silvia Neid. Zwei Erfolgstrainer aus der Liga werfen ihr handwerkliche Fehler vor.

Die Top-Trainer der Frauen-Bundesliga haben den Auftritt der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Kanada kritisiert. Für Wolfsburgs Ralf Kellermann, Welttrainer des Jahres 2014, waren vor allem taktische Defizite für das Halbfinal-Aus gegen die USA (0:2) entscheidend. Colin Bell vom Champions-League-Sieger 1. FFC Frankfurt monierte späte Auswechslungen und wenig Flexibilität beim DFB.

"Nach dem 0:1 ging fast gar nichts mehr, es hat ein Plan B gefehlt. Ein ähnliches Phänomen war übrigens auch 2011 beim Viertelfinal-Aus gegen Japan festzustellen", sagte der 53-Jährige der "Rhein-Zeitung" und kritisierte auch die Auswechslungen von Bundestrainerin Silvia Neid. "Dzsenifer Marozsan kam für meinen Geschmack zu spät ins Spiel. Gewundert hat mich auch, dass nach dem 0:2 nicht mehr gewechselt wurde, um von der Bank aus noch ein Signal zu senden", meinte Bell.

Für Kellermann war die deutsche Elf vor allem im taktischen Bereich unterlegen. Der 47-Jährige sieht die USA, Japan und Frankreich besser aufgestellt. "Sie finden fast immer spielerische Lösungen und agieren sehr viel variabler und flexibler. Das hat mir bei der deutschen Mannschaft das ganze Turnier über doch etwas gefehlt", sagte Kellermann der "Braunschweiger Zeitung".

aha/dpa

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