SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

17. Juni 2019, 16:40 Uhr

Letztes WM-Gruppenspiel

So kann der deutsche Gruppensieg klappen

Von

Das Achtelfinale ist schon vor dem dritten WM-Spiel gegen Südafrika sicher. Doch der Gruppensieg ist wichtig, sonst droht ein Duell mit den USA. Um dem Titelfavoriten aus dem Weg zu gehen, muss sich die DFB-Elf steigern.

Die Ausgangslage der deutschen Nationalmannschaft ist vor dem letzten WM-Gruppenspiel gegen Südafrika günstig (18 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: ARD). Zwei Tore genügten bislang für zwei Siege gegen China und Spanien. Schon ein Unentschieden würde zum Gruppensieg reichen, um dem großen Turnierfavoriten USA im Achtelfinale aus dem Weg zu gehen. Gelingt das nicht, könnte schon in der nächsten Runde Schluss sein für das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg.

Südafrika hat Tempo und Übersicht

Südafrika ist zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei und klarer Außenseiter. Doch die Deutschen sollten gewarnt sein. Spanien brauchte zwei Elfmetertore, um das Spiel gegen das Team von Desiree Ellis zu drehen. Für ihren Führungstreffer brauchten die Südafrikanerinnen dagegen nicht viel Ballbesitz. Genau im richtigen Moment unterbrach Stürmerin Thembi Kgatlana ihren Konter, suchte den Doppelpass mit Spielmacherin Linda Motlhalo und traf.

Neben Tempo und Übersicht bringt der WM-Neuling auch technische und taktische Qualitäten auf den Platz und weiß mit Verlagerungen die gesamte Breite des Spielfelds auszunutzen. Das erste Gruppenspiel bestritt Südafrika noch im 4-2-3-1, bei dem sich Motlhalo vom offensiven Mittelfeld aus im Sturm einbrachte. Gegen China griff Ellis dann auf eine Formation mit Fünferkette und offensiven Außenverteidigerinnen zurück - verlor aber 0:1.

Der dritte Gruppengegner der Deutschen ist kein Team, das sich hinten einigelt. Auch mit derzeit null Punkten haben die Südafrikanerinnen noch Chancen, sich über das bessere Torverhältnis für das Achtelfinale zu qualifizieren. Dafür wird Kapitänin Janine van Wyk das Spiel der Banyana Banyana gewohnt routiniert aus der zentralen Defensive organisieren. Zudem kehrt Nothando Vilakazi nach ihrer Gelb-Rot-Sperre zurück. Als Linksverteidigerin kann sie jedes Tempo mitgehen und scheut keinen Zweikampf - lässt sich aber auch aus ihrer Position ziehen, was dem Gegner Räume auf dem Flügel öffnet.

So können die Deutschen das Spiel gewinnen

Diese Lücken müssen die Deutschen nutzen. China hat zudem gezeigt, dass es mit vielen schnellen Pässen gelingen kann, Südafrika gar nicht erst in die Zweikämpfe kommen zu lassen. Dafür brauchen jedoch nicht nur die Pässe eine gewisse Schärfe, auch die Läufe und Eins-gegen-eins-Duelle muss die DFB-Elf konsequent führen.

Die größte Gefahr droht Deutschland bei Kontern von Südafrika. In den ersten zwei Spielen klafften immer wieder riesige Lücken zwischen den deutschen Spielerinnen. Hier müssen einerseits Abwehr, Mittelfeld und Angriff näher zusammenrücken. Die Gruppenphase bietet dem DFB-Team den Luxus, sich Spiel für Spiel ins Turnier zu arbeiten. Gegen Südafrika können die Deutschen nun zeigen, ob sie aus ihren Fehlern gelernt haben.

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung