Champions-League-Finale der Frauen Frankfurt triumphiert über Paris St. Germain

Erlösung in der Nachspielzeit: Durch einen späten Treffer hat der 1. FFC Frankfurt das Finale der Champions League der Frauen gegen Paris St. Germain gewonnen. Mandy Islacker gelang das erlösende Tor zum 2:1.

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Es war eine Notlösung - aber was für eine: Aus dem Stand schlenzte Frankfurts Mandy Islacker mit dem Außenrist in der zweiten Minute der Nachspielzeit auf das Tor von Paris St. Germain. Keeperin Katarzyna Kiedrzynek hechtete hinterher, konnte das 1:2 aber nicht mehr verhindern: Die Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt haben zum vierten Mal die Champions League gewonnen. "Ich habe gar nicht richtig geguckt, sondern einfach draufgehalten", sagte Islacker später.

Den ersten Treffer der Frankfurterinnen in Berlin erzielte Celia Sasic mit ihrem 14. Tor in dieser Champions-League-Saison per Kopf (32. Minute). Sie sagte später über den Triumph: "Wahnsinn, so noch einmal zurückzukommen. Wir haben nicht aufgehört und sind dafür belohnt worden."

Für den französischen Vizemeister hatte Marie-Laure Delie in der 41. Minute gleichfalls per Kopf für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt.

Die Frankfurterinnen bestimmten von Beginn an die Partie, doch für Gefahr sorgte zunächst nur der Freistoß von Dzenifer Maroszan (8.), den Paris-Keeperin Kiedrzynek glänzend parierte.

Erst nach einer halben Stunde konnten die Frankfurterinnen ihre Überlegenheit auch in ein Tor umsetzen, als Sasic nach Eingabe von Kerstin Garefrekes ins untere rechte Eck köpfte.

Wie aus heiterem Himmel fiel nach einem kurz gespielten Eckball der Ausgleich, als Delie per Kopf eine Eingabe von Kenza Dali unhaltbar für Frankfurts Torfrau Desirée Schumann verwandelte. Als sich alle schon auf die Verlängerung eingestellt hatten, entschied Mandy Islacker die Partie.

Ein wenig wurde die Freude durch die Verletzung von Nationalspielerin Simone Laudehr getrübt, die in der Schlussphase vom Platz humpelte. Ob bei ihr auch die Teilnahme an der WM in Kanada gefährdet ist, stand zunächst nicht fest.

1. FFC Frankfurt - Paris Saint-Germain 2:1 (1:1)
1:0 Sasic (32.)
1:1 Delie (40.)
2:1 Islacker (90.+2)
Frankfurt: Schumann - Schmidt (79. Huth), Prießen, Kuznik, Hendrich, Laudehr (88. Ando) - Marozsan, Boquete, Garefrekes - Crnogorcevic (66. Islacker), Sasic
Paris: Kiedrzynek - Houara, Delannoy, Krahn, Boulleau (60. Henning) - Kaci, Cruz Trana - Alushi (58. Georges), Dali - Delie, Asllani (90.+5 Sarr)
Schiedsrichterin: Esther Staubli (Schweiz)
Zuschauer: 17.147 (ausverkauft)
Gelbe Karte: Laudehr - Delannoy, Krahn

luk/dpa/sid

insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
AundZwanzig 14.05.2015
1. Meinen Glückwunsch!
Ich habe mir das Spiel angesehen und fand vor allen Dingen die taktische Disziplin der Frankfurterinnen als entscheidend. PSG konnte dem nicht wirklich strukturell etwas entgegensetzen und nur auf Einzelkönnerinnen hoffen. Das entscheidende Tor war ein sehr schönes. Rein spieltechnisch erstaunt mich immer wieder die Klasse von Dzsenifer Marozsan.
Maître111 14.05.2015
2. Super Frankfurt, super
Ich freue mich, dass Geld nicht alles ist. Obwohl Bayern und Wolfsburg viel, viel Geld in den Frauenfußball pumpen und PSG von einem reichen Araber finanziert wird, hat dennoch ein Verein wie der FFC gewonnen. Natürlich haben die Frankfurter mit der Commerzbank auch einen Großsponsor. Aber im Vergleich zu den anderen Mannschaften sind sie dennoch finanziell unterlegen. Daher freut mich die heutige Dominanz auf dem Platz.
hallo.drink 14.05.2015
3. Finanzieller Underdog?
Haha, das ist mal ne erstaunliche Sicht der Dinge @Maitre111! Ausgerechnet der 1. FFC "Ich kauf mir die Nationalmannschaft" zusammen, soll gegenüber Bayern (einfach mal auf den Kader schauen) und Wolfsburg (okay, die haben von Frankfurt gelernt) im Nachteil sein? Sicher ist das "Projekt" PSG im Moment noch keine wirkliche Topmannschaft, mittelfristig wird es aber auf Finals zwischen den Pariserinnen und Wolfsburg hinauslaufen. Der letzte wirklich finanziell eher mau aufgestellte Verein, der die Frauen-CL gewonnen hat, war der 1. FFC Turbine aus Potsdam! Btw: Der Sieg der Frankfurterinnen war heute absolut verdient, auch wenn mich das Gesamt-Niveau der Partie enttäuscht hat. Das lag aber eher am PSG.
kopfballungeheuer 14.05.2015
4. Super! Und alles Gute aus Deiner Heimatstadt!
Ich weiß noch, da waaaße sooooooo groß! Super, Mandy! Glückwunsch auch an Deine Kolleginnen! Liebe Grüße aus dem Pott! Ja wat denn!?
Ihr5spieltjetzt4gegen2 14.05.2015
5. Zustimmung
Zitat von AundZwanzigIch habe mir das Spiel angesehen und fand vor allen Dingen die taktische Disziplin der Frankfurterinnen als entscheidend. PSG konnte dem nicht wirklich strukturell etwas entgegensetzen und nur auf Einzelkönnerinnen hoffen. Das entscheidende Tor war ein sehr schönes. Rein spieltechnisch erstaunt mich immer wieder die Klasse von Dzsenifer Marozsan.
Ich gebe Ihnen absolut Recht. Die taktische Disziplin war entscheidend. Und auch, dass kaum individuelle Fehler gemacht wurden (bis auf die Situation beim Ausgleich). Beim entscheidenden Tor hatte ich den Eindruck, dass Mandy Islacker sich erst im allerletzten Augenblick für den Außenristschlenzer mit links entschieden hat, weil der aufspringende Ball sich noch leicht in der Luft in Richtung Tor drehte. Genau die richtige Entscheidung, denn mit rechts wäre sie dadurch wohl nicht mehr volley an den Ball gekommen. Ja, Dzenifer Marozsan verfügt über echte spielerische Klasse. Was aber kaum verwundert, wenn man sie von Kindesbeinen an begleitet hat. Sie kommt aus seiner fußballverrückten Familie; ihr Vater war auch Profi-Fußballer und hat sie immer voll unterstützt. Schon als kleines Mädchen war sie fast nur auf Fußball fixiert und hat alle gleichaltrigen und auch älteren Jungs nass gemacht. In allen U-Mannschaften war sie die beste Spielerin. Was ihr mMn fehlt ist der strategische Blick, wie ihn eine Nadine Keßler hat. Muss sie aber auch nicht unbedingt haben. Ich fürchte allerdings, dass wir sie in Deutschland nicht mehr lange sehen werden. Seit einiger Zeit will sie nach Frankreich wechseln, da wird für Frauenfußballverhältnisse richtig Geld bezahlt. Gut möglich, dass sie bald mit Celia Sasic beim heutigen Finalgegner an der Seite von Annike Krahn aufläuft.
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