Streit über Bezahlung Dänisches Frauen-Team will WM-Qualifikationsspiel boykottieren

Sie wollen die gleichen Rechte wie ihre männlichen Kollegen und fordern ein höheres Gehalt: Dänemarks Frauen-Nationalmannschaft will beim WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden ansonsten nicht antreten.

Dänemarks Frauen-Nationalmannschaft
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Dänemarks Frauen-Nationalmannschaft


Der dänische Fußballverband hat mitgeteilt, dass die Frauen-Nationalmannschaft beim WM-Qualifikationsspiel am Freitag gegen Schweden nicht antreten will. Hintergrund ist ein seit Wochen andauernder Streit über die Bezahlung der Nationalspielerinnen. Dabei gehe es mehr um Prinzipien als um Geld, erklärte der Verband.

Die Frauen fordern ein höheres Gehalt vom Verband und wollen die gleichen Rechte bekommen wie das Herren-Nationalteam. Deshalb waren sie bei einem Freundschaftsspiel bereits in einen Streik getreten und hatten die Partie gegen die Niederlande im September kurzfristig abgesagt.

Nun sei man einer Einigung näher als zuvor, es müssten aber einige prinzipielle Dinge geklärt werden, erklärte der Verband. Die Spieler wollten die Offiziellen vor dem anstehenden wichtigen Qualifikationsspiel unter Druck setzen. Das mache man nicht mit. Die Spielerinnen hatten gedroht, ohne eine Einigung nicht anzutreten.

In einem ähnlichen Streit in Norwegen hatte der dortige Fußballverband kürzlich erklärt, er habe die Entschädigungszahlungen für seine Nationalteams neu geregelt und die Frauen von 2018 an mit den Männern gleichgestellt.

mru/dpa



insgesamt 31 Beiträge
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Lagrange 17.10.2017
1.
So ein Quatsch - mit dem selben Argument könnte die deutsche Baseball- Mannschaft das gleiche Gehalt fordern wie ihre amerikanischen Kollegen. Angebot und Nachfrage - da können wir wieder drüber reden, wenn sie es schaffen Stadien zu füllen und Fernsehgelder in dreistelligen Millionenhöhen einzuspielen.
hoeffertobias 17.10.2017
2. Seltsame Debatte...
Wenn es um leistungsgerechte Bezahlung ginge, würde ich die Damen ja noch verstehen. Leider spielen die Damen auf einem Niveau wie eine Regionalligamanschaft der Herren. Insofern sollten sie auch eine entsprechende Bezahlung fordern. Da aber mittlerweile schon Arbeitsgerichte im Namen des Volkes feststellen, dass Frauen grundsätzlich genauso viel leisten wie Männer, sollte man die Damenmannschaften gleich komplett streichen und nur eine gemischte Mannschaft aufstellen. Bei den Summen, die im Fußball umgesetzt werden, kann es an den beiden zusätzlichen Umkleidekabinen ja wohl nicht liegen. Ob den Damen ein Gefallen getan wird, wenn die Leistungen direkt zu vergleichen sind, wage ich allerdings zu bezweifeln!
ogg00 17.10.2017
3. Streikt demnächst auch die 2. Liga?
was für ein Unsinn! Natürlich werden Sportler/innen mit weniger Publikumskraft auch geringer bezahlt. Leichtathleten bekommen auch weniger als F1 Fahrer. Frauenfußball liegt als Zuschauermagnet nicht wirklich Top und dementsprechend wird gezahlt. Beim Tennis bspw. gibt es da kein Problem. warum spielt man hier die Gender-Karte? Lächerlich
dodgerone 17.10.2017
4.
Respekt. Ich war dieses Jahr in Stockholm begeistert, wie beim Familientag von Hammarby die Spielerinnen der Frauen- und Männermannschaften gleichberechtigt nebeneinandersassen. Dieses Selbstverständniss von Gleichberechtigung bei den Skandinaviern ist einfach toll. Und das wünsche ich mir auch in Deutschland (als Mann!). Man muss aber neidvoll anerkennen, das die Skandinavier was Gleichberechtigung betrifft 20 Jahre weiter sind als wir!
klyton68 17.10.2017
5. Wieso?
Gibt doch einige, die gut verdienen. Gabi, Mata, Miranda zB. Spaß beiseite. Ich kann die Damen verstehen, wenn es um die Nationalmannschaft geht. Das sind Länderspielprämien. Gleiches Recht für alle. Ob ich das schaue ist ein anderes Thema.
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