Frauenfußball-EM Deutschland kassiert historische Niederlage

20 Jahre lang war die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Europameisterschaften ungeschlagen - nun ist diese Serie gerissen. Zum Abschluss der Gruppenphase verlor das bereits für das Viertelfinale qualifizierte Team von Trainerin Silvia Neid gegen Norwegen.
Enttäuschte DFB-Spielerinnen: 0:1 gegen Norwegen

Enttäuschte DFB-Spielerinnen: 0:1 gegen Norwegen

Foto: Carmen Jaspersen/ dpa

Hamburg - Die deutschen Fußballerinnen haben durch eine Niederlage bei der EM in Schweden den Gruppensieg verpasst. Die Titelverteidigerinnen, die schon zuvor für die Runde der besten Acht qualifiziert waren, unterlagen im abschließenden Vorrundenspiel 0:1 (0:1) gegen eine B-Elf des ebenfalls bereits feststehenden Viertelfinalisten Norwegen. Ingvild Isaksen (45.+1) erzielte den einzigen Treffer der Partie.

"Die erste Halbzeit war unterirdisch. Alles war viel zu träge, ideenlos", sagte Bundestrainerin Silvia Neid: "In der zweiten Halbzeit haben sie sich viel besser bewegt, viel mehr Tempo gezeigt. Mir hat das gezeigt, dass sie es eigentlich können, es aber in der ersten Halbzeit nicht abgerufen haben - die Frage ist, wieso."

Es war die erste EM-Pleite der Deutschen, die den sechsten EM-Triumph in Folge sowie den achten insgesamt anpeilen, seit mehr als 20 Jahren (1:3 gegen Dänemark am 3. Juli 1993) und 28 Spielen ohne Niederlage. Zum ersten Mal seit 16 Jahren beendete die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eine EM-Vorrunde nicht als Gruppensieger. Durch die Niederlage steht zudem ein Umzug an: Es geht vom zweiten EM-Quartier auf der Ostsee-Insel Öland zurück in den ersten Endrunden-Standort nach Växjö.

Norwegen geht durch abgefälschten Schuss in Führung

Vor rund 10.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Kalmar hatte die deutsche Mannschaft schon nach vier Minuten Glück. Bei einem Freistoß von Emilie Haavi reagierte Torhüterin Nadine Angerer stark.

Im Anschluss übernahm der zweimalige Weltmeister, bei dem die gelbgesperrte Jennifer Cramer und Lena Goeßling (grippaler Infekt) fehlten, das Kommando. Die Norwegerinnen, die sechs Stammkräfte schonten, lauerten auf Konter. Trotz der Feldüberlegenheit konnte sich das Team von Trainerin Silvia Neid kaum Chancen erarbeiten. Lediglich Torjägerin Celia Okoyino da Mbabi sorgte für einen Hauch von Gefahr (13.).

Der deutschen Mannschaft, die in den ersten beiden Endrundenspielen ein Remis (0:0 gegen die Niederlande) und einen Sieg (3:0 gegen Island) geholt hatte, fehlte zu oft die Genauigkeit im Aufbauspiel. Dazu kamen zahlreiche technische Fehler auf beiden Seiten, die das Spiel über weite Strecken zu einem Langweiler machten.

Besser wurde es nach einer halben Stunde. Erst landete ein Schuss Saskia Bartusiaks von der Mittellinie an der Latte (29.), wenige Sekunden später traf Luisa Wensing per Kopf die Querstange. Dennoch landete der Ball in der Nachspielzeit im deutschen Tor. Beim abgefälschten Schuss von Isaksen war Angerer machtlos.

Nach dem Seitenwechsel war das DFB-Team um den Ausgleich bemüht, die Qualität dieser Bemühungen ließ aber weiter zu wünschen übrig. Stattdessen hatte Caroline Hansen die Möglichkeit zum zweiten norwegischen Treffer (66.).

luk/dpa/sid
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