Frauenfußball-EM Deutschland schlägt Island souverän

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft ist bei der EM in Schweden wieder auf Kurs: Drei Tage nach dem enttäuschenden 0:0 gegen die Niederlande gelang dem Team gegen Island ein ungefährdeter Erfolg. Im letzten Vorrundenspiel reicht den Deutschen ein Remis zum Gruppensieg.

Deutsche Fußballerinnen: Erster Sieg bei der EM in Schweden
AP

Deutsche Fußballerinnen: Erster Sieg bei der EM in Schweden


Hamburg - Die deutschen Fußballerinnen haben die richtige Reaktion auf den schwachen Start bei der Europameisterschaft in Schweden gezeigt: Drei Tage nach dem torlosen Remis gegen die Niederlande setzten sich die Titelverteidigerinnen 3:0 (1:0) gegen Island durch. Damit reicht der runderneuerten Auswahl von Bundestrainerin Silvia Neid, die bei der EM ohne sechs Stammkräfte auskommen muss, im letzten Gruppenspiel am Mittwoch gegen Norwegen (18 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: ARD und Eurosport) ein Remis für den Gruppensieg und den Viertelfinal-Einzug.

Lena Lotzen (24. Minute) und Célia Okoyino da Mbabi (55./84.) trafen im südschwedischen Växjö für das deutsche Team. Die Deutschen bleiben durch den Erfolg seit über 20 Jahren und nunmehr 28 EM-Partien ungeschlagen. Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes sicherte sich gleichzeitig den 13. Sieg im 13. Spiel gegen die Isländerinnen. Im anderen Spiel der Gruppe B gewann Norwegen 1:0 (0:0) gegen die Niederlande.

"Nach vorne hat es Spaß gemacht, das hat man auch gesehen"

"Es war für die Mannschaft wichtig, dass wir drei Punkte holen. Jetzt ist vielleicht so ein bisschen der Knoten geplatzt", sagte Torschützin Lotzen. "Sie haben alles umgesetzt, was wir vorher besprochen haben. Das 3:0 geht in Ordnung", lobte Bundestrainerin Neid. Auch Spielmacherin Dzsenifer Marozsan war zufrieden: "Wir haben von der ersten Minute an die Zweikämpfe angenommen. Nach vorne hat es Spaß gemacht, das hat man auch gesehen."

Vor 4620 Zuschauern bestimmte die Mannschaft Neids in der Anfangsphase klar das Geschehen. Dennoch leisteten sich die etwas hektisch agierenden Deutschen zahlreiche unnötige Fehler, große Chancen blieben daher aus. Dennoch gelang Lotzen nach guter Vorarbeit von Marozsan ihr erstes Länderspiel-Tor zur 1:0-Führung für den Favoriten. Damit waren die Deutschen im Turnier angekommen.

Obwohl die Mannschaft auch im Anschluss nicht fehlerfrei spielte, lag der zweite Treffer in der Luft. Nach guten Chancen am Ende der ersten Halbzeit drängte das Team in der zweiten Hälfte immer stärker auf Tor Nummer zwei. Nach einem Schuss von Leonie Maier staubte Okoyino da Mbabi ab, es war der 42. Treffer der Neu-Frankfurterin im deutschen Trikot. In der 73. Minute ließ Nadine Keßler eine weitere gute Möglichkeit liegen, ehe Okoyino da Mbabi alles klarmachte.

Island - Deutschland 0:3 (0:1)

Island: Gunnarsdóttir - Larusdóttir, Viggósdóttir, Jónsdóttir, Gisladóttir - Brynjarsdóttir (46. Ómarsdóttir/70. Odinsdòttir), Gunnarsdóttir (60. Vidarsdóttir) - Hönnudóttir, Magnusdóttir - Thorsteinsdóttir, Vidarsdóttir
Deutschland: Angerer - Maier, Krahn, Bartusiak, Cramer - Keßler, Goeßling (70. Laudehr) - Lotzen (64. Bajramaj), Marozsan (74. Mittag), Leupholz - Okoyino da Mbabi
Schiedsrichterin: Kirsi Heikkinen (Finnland)
Tore: 0:1 Lotzen (24.), 0:2 Okoyino da Mbabi (55.), 0:3 Okoyino da Mbabi (84.)
Zuschauer: 4620
Gelbe Karten: Jónsdóttir - Cramer

buc/sid



insgesamt 41 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
horstma 15.07.2013
1. Ja, bloß...
Wenn im Herrenfußball ein Pass ungenau kommt, macht der Empfänger 1, 2 blitzschnelle Schritte, und bekommt den Ball trotzdem. Wenn so ein Pass im Frauenfußball passiert, schaut die Empfängerin, wie der Ball an ihr vorbeirollt und schaut dem Ball hinterher. Danach schaut sie die Passgeberin an und schüttelt den Kopf. Die wiederum zuckt mit den Achseln. Sorry, aber das ist schon seit Jahren so. Das hatte man bei Brasilien und Deutschland in den besten Jahren abgestellt, aber es ist wieder so. Solange das so ist, ist der Frauenfußball nicht konkurrenzfähig. Es gibt zu viele Szenen, die einfach weh tun. Nur beim Zusehen.
EINWURF 15.07.2013
2. 11 Rumpelstilzchen sollt ihr sein
Da Bericht stimmt so nicht. Es wurde genauso schlecht gespielt wie gegen die Ladies aus den Niederlanden oder gegen Japan bei der WM. Nur dass diesmal der Gegner schwächer war. Ohne jedes Anzeichen von Taktik wurde alles nach vorn geworfen. Die körperliche und auch spielerische Überlegenheit der deutschen Damen führte dann irgendwann mal zu den Toren. Wenn es mit den Toren auch diesmal nicht geklappt hätte, wären unsere Ladies in Halbzeit zwei genauso platt gewesen wie im ersten Spiel. Mit Fussball hat dieses sinnlose Gerenne und hirnlose Gekicke jedoch nichts zu tun. Von einer Handschrift der Trainerin war nichts zu sehen. Bei Analphabeten wird man übrigens auch keine Handschrift finden – woher auch?
enrico3000 15.07.2013
3.
Zitat von sysopDPADie deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft ist bei der EM in Schweden wieder auf Kurs: Drei Tage nach dem enttäuschenden 0:0 gegen die Niederlande gelang dem Team gegen Island ein ungefährdeter Erfolg. Im letzten Vorrundenspiel reicht den Deutschen ein Remis zum Gruppensieg. http://www.spiegel.de/sport/fussball/frauenfussball-em-deutschland-schlaegt-island-a-911102.html
Das war keine Steigerung. Die Mannschaft spielte gestern nur gegen eine äußerst schwache Damenmannschaft aus Island. Solche Fehler, wie sie die isländische Mannschaft 90 min. gemacht hat, sieht man selbst in C-Jugend Spielen der Herren nicht. Das ist nicht mehr die deutsche Damen-Mannschaft vor der alle anderen gezittert haben und die fast alle Spiele hoch gewonnen haben. Gegen Norwegen wird das schon wieder anders aussehen.
damp2012 15.07.2013
4. Dem Fussballgott...
... sei Dank! Nachdem alle sich nach dem 0:0 sofort überschlagen und auf Bundestrainerin Neid gestürzt haben, wird jetzt ja wohl hoffentlich Ruhe einkehren. Was den EM-Erfolg der bundesdeutschen Damen im Fussball anbelangt - ein Blick auf die Tabelle sollte ausreichen, oder?!
maggi1947 15.07.2013
5. super Spiel
Deutschland braucht andere Gegner. Warum spielen eigentlich die Nationalmannschaften der Faröerinseln, von Luxemburg, Andorra und Liechtenstein nicht in unserer Gruppe? Da könnten unsere Heroinnen mal zeigen, was in ihnen steckt. Auch die Mannschaft des Yemen wäre ein starker Gegner.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.