Achter Titel für französischen Topklub Lyons Fußballerinnen schockieren Barcelona und gewinnen die Champions League

Ein Traumtor zum Auftakt, Ada Hegerberg in Topform: Die Spielerinnen von Olympique Lyon sind die Fußball-Königinnen von Europa. Im Finale stand das hoch eingeschätzte Barcelona lange völlig neben sich.
Henry (mit der Nummer sechs) feiert mit ihrem Team nach dem Führungstreffer

Henry (mit der Nummer sechs) feiert mit ihrem Team nach dem Führungstreffer

Foto: Valerio Pennicino / Getty Images

Mit einer Machtdemonstration hat Olympique Lyon die Champions League gewonnen. Im Finale von Turin setzte sich der Rekordchampion des Fußball-Wettbewerbs 3:1 (3:1) gegen den FC Barcelona durch und gewann damit zum achten Mal die Königsklasse.

Die Spanierinnen hatten die Champions League im Vorjahr gewonnen und eine einzigartige Saison gespielt, doch gegen Lyon stand das Team von Coach Jonatan Giráldez lange völlig neben sich. Amandine Henry (6. Minute), Ada Hegerberg (23.) und Catarina Macario hatten Lyon bereits nach 33 Minuten 3:0 in Führung geschossen. Alexia Putellas gelang kurz vor der Halbzeit das 1:3 (41.).

Die norwegische Weltfußballerin von 2018, Hegerberg, war an diesem Abend eine der Besten, doch der erste Moment gehörte einer Teamkollegin – und das Führungstor von Henry in der sechsten Minute war gleich in mehrfacher Hinsicht sehenswert. Nach einem zu kurzen Pass von Superstar Hegerberg auf der linken Seite eroberte Henry den Ball eindrucksvoll per Grätsche zurück. Die Französin stand schnell auf, blieb am Ball und versenkte ihn aus gut 25 Metern ins rechte Toreck. Torhüterin Sandra Panos war chancenlos.

Henry bei ihrem Traumtor

Henry bei ihrem Traumtor

Foto: ALBERTO LINGRIA / REUTERS

Lyon spielte stark gegen den Ball, stoppte immer wieder die Offensivbemühungen der Spanierinnen und schaltete weiter auf Angriff – mit Erfolg. Eine Flanke von Selma Bacha vollstreckte Hegerberg aus kurzer Distanz per Kopf (23.). Kurz danach wäre es fast noch schlimmer geworden, doch Hegerberg kam aus spitzem Winkel frei vor dem Tor nicht an Keeperin Panos vorbei (26.).

Barcelona mit der Weltfußballerin Putellas ging favorisiert in die Partie. In der Liga hatte Barça jede Partie gewonnen und die einzige Saison-Niederlage überhaupt im Champions-League-Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg im Rückspiel Ende April kassiert. Doch nach einem 5:1-Hinspielsieg blieb diese Pleite ohne Folgen. Außerdem sorgten Zuschauerrekorde rund um den FC Barcelona für Begeisterung.

Doch vom Selbstbewusstsein der Spanierinnen war nichts zu sehen. Im Ballbesitz entwickelte Barcelona keine Ideen, noch kläglicher war jedoch die Abwehrarbeit.

Beim 3:0 hatte Lyon einfaches Spiel: Mit drei Angreiferinnen setzten die Französinnen die Gegnerinnen im Strafraum unter Druck, Hegerberg eroberte den Ball und Macario musste am linken Pfosten nur noch über die Linie schieben (33.). Nur wenige Augenblicke später vergab Hegerberg eine weitere Großchance zum nächsten Treffer (36.). Die 26-Jährige hatte in der Vergangenheit mit schweren Verletzungen zu kämpfen und fiel fast zwei Jahre aus, an diesem Abend war sie zumindest in der ersten Hälfte nicht zu stoppen.

Das 1:3 half nicht mehr zur Rettung

Das 1:3 half nicht mehr zur Rettung

Foto: FRANCK FIFE / AFP

Dann aber traf Putellas mit einer schönen Direktabnahme nach Flanke von Caroline Graham Hansen zum 1:3 (41.). Nach knapp einer Stunde verhinderte die Latte den spektakulären Anschlusstreffer durch Patri, die es aus 45 Metern mit einem Fernschuss versucht hatte (59.). Barcelona war nun stärker, doch viel Platz für Kombinationsfußball bot Lyon auch in der Schlussphase nicht. In der 83. Minute hätte es die eingewechselte Ana-Maria Crnogorcevic noch einmal spannend machen können, doch sie verfehlte das Tor knapp. In der Nachspielzeit traf Hegerberg noch einmal den Pfosten.

jan