Freitagsspiele St. Pauli vor Abstieg, Wolfsburg atmet auf

Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt: Der FC St. Pauli hat nach der Niederlage in Kaiserslautern kaum noch Chancen auf den Bundesliga-Verbleib. Die Pfälzer dagegen sind so gut wie gerettet. Auch Wolfsburg feierte einen wichtigen Sieg bei Werder Bremen, das nun wieder zittert.

DPA

Hamburg - Der FC St. Pauli steht nach der 0:2-(0:1)-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern kurz vor dem Abstieg. Tragische Figur bei den Hamburgern war Innenverteidiger Ralph Gunesch, der bei den Kopfballtreffern von Christian Tiffert (28.) und Mathias Abel (68.) äußerst unglücklich agierte. St. Pauli bleibt mit 29 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz und hat bereits fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Die Pfälzer dagegen stehen mit 40 Punkten auf Platz elf und dürfen sich auf ein weiteres Jahr erste Liga einstellen. Diesem Schritt ist auch der VfL Wolfsburg näher gekommen. Dank eines Treffers von Sascha Riether (22.) kam das Team von Trainer Felix Magath zu einem 1:0-Erfolg in Bremen. Der VfL steht derzeit mit 35 Punkten auf Rang 14, Werder muss die Nichtabstiegsfeier verschieben. Zwar hat das Team von Trainer Thomas Schaaf 38 Punkte, ist aber rein rechnerisch noch nicht gerettet.

Die 49.780 Zuschauer im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion sahen in der Anfangsphase klar überlegene Lauterer. Die Roten Teufel, die ohne Florian Dick, Ivo Ilicevic und Jan Simunek auskommen mussten, drängten die Hamburger mit ihrem aggressiven Spiel weitgehend in die Defensive. Nennenswerte Chancen konnte sich der FCK aber nicht erarbeiten, drei Freistöße in aussichtsreicher Position wurden vergeben.

Die Gäste, bei denen zahlreiche Stammspieler verletzt fehlten, beschränkten sich in den ersten Minuten auf Abwehrarbeit. Die wenigen Konter der zumeist passiven Hamburger blieben ungefährlich. Nach knapp 20 Minuten verstärkten die Gastgeber für kurze Zeit noch einmal den Druck, zum Abschluss kamen aber die Hamburger durch einen Fernschuss von Charles Takyi (20.).

Obwohl der FCK im Anschluss eine brenzlige Situation überstehen musste (27.), sorgte ausgerechnet Tiffert per Kopf für die Führung. Für den Mittelfeldspieler war es ein ganz besonderer Treffer. Er hatte das 0:1 der Pfälzer im Hinspiel mit einem Eigentor besiegelt und war im Anschluss an die Partie von Fans des FC St. Pauli während eines TV-Interviews mit Schneebällen beworfen worden. Gerald Asamoah vergab kurz vor der Pause das mögliche 1:1 für die Gäste.

Diego bei Rückkehr nach Bremen gefeiert

Nach dem Seitenwechsel bäumten sich die Hamburger noch einmal auf, kamen jedoch kaum zu gefährlichen Torchancen. Lautern schlug dafür eiskalt zu. Nach einer Ecke von Tiffert verteidigte St. Paulis Abwehrspieler Gunesch wie schon beim 0:1 nicht konsequent genug, Abel konnte ungehindert zum 2:0-Endstand einköpfen. "Das ist traurig, traurig. Jetzt muss schon ein Wunder her, aber die Möglichkeit darauf ist so klein, dass man sie kaum erkennen an", sagte St. Paulis Sportchef Helmut Schulte.

In Bremen wurde schon vor dem Anpfiff gefeiert: Wolfsburgs Regisseur Diego, 2009 Pokalsieger mit Werder, wurde von den 40.000 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion mit großem Applaus empfangen. Von Beginn an entwickelte sich dann ein intensives Spiel. Die erste Gelegenheit hatten die Gastgeber in der 9. Minute. Torsten Frings, der sein 400. Bundesligaspiel absolvierte, zog einen Freistoß aus halblinker Position auf das Tor von Diego Benaglio, der mit dem abgefälschten Ball leichte Probleme hatte.

In der Folgezeit übernahmen die Gastgeber das Kommando, brachten Wolfsburg aber nicht ernsthaft in Gefahr. Nach der 1:0-Führung für die Gäste, die Mittelfeldspieler Sascha Riether mit einem Abstauber erzielte, war Werder zunächst geschockt, Abwehrspieler Mikael Silvestre zwang seinen eigenen Torhüter Wiese mit einer zu kurzen Kopfballrückgabe zu einer Parade (28.). Danach versuchten die Bremer, die Kontrolle zurückzugewinnen. Die Gastgeber konnten aber keine große Torgefahr ausstrahlen.

Auch wenn Werder durch Marko Marin (54.) die erste gute Chance der zweiten Halbzeit besaß, änderte sich an diesem Eindruck kaum etwas. Wolfsburg hatte das Spiel weiter im Griff, wirkte deutlich sicherer und setzte wie bei einem Angriff über Diego und Grafite (56.) oder einer Chance von Marcel Schäfer (68.) auf Konter.

"Wir haben hier nicht ganz unverdient gewonnen. Unser Start war gut, dann aber haben wir den Bremern immer mehr das Feld überlassen. In der zweiten Halbzeit waren wir dann besser und zielstrebiger", sagte Magath nach dem Spiel.

Sein Bremer Kollege Schaaf kritisierte: "Wir haben zu keiner Sekunde Druck aufgebaut. Die Offensive war zu schwach, da war keine Überzeugung im Spiel."

mig/sid



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
allereber 30.04.2011
1. Arme Bayern
Zitat von sysopVorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt: Der FC St. Pauli hat nach der Niederlage in Kaiserslautern kaum noch Chancen auf den Bundesliga-Verbleib. Die Pfälzer dagegen sind gerettet, auch Wolfsburg feierte einen wichtigen Sieg bei Werder Bremen, das nun wieder zittert. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,759850,00.html
Wolfsburg schlägt in der nächsten Spielzeit wieder zu. Dank Magath. Arme Bayern.
unifersahlscheni 30.04.2011
2. ...
Zitat von allereberWolfsburg schlägt in der nächsten Spielzeit wieder zu. Dank Magath. Arme Bayern.
...oh weh, jetzt bekommt aber der Rekordmeister und Rekord-DFB-Pokalsieger aber Angst... ;-)
raju1956 30.04.2011
3. zu lasch...
Zitat von sysopVorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt: Der FC St. Pauli hat nach der Niederlage in Kaiserslautern kaum noch Chancen auf den Bundesliga-Verbleib. Die Pfälzer dagegen sind gerettet, auch Wolfsburg feierte einen wichtigen Sieg bei Werder Bremen, das nun wieder zittert. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,759850,00.html
Solange Schaaf noch Trainer in Bremen ist, wird sich wohl nicht viel ändern. Der Mann ist einfach zu lau (man nennt ihn auch die Schlaftablette), der holt nichts raus aus der Mannschaft. Wenn es heisst, Hauptsache nicht verlieren, dann gewinnt man auch nicht und verliert erst recht.
andrelei 01.05.2011
4. Holt nichts aus der Mannschaft raus...
Meister 2004 Vizemeister 2006, 2008 DFB-Pokalsieger 1999, 2004, 2009 DFB-Pokalfinale 2000, 2010 Ligapokal 2006 UEFA-Cup-Finale 2009 UEFA-Cup-Halbfinale 2007 Torschützenkönige Ailton 03/04, Klose 05/06 Fußballer des Jahres Ailton 04, Klose 06 Höchster Heimsieg 8:1 gg. Bielefeld 07/08 Vollkommen richtig, Schaaf holt nichts aus der Mannschaft raus...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.